Weißer Fleck verwirrt Falken

- Ein weißer Fleck auf dem Rücken hilft Tauben, der Attacke von Wanderfalken zu entgehen. Wenn ein Jäger mit 300 Kilometern in der Stunde heranrast, fliegen die Tauben im letzten Moment eine Rolle um ihre Längsachse und präsentieren dem Gegner damit ein unerwartetes, schnell wechselndes Farb- und Formenspiel auf ihrem Hinterleib. Dieses Manöver verwirrt den Raubvogel so sehr, dass er von entsprechend gefärbten Tieren eher ablässt. Das vermutet eine Gruppe um Alberto Palleroni von der Harvard University in Cambridge (US-Staat Massachusetts) im Fachjournal "Nature" (Bd. 434).

<P>Die Forscher hatten sieben Jahre lang die Jagd von fünf Falken auf Felsentauben beobachtet und dabei 1485 Angriffe ausgewertet. Für jede Attacke notierten Palleroni und seine Kollegen die Farbe des Taubengefieders und den Jagderfolg. Das Ergebnis: Nur zwei Prozent der erbeuteten Tauben trugen den weißen Fleck - dabei machte diese Farbvariante rund ein Viertel aller im Jagdrevier lebenden Tauben aus. Tauben ohne Fleck wurden viel häufiger zur Beute.<BR><BR>Dass tatsächlich der Fleck die Ursache war, zeigten die Wissenschaftler mit einem Experiment: Sie fingen rund 750 Tauben, gefleckt oder ungefleckt, färbten sie zur jeweils anderen Variante und ließen sie frei.<BR><BR>Daraufhin drehte sich das Zahlenverhältnis um: Tauben mit künstlichem Fleck kamen besser davon, Tiere mit einem übermalten Schutz hatten weniger Chancen. Palleroni nimmt an, dass der weiße Fleck den Beginn der Luftrolle verschleiert. Zudem könnte der schnelle Wechsel der Farben auf dem rotierenden Taubenkörper Verwirrung stiften. Auch Schwarmfische, die von einem Räuber attackiert werden, präsentierten dem Angreifer zuweilen ihre meist weiße Unterseite, um einen verwirrenden Kontrastwechsel zu schaffen.</P>

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