Das "Weißkittel-Kartell" mit der Feder seziert

- München - Ärztliche Fehler sind die häufigsten Krankheits- und Todesursachen in Deutschland. Ärzte sind gezwungen, den "ewigen" Patienten zu züchten. Und seit 1949 hat sich jede Regierung der Bundesrepublik von den Ärzten erpressen lassen. Solche Behauptungen sind starker Tobak. Das neue Buch des Wissenschaftsjournalisten Kurt G. Blüchel, "Heilen verboten, töten erlaubt", ist eine hochdosierte Anklage.

<P>In dem Report, der einem verstörenden Thriller gleichkommt, wird mit anti-hippokratischen Machenschaften abgerechnet. Blüchel kritisiert, dass meist falsche und überflüssige Arzneimittel verschrieben werden und unvorstellbare 80 Prozent aller Diagnosen falsch seien. Die Goldgrube Gesundheitswesen werde von einem kriminellen Ärztesyndikat geplündert - nach dem Motto: Wer nicht betrügt, geht pleite. Pharma-Konzerne missbrauchten derweil Hunderttausende unmündige Patienten, Demenzkranke und Säuglinge zu Arzneimittel-Experimenten.<BR><BR>Das Buch passt perfekt zum allgemeinen Unmut über die Halbgötter in Weiß: Da ist es schick, auf Ärzte verbal einzuprügeln. Die Kunstfehler werden eher sachlich-kühl denn besonders reißerisch geschildert. Doch das angebliche Insider-Wissen Blüchels bleibt für den Leser nicht vollends überprüfbar. Ein beklemmendes Gefühl stellt sich dennoch ein.<BR><BR>Der Autor schert freilich nicht alle Ärzte über einen Kamm: "Sie sind nicht krimineller als Busfahrer oder Schuhputzer." Besonders Assistenzärzte, meist "beschämend schlecht ausgebildet", müssten in Kliniken x-fach unbezahlte Überstunden leisten. Sie seien auch nur "Opfer hoher Funktionäre".<BR><BR>Kurt G. Blüchel: Heilen verboten, töten erlaubt<BR>416 Seiten, Bertelsmann-Verlag, <BR>22,90 Euro.</P><P><BR><BR><P>Das Buch über unseren Partner amazon.de bestellen: <BR> Heilen verboten, töten erlaubt </P> </P>

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