Mut zur Welt der Computer

- Carolin Balbach studiert den Lebenslauf einer Bioinformatikerin, der überlebensgroß in der lichtdurchfluteten Aula der Fakultät für Informatik der Technischen Universität München (TUM) installiert ist. Schon von Kindesbeinen hat sie sich für Biologie interessiert. Früher wollte sie Tierärztin werden, inzwischen findet die 18-Jährige, die die 12. Klasse des Georg-Wilhelm-Steller-Gymnasiums in Bad Winsheim besucht und Biologie als Leistungskurs gewählt hat, Genetik spannend.

<P>"Ich habe mal über den Beruf der Bioinformatikerin gelesen und wollte mich hier genauer darüber erkundigen", sagt sie. Gemeinsam mit zwei Freundinnen ist sie zur Veranstaltung "Girls go Informatik" gekommen, die von der Gesellschaft für Informatik auf dem Garchinger Hochschulgelände organisiert worden ist. </P><P>Nach einem Gespräch mit der Bioinformatikerin Katrin Fundel von der Ludwig-Maximilian-Universität fühlt sie sich gut über den Ablauf des Studiums und das Berufsbild informiert. "Jetzt weiß ich, was auf mich zukommen wird, wenn ich mich dafür entscheide", sagt sie zufrieden. </P><P>Das Bioinformatikstudium ist nämlich ein gemeinsamer Studiengang von TUM und LMU. "Und nicht die Biologie, sondern die Informatik steht im Mittelpunkt des Studiums. Das ist für mich wichtig."<BR><BR>Unis müssen die Werbetrommel rühren<BR> <BR>Ganz anders sieht das ihre Freundin Katharina Horn. "Ich interessiere mich für Animationsdesign, aber darüber weiß hier niemand Bescheid. Deshalb habe ich mich über Webdesign informiert, aber das ist ja nicht wirklich das, was ich tun möchte." Sie hatte sich mehr von dem Infotag versprochen. "Die Broschüren sind sehr allgemein gehalten, ich werde mich jetzt anderweitig erkundigen müssen."<BR><BR>Nur 14 Prozent der Informatikstudenten in Deutschland sind Frauen. Da muss man schon die Werbetrommel rühren. Doch obwohl die Veranstaltung mit acht Vorträgen und vielen auskunftswilligen Ansprechpartnern gut organisiert ist, haben sich nur etwa 40 Mädchen eingefunden. </P><P>Für den Präsidenten der Gesellschaft für Informatik, Professor Heinrich C. Mayr, liegt die magerere Resonanz weniger am mangelnden Interesse als am schlecht erreichbaren Standort Garching und daran, dass Samstag ist. Der "Mädchentag" sei schon in einigen Städten gelaufen und es hätten sich viele junge Frauen über das Berufsfeld erkundigt. "Es sollten Lehrer mit ihren Schülerinnen hierher fahren. Dafür ist der Samstag ungeeignet." </P><P><BR>Zwei Pädagoginnen aus Ingolstadt haben dann aber doch ihren Samstag geopfert und sind mit den Schülerinnen angereist. Besonders froh ist Anastasija Chan. "Ich interessiere mich für Informatik, und meine Lehrer haben mich darin bestätigt, dass mir ein technischer Beruf gut liegen könnte." Allerdings habe sie die Vorstellung erschreckt, immer nur vor dem Computer zu sitzen. "Die Angst wurde mir hier genommen. Man kann auch in diesen Berufsfeldern viel mit Menschen zu tun haben."</P>

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