Werbeplattform Hochschule

- Der Mobilfunkanbieter "O2" kümmert sich dieses Semester besonders intensiv um studentische Kundschaft: Das Unternehmen sponserte die neue Uni-Lounge an der LMU, den Auftritt von Sternekoch Holger Stromberg in der Mensa, zuletzt neue Wohnwürfel in der Studentenstadt Freimann. Kein Einzelfall: Firmen werben verstärkt direkt in Hochschulen. Die sind von der zusätzlichen Einnahmequelle angetan.

Studenten seien eine "leicht fassbare Zielgruppe", erklärte ein Vertreter des Mobilfunkanbieters "O2" unlängst bei der Sternekoch-Aktion in der Uni-Mensa. "Wir wollen uns auf diesem Weg in die Köpfe der Leute bringen."An den Münchner Hochschulen, wo man schon seit einiger Zeit immer wieder Anfragen von Firmen registriert, steht man Werbeauftritten und Promotion-Aktionen im eigenen Haus offen gegenüber. "Das bringt uns ja schließlich Geld", erklärt Dieter Heinrichsen, Sprecher der TU München. Auch Professor Bernd Huber, Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität, hat nichts dagegen, wenn Firmen die Erstsemester-Begrüßung sponsern oder sich für Kontaktmessen im Lichthof der Uni einmieten. "Wir arbeiten gerne mit Unternehmen zusammen und achten dabei natürlich darauf, dass das nicht mit unseren wissenschaftlichen Belangen kollidiert", so Huber.Auch das Studentenwerk, das gemeinsam mit "O2" zum Beispiel die neuen Wohnwürfel aufgestellt hat, hat keine Bedenken gegenüber Kooperationen mit Unternehmen. Günstiges Sternekoch-Essen in der Mensa oder mehr Wohnraum kämen schließlich den Studenten zugute, sagt Sprecherin Anke van Kempen. Werbung in Einrichtungen des Studentenwerks wie der Mensa werde aber inhaltlich geprüft. "Es darf nichts beworben werden, was unserem Selbstverständnis als soziale Einrichtung widerspricht", erläutert van Kempen. Werbung beispielsweise für Zigaretten oder harten Alkohol bliebe außen vor.Auch an der Münchner Fachhochschule gibt es klare Grundsätze, wer im Gebäude werben darf und wer nicht, erklärt Achim Fessler, der in den letzten Wochen eine steigende Zahl von Sponsoring-Anfragen registriert hat: "Gewaltverherrlichendes, Pharma- und Alkohol- oder politische Werbung kommt nicht ins Haus."TU-Sprecher Heinrichsen stellt ebenfalls klar, dass die Präsenz von Firmen Grenzen habe. "Wie die Bande in einem Fußballstadion" solle die TU schließlich nicht aussehen.Die Fachhochschule liebäugelt indes mit dem Hörsaal-Sponsoring. Dabei, so die Idee, finanziert ein Unternehmen zum Beispiel die Ausstattung eines Raumes und wird dort als Sponsor benannt. "Es muss aber sichergestellt sein, dass Firmen auf die Lehre keinen Einfluss haben", so Fessler.

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