Wir werden immer älter: Der Gelenkersatz boomt

- Mehr als jeder dritte Fall von Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit in Deutschland beruht auf einer Erkrankung des Bewegungssystems. Die meisten Rückenleiden, Arthrose- oder Osteoporose-Erkrankungen hätten mit gezielter Vorbeugung (Prävention) von Jugend an vermieden werden können.

<P>"Wer Arbeitsunfähigkeit im Berufsleben vermeiden will, muss schon mit Sport im Kindes- und Jugendalter beginnen, um Fehlentwicklungen bei den Haltungs- und Bewegungsorganen zu verhindern. Und die Rate ist erschreckend hoch", so der Vorsitzende des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie, Dr. Siegfried Götte (München) beim diesjährigen Deutschen Orthopädiekongress in Berlin. Dort legten die Fachärzte ein Fünf-Punkte-Programm zur orthopädischen Prävention vor, das - vorausgesetzt das Bundesgesundheitsministerium und die Krankenkassen spielen mit - viele künftige Krankheitsfälle vermeiden helfen könnte.</P><P>Die Orthopäden schlagen folgende Vorsorge-Untersuchungen vor: 1. beim Säugling einschließlich Sonographie der Hüfte auf angeborene Entwicklungsschäden, 2. bei Schuleintritt, 3. bei Einsetzen der Pubertät (10-11 Jahre), 4. eine zur Berufseignung (14-16 Jahre) und 5. zur Prävention bei den 55- bis 60-Jährigen.</P><P>Neben unbehandelten Haltungsschäden und chronischem Bewegungsmangel gehört eine ungesunde, knochenschädliche Ernährung zu den Hauptursachen für die Volkskrankheiten Arthrose (krankhafte Veränderung abgenutzter Gelenke) oder Osteoporose (Knochenschwund). <BR> Da die Deutschen immer älter werden, machen sich die Knochen- und Gelenkschäden mit den Jahren auch immer dramatischer bemerkbar. </P><P>"In den nächsten 20 Jahren werden die orthopädischen leiden aufgrund der Altersstrukturen unserer Bevölkerung massiv zunehmen", warnt Prof. Rainer Gradinger, Chef der Orthopädie am Klinikum rechts der Isar der TU München. "500 000 bis 600 000 Deutsche werden dann pro Jahr einen Gelenkersatz am Knie, an der Hüfte oder der Schulter brauchen", rechnet Gradinger vor.<BR>Derzeit haben rund acht Millionen Deutsche Arthrose, aber nur zwei Millionen sind in ärztlicher Behandlung.</P><P>Mit zunehmendem Alter nehmen die Häufigkeit und der Schweregrad von Arthrosen zu. Gelenkveränderungen finden sich im Röntgenbild bei 25 Prozent der über 50-Jährigen und mehr als 80 Prozent der über 75-Jährigen. Die Hälfte von ihnen leidet an starken Beschwerden, wie Schmerzen, Gelenksteife, schnelle Ermüdbarkeit, Kraftlosigkeit, Instabilität. Viel Bewegung, mit und ohne krankengymnastischer und physikalischer Therapie: das sind zunächst die wichtigsten Maßnahmen, um das Gelenk vor weiterem Schaden zu bewahren. Entlastung bringen oft auch orthopädische Hilfsmittel (wie Fußeinlagen). Muss jedoch operiert werden, können oft noch gelenkerhaltende Operationen oder Achskorrekturen helfen. Wenn nicht, dann ist ein Ersatz des Hüft- oder Kniegelenks, eine Endoprothese fällig. </P><P> Osteoporose wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu den zehn häufigsten Erkrankungen gezählt. Rund fünf Millionen Deutsche, darunter 20 Prozent Männer leiden an der Krankheit, bei der die Knochenmasse ab nimmt und die Knochenstruktur porös wird. Der Knochen, der als Stützgewebe des Körpers dient, kann die mechanischen Belastungen immer schlechter auffangen, es kommt zu Veränderungen der Wirbelsäule und Knochenbrüchen.<BR></P>

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