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Eine E-Mail wirbt derzeit mit einer WhatsApp-Version für den PC - dahinter verbirgt sich ein Trojaner.

Banking-Trojaner

WhatsApp für den PC? Eine fiese Falle!

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München - WhatsApp für den PC? Eine Desktop-Version der beliebten App wird derzeit per E-Mail beworben. Doch hinter dem Download-Link steckt statt WhatsApp ein Banking-Trojaner.

WhatsApp nicht nur fürs Smartphone, sondern auch für den Computer? Viele würden sich über eine Desktop-Version von WhatsApp freuen. Doch vorsicht, hinter einer E-Mail (beziehungsweise dem Link darin), die genau das verspricht, steckt ein fieser Banking-Trojaner. Er ist darauf ausgelegt, Online-Banking-Daten und Passwörter auszuspionieren. Dmitry Bestuzhev, ein Experte von Kaspersky Labs, warnt im Blog auf securelist.com vor dem Schreiben. Die E-Mail - so zeigt es auch ein Screenshot - ist auf Portugiesisch verfasst und verspricht die erste offizielle WhatsApp-Version für den PC und gaukelt zudem elf ausstehende Freundschaftsanfragen vor.

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"WhatsApp"-Trojaner tarnt sich als 2,5 MB große MP3-Datei

Sobald der Empfänger der E-Mail auf "Baixor Agora" (deutsch: "jetzt downloaden") klickt, wird er auf einen türkischen Server weitergeleitet und von dort zu einer Hightail-URL-Adresse. Hightail ist ähnlich wie Dropbox ein Cloud-Service, der es Nutzern erlaubt, Daten auszulagern und Downloads anzubieten. Von dort lädt der User dann den Trojaner über einen brasilianischen Server herunter. Die vermeintliche WhatsApp-Anwendung tarnt sich der Beschreibung auf securelist.com zufolge als 2,5 MB große MP3-Datei (64-bits-Version). Die Größe und die vertraute Datei-Art sollen mehr User dazu verleiten, tatsächlich draufzuklicken.

"WhatsApp"-Trojaner lädt zusätzliche Schadsoftware auf den Rechner

Ist die falsche WhatsApp-Anwendung erst einmal gestartet, schützt sich der Trojaner mit eingebauten Filtern, die es Virenscannern schwer machen, ihn zu finden. Er nistet sich im Computer ein und lädt zusätzliche Schadsoftware mit bis zu 10 MB aus dem Netz herunter.

Ursprünglich wurde der Trojaner im WhatsApp-Gewand wohl speziell für Brasilien entwickelt, da die App dort besonders beliebt ist, vermutet der Experte von Kaspersky Labs. Es kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass die E-Mail auch in Deutschland unterwegs ist. Hierzulande gibt es 30 Millionen WhatsApp-Nutzer - und immer wieder Probleme mit Kettenbriefen, vor denen zum Teil auch die Polizei warnt.

Es ist nicht die erste Schadsoftware im WhatsApp-Gewand via E-Mail

Auch computerbild.de berichtet über den WhatsApp-Trojaner und verweist darauf, dass Empfänger der E-Mail sicher seien, solange sie nicht auf den Download-Link klicken.

WhatsApp wird immer wieder Ziel von E-Mail-Kampagnen. Threatpost.com erinnert im Zusammenhang mit dem aktuellen Trojaner an eine Schadsoftware, die im November vergangenen Jahres verbreitet wurde. Der Trick damals: Usern wurde in einer E-Mail vorgegaukelt, es würde eine WhatsApp-Voicemail auf sie warten, obwohl der Messenger generell nur Textnachrichten anbietet.

Lesen Sie auch:

Wie WhatsApp sicherer wird - und die Alternativen

pie

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