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Auch Smartphones wurden von amerikanischen und britischen Geheimdiensten abgehört. Ein verschlüsselter Messenger verspricht nun Besserung.

Telegram Messenger

WhatsApp: Eine sichere Alternative im Test

München - Der Smartphone-Messenger WhatsApp wächst unaufhörlich. Doch Sicherheitsexperten kritisieren seit Langem die mangelhafte Verschlüsselung. Nun gibt es eine sichere Alternative.

Mehr als 400 Millionen Nutzer weltweit, rund 30 Millionen davon aus Deutschland, nutzen den Smartphone-Messenger WhatsApp regelmäßig. Sie verschicken mehr als 17 Milliarden Nachrichten pro Tag. WhatsApp ist deswegen so beliebt, da es im Vergleich zum herkömmlichen SMS-Schreiben kostengünstig ist. Die einzelnen Nachrichten kosten keine Gebühr, User müssen nur einen jährlichen Betrag von 0,89 Euro bezahlen. Und sie können auch Bilder, Videos, Kontakte, Sprachmemos und Standorte verschicken. Die Kommunikation erfolgt über das Internet - was gleichzeitig der große Schwachpunkt von WhatsApp ist.

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Die sichere Alternative zu WhatsApp heißt Telegram Messenger

Sicherheitsexperten kritisieren seit Langem die ungenügende Verschlüsselung des Messengers. Dies ist etwa der Fall, wenn man WhatsApp über ein öffentliches WLAN-Netzwerk benutzt. Die Passwortverschlüsselung erfolgt bei WhatsApp über ein einfaches System: bei Android wird das Passwort zur Serveranmeldung aus der Seriennummer (IMEI) des Smartphones und bei iOS aus der MAC-Adresse der Wlan-Schnittstelle erzeugt.

WhatsApp: Diese Messenger sind gute Alternativen

"Secret Chat"-Fenster (Zum Vergrößern bitte hier klicken).

Hacker können an diese Daten sehr einfach herankommen und anschließend den Account übernehmen. Dann können sie im Namen des WhatsApp-Nutzers Nachrichten verschicken und empfangen. Danach ist es beinahe unmöglich, einen gehackten Account wieder "Hacker-frei" zu bekommen. Aufgrund der vielen Sicherheitsmängel steht WhatsApp bei Datenschutzexperten stark in der Kritik. Der Beliebtheit des Dienstes tut dies jedoch bisher keinen Abbruch. Nun gibt es jedoch eine sichere Alternative. Die Macher der russischen Facebook-Alternative vk.com (VKontakte) haben einen Messenger entwickelt, der eine sichere Kommunikation garantieren soll. Er nennt sich Telegram Messenger.

Telegram Messenger ermöglicht verschlüsselte Chats

Die App lässt sich bisher kostenlos für iPhone und Android-Smartphones herunterladen. Der Aufbau und das Design der App erinnert stark an WhatsApp. Nach dem Start des Telegram Messenger muss man zuerst seine Handynummer verifizieren. Dann bekommt der Nutzer einen Code per SMS zugesendet. Den tippt er ein und kann so den Messenger starten. Wenn man Telegram den Zugriff auf seine Kontakte erlaubt, sucht es in der Adressliste nach Nummern, die ebenfalls Telegram verwenden, und speichert sie in der Rubrik Kontakte.

WhatsApp-Panne: Spott und Ärger im Netz

Das Chatfenster unterscheidet sich kaum von WhatsApp. Emoticons in der Tastatur, Last-Seen-Status, Shared Media und ein kleines Profilbild des Kontaktes verlangen dem WhatsApp-Nutzer keine große Umgewöhnung ab. Interessant wird es, wenn man per Berührung des Profilfotos auf die Einstellung des jeweiligen Chats kommt.

Hier findet sich die Option "Start Secret Chat". Benutzt man diese, öffnet sich ein neues Chatfenster, das durch ein kleines Schloss gekennzeichnet wird. Man befindet sich nun im verschlüsselten Chat.

Auf den Telegram-Servern werden keine Daten zwischengespeichert

Optionen des "Secret-Chats": u.a. der Self-Destruction-Timer (Zum Vergrößern bitte hier klicken).

Als Hinweis wird nun eingeblendet, dass mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gearbeitet wird. Für den sicheren Chat wird eine Verschlüsselung über alle Übertragungsstationen hinweg verwendet. Versendete Daten werden ver- und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Auf den Servern von Telegram werden keine Daten zwischengespeichert. Zusätzliche Sicherheit bringt der Encryption Key, den man unter denOptionen des "Secret Chats" aufrufen kann. Wenn dieser mit dem Encryption Key auf dem Smartphone des Empfängers übereinstimmt, ist die Unterhaltung zu 100 Prozent sicher. Besonders interessant ist die Option der "Self-Destruction". Hier kann man einen Timer einstellen, der von zwei Sekunden bis einer Woche reicht. Aktiviert man diesen, erscheint im Chatfenster ein kurzer Hinweis und nach der eingestellten Zeit werden alle Nachrichten und gesendeten Daten auf dem eigenen Smartphone und auf dem des Empfängers unwiderrufllich gelöscht. In unserem Test hat dies problemlos funktioniert.  

Einziges Manko: Bislang benutzen sehr wenige Menschen Telegram

Ansonsten überzeugt Telegram mit einer sehr schnellen Verbindung. Außerdem steht eine Vielzahl an Optionen zu Benachrichtungen, Tönen und Hintergrundbild zur Verfügung. Zu den Entwicklern können User per Chat direkt Kontakt aufnehmen. Er kann in den Optionen aufgerufen werden.

Einziges Manko des Telegram Messengers: Er wird bisher nur von wenigen Leuten genutzt. Bei unserem Test besaß genau eine weitere Person aus dem Kontaktbuch unseres Autors den Telegram Messenger. Zum Vergleich: WhatsApp benutzten bei unserem Autor 225 Personen.

ep

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