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WhatsApp und weitere Messenger haben die SMS abgelöst.

Zehn besten Tipps und zehn Geheimnisse

So holen Sie noch mehr aus WhatsApp raus

München - Die gute alte SMS wird nutzlos bei Messengern wie WhatsApp oder Threema. Die tz verrät zehn Tipps und Geheimnisse, wie Sie noch mehr rausholen können.

Früher haben wir gesimst – heute WhatsAppen wir. Der WhatsApp-Messenger ist ein gigantisches Phänomen: In Deutschland nutzen ihn rund 35 Millionen Menschen, weltweit über eine Milliarde. Die tz verrät zehn Geheimnisse von Deutschlands beliebtester App – und liefert die zehn besten Tipps für WhatsApp-Nutzer.

Diese zehn Geheimnisse sollten Sie kennen

1 Noch mehr WhatsApp: Weltweit verschickt jeder Einzelne im Durchschnitt fast sechs WhatsApp-Nachrichten pro Tag. Insgesamt sind es täglich 42 Milliarden Mitteilungen. WhatsApp-Boss Jan Koum will mehr: „Noch immer nutzt nicht jeder Mensch WhatsApp. Das möchten wir ändern.“

2 Weiterhin kostenlos: Anfang 2016 hat WhatsApp die Jahresgebühr von 89 Cent abgeschafft. Grund: Die Einnahmen waren für Mutterkonzern Facebook, der WhatsApp 2014 für 14 Milliarden Euro gekauft hatte, ohnehin überschaubar. Trotzdem hielten die 89 Cent viele von der Nutzung ab – weil sie beispielsweise keine Kreditkarte haben. Werbung in WhatsApp soll es aber auch weiterhin nicht geben.

3 WhatsApp statt Hotline: Wenn Sie künftig mit Telekom & Co. in Kontakt treten wollen, müssen Sie sich nicht mehr über Wartezeiten an der Hotline ärgern, sondern schicken Ihr Anliegen per WhatsApp. Die Vision von Jan Koum: Tischreservierung im Restaurant, Informationen über einen verspäteten Flug – alles läuft über WhatsApp. Auch Nachrichten werden immer öfter per WhatsApp verschickt, auch von der tz.de. Wie das funktioniert, lesen Sie unter tz.de/whatsapp.

4 Neue Funktionen: Noch 2016 modernisiert WhatsApp sein Design grundlegend. Neue Funktionen kommen dazu, da­runter bessere Bearbeitung von Bildern sowie Videotelefonate. Sogar WhatsApp für iPad und Apple Watch, längst überfällig, sollen endlich erscheinen.

5 Der Chef: Ist Flüchtling. Gründer Jan Koum, gerade 40 geworden, kam erst 1992 aus der Ukraine in die USA – denn seine jüdische Familie wurde in der Heimat verfolgt. In Kalifornien schrubbte er den Boden eines Supermarkts. In dem Haus, in dem er einst Lebensmittelmarken bekam, unterschrieb Koum den Kaufvertrag mit Facebook, der ihn zum mehrfachen Milliardär machte – das sollte ihn erden. Übrigens: Trotz einer Milliarde Kunden hat WhatsApp nur 125 Mitarbeiter.

6 Der Name: Gemeinsam mit seinem Kollegen Brian Acton, den er bei Yahoo kennengelernt hatte, gründete Koum 2009 WhatsApp. Der Name erinnert an „What’s up?“ („Was ist los?“) – und die „App“ steckt auch gleich mit drin.

7 Abspecken: Ende 2016 verabschiedet sich WhatsApp von älteren Smartphones. Geräte mit Android 2.2 oder älter, Windows Phones bis Version 7.1, BlackBerrys und Nokia-Handys werden nicht mehr unterstützt. Dann dürfte für viele Nutzer ein neues Smartphone fällig sein.

8 Der SMS-Nachfolger: Die Mobilfunker wollen jetzt mit Google WhatsApp Konkurrenz machen. Der SMS-Nachfolger heißt RCS, ähnelt WhatsApp, hat aber Vorteile. Er funktioniert, ohne dass eine App geladen werden muss, er läuft wie die SMS auf jedem Handy, in jedem Netz. Und der Datenschutz soll besser sein als bei WhatsApp.

Neue Funktionen testen: Ab sofort stellt WhatsApp neue Versionen seiner App vorab zum Testen zur Verfügung. Anmeldung unter bit.ly/1KQWAKU.

10 Der SMS-Niedergang: WhatsApp hat binnen weniger Jahre die SMS verdrängt. Noch 2012 wurden in Deutschland 59,5 Milliarden SMS geschrieben. 2015 war es nur noch ein Viertel davon.

Hier stehen die zehn besten Tipps

1. Nachrichten zurückholen: Das funktioniert nur, wenn die Nachricht noch nicht auf dem WhatsApp-Server gelandet ist. Wenn Sie den Haken für „Versendet“ bereits neben der Nachricht sehen, ist es zu spät. Doch wenn Ihnen sofort nach dem Verschicken siedend heiß einfällt, dass die Nachricht doch keine gute Idee war, gibt es Hoffnung. Aktivieren Sie sofort den Flugmodus und schließen WhatsApp. Nun kann die Nachricht nicht mehr verschickt werden. Öffnen Sie WhatsApp wieder und löschen die Mitteilung. Wir drücken die Daumen!

2. Gruppen stummschalten: Wenn sich eine WhatsApp-Gruppe angeregt unterhält und bei jeder neuen Nachricht ein Hinweiston klingelt oder vibriert, nervt das gewaltig. Sie können die Gruppe aber stummschalten. Klicken Sie auf den Namen der Gruppe, und stellen dann „lautlos“ ein.

3. Broadcasts nutzen: Gruppen kennt jeder, Broadcasts („Übertragungen“) sind weniger populär. Hier schicken Sie eine Nachricht an mehrere Nutzer – doch im Gegensatz zu Gruppen sehen sich die Empfänger nicht gegenseitig. Nur Sie selbst tauchen als Absender auf. Praktisch, wenn Sie zum Beispiel die Einladung zu einer Party verschicken wollen.

4. Der Trick mit den Häkchen: Die berühmten Häkchen als Lesebestätigung sorgten Ende 2014 für Riesenwirbel – weil es plötzlich nicht mehr möglich war, die WhatsApp-Nachrichten der/des Liebsten einfach zu ignorieren. Mittlerweile lässt sich die Lesebestätigung auf allen WhatsApp-Plattformen abschalten – unter „Einstellungen => Account => Datenschutz“.

5. Nachrichten mit Stern: Wichtige Nachrichten können Sie mit einem Sternchen markieren – um sie später einfacher wiederzufinden. Dazu drücken Sie länger auf eine Nachricht, bis die Möglichkeit erscheint, den Stern zu vergeben.

6. Unerwünschte Kontakte blockieren: Wenn Ihnen andere WhatsApp-Nutzer auf die Nerven fallen, können Sie diese Kontakte blockieren. Gehen Sie in „Einstellungen => Account => Datenschutz“, und fügen Sie den Namen zu Ihren „Blockierten Kontakten“ hinzu.

7. Erweiterungen nutzen: WhatsApp lässt sich durch andere Apps deutlich erweitern. Mit Message Lock (gratis für iOS) und ChatLock (gratis für Android) verbergen Sie beispielsweise Ihre WhatsApp-Nachrichten vor allzu neugierigen Kollegen.

8. Auf die Sicherheit achten: Datenschutz und Sicherheit sind die große Achillesferse von WhatsApp – nicht zuletzt, weil der Messenger nach der Installation Ihr gesamtes Adressbuch abgreift. Wirklich sensible Nachrichten verschicken Sie am besten nach wie vor per SMS. Und im Adressbuch sollten Sie weder Passwörter noch Konto-Zugänge speichern, denn auch diese Informationen landen bei WhatsApp – und könnten gehackt werden.

9. Nachrichten am Computer schreiben: Wenn Sie im Büro sitzen und WhatsAppen wollen, klappt das auch an PC und Mac. Dann tippen Sie deutlich schneller. Dazu rufen Sie am Smartphone den Menüpunkt „WhatsApp Web“ auf. Danach folgen Sie den Bildschirmanweisungen, um das Handy mit Ihrem Computer zu verbinden.

10. Chats wiederherstellen: Ihren WhatsApp-Verlauf können Sie mittlerweile recht komfortabel sichern – und dann auf einem neuen Smartphone auch wiederherstellen. Dazu wählen Sie in den Einstellungen den Punkt „Chat-Backup“.

Das sind die Alternativen

Hätten Sie’s gewusst? WhatsApp ist nicht der leistungsstärkste und schon gleich gar nicht der sicherste SMS-Ersatz. Aber: Wenn alle Freunde bereits bei WhatsApp sind, will kaum noch jemand zu einer anderen App umziehen. Das liegt ganz einfach in der Natur der Sache. Deshalb haben es Konkurrenten wie Threema, Telegram oder die Deutsche-Post-App SIMSme trotz besserem Datenschutz schwer. Wenn Sie mehrere Ihrer Kontakte zum Umstieg bewegen können, sind das die drei besten Alternativen. Nummer eins auf dem iPhone ist iMessage – das aber bisher nur zwischen Apple-Geräten funktioniert. Es gibt aber Gerüchte über eine Android-Version.

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