WHO: SARS kann unter Kontrolle gebracht werden

- Genf/Peking- Die Weltgesundheitsorganisation WHO ist zuversichtlich, die Lungenkrankheit SARS unter Kontrolle zu bekommen. Das erklärte David Heymann, WHO-Exekutivdirektor für Infektionskrankheiten, am Montag bei der WHO-Generalversammlung in Genf.

<P>Chinas Vize-Regierungschefin Wu Yi mahnte trotz sinkender Zahlen bei den neuen SARS-Infektionen zu anhaltender Wachsamkeit. Bis Montagabend registrierte die WHO weltweit 7864 Fälle des Schweren Akuten Atemwegssyndroms. 643 Menschen sind bislang daran gestorben.</P><P>Die rückläufigen Zahlen bei den Neuerkrankungen belegten, dass eine Eindämmung machbar sei, sagte Heymann. Es gelte zu verhindern, dass SARS in den betroffenen Gebieten eine dauerhaft auftretende Krankheit wie Aids oder Tuberkulose werde. Ob dies gelinge, werde aber erst die Zeit zeigen können.</P><P>Schon kleine Nachlässigkeiten könnten zu einem "Rückschlag" im Kampf gegen SARS führen, sagte die chinesische Vize-Premierministerin Wu Yi bei einem Treffen mit WHO-Generaldirektorin Gro Harlem Brundtland in Genf. Wu Yi bezeichnete die Krankheit als "in gewissem Maße unter Kontrolle". Ihr Ministerium meldete am Montag nur 12 neue Infektionen. Das ist die niedrigste Zahl seit Beginn der täglichen Berichte vor einem Monat. Allerdings starben 5 Menschen, davon 3 im schwer betroffenen Peking. Die Zahl der SARS-Fälle in der Hauptstadt stieg mit nur 7 neuen Infektionen auf 2437.</P><P>3088 Patienten, bei denen SARS bestätigt wurde, liegen derzeit in China in den Krankenhäusern. Zusätzlich gibt es mehr als 2000 Verdachtsfälle. Insgesamt hat China seit Ausbruch der Krankheit vor einem halben Jahr 5236 SARS-Fälle offiziell verzeichnet. Die WHO beklagt, dass unter anderem wegen Fehldiagnosen nicht mehr alle SARS-Erkrankungen in der chinesischen Statistik auftauchen.</P><P>Derzeit gebe die WHO rund zwei Millionen US-Dollar (1,7 Millionen Euro) im Vierteljahr für Erforschung und Eindämmung der Krankheit aus, sagte Heymann. Weltweit wird zudem an SARS-Medikamenten geforscht, was weitere Millionen kostet. Heymann regte an, dass Investment- oder multinationale Unternehmen bei der Finanzierung und Sicherstellung öffentlicher Gesundheit eine größere Rolle spielen sollten, da Krankheiten auch enorme wirtschaftliche Verluste verursachen.</P><P>Die WHO geht davon aus, dass es auch weiterhin unbekannte Infektionskrankheiten geben wird. "Wir erwarten mehr und es werden mehr sein", sagte Heymann. Die große Sorge der Organisation bleibe jedoch die Ausbreitung der Grippe. Auch bei den ersten SARS-Fällen habe man an eine neue Grippe gedacht. "Die Grippe wird mit größter Wahrscheinlichkeit wieder global auftreten, wie sie es bereits drei Mal im vergangenen Jahrhundert getan hat."</P><P>Besucher der Chemiemesse ACHEMA in Frankfurt (19. bis 24. Mai) sollen unterdessen wegen SARS auf den Handschlag zur Begrüßung verzichten. Das rät die Deutsche Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (Dechema) als Veranstalterin der weltgrößten Messe für Chemie-Ausrüstungen. Der Verzicht auf die Begrüßungsgeste solle eine reine Vorsorgemaßnahme sein und nicht als mangelnde Höflichkeit aufgefasst werden, heißt es in einem Merkblatt für die Besucher.</P>

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