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20 Jahre Smartphone - iPhone

Virenschutz fürs Handy

Wie sicher ist mein Smartphone?

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München - Trotz Millionen unterschiedlicher Viren unterschätzen viele Smartphone-Besitzer die Sicherheit ihres Handys. Dabei ist es weder schwer noch teuer, um für ausreichend Schutz zu sorgen.

Beim Windows-Computer haben sich die Nutzer seit Jahren an Virenschutz-Programme gewöhnt. Beim Smartphone und beim Tablet sind die Besitzer meist deutlich nachlässiger – zu Unrecht: Denn die mobilen Geräte sind vollwertige Computer, auf denen oft mehr persönliche Daten liegen als zu Hause auf dem PC. WhatsApp-Chats, private Fotos, E-Mail-Passwörter, Konten fürs Online-Shopping, für E-Mail oder Facebook, Adressbücher mit sensiblen Informationen, Banking-Apps – solch ein Handy oder Tablet ist eine Fundgrube für Ganoven und Internetbetrüger.

Wie groß ist die Gefahr?

Vor allem bei Geräten mit Googles Android-Software, die in Deutschland beim Smartphone-Absatz auf einen Marktanteil von rund 80 Prozent kommt, ist die Gefahr enorm. Die Virenschutz-Experten von G Data rechnen in diesem Jahr mit 3,5 Millionen neuen Android-Schädlingen – so viele wie nie zuvor. Laut aktueller Untersuchungen zielen zwischen 93 und 99,9 Prozent aller Smartphone-Schädlinge auf Android ab. Gefährdet sind deshalb alle Smartphones und Tablets, die mit der Google-Software laufen.

Was kann passieren, wenn mein Handy oder Tablet befallen ist?

Wer mit einem schlecht gesicherten Gerät im Internet einkauft oder Bankgeschäfte erledigt, riskiert, dass Ganoven die Daten auslesen und missbrauchen. Auch der ständig verfügbare Telefonanschluss sorgt für Gefahren. Hacker können beispielsweise Apps so verändern, dass sie automatisch kostenpflichtige Premium-SMS verschicken. Damit schließen ihre Opfer teure Abos ab, ohne es zu bemerken. Denn die Bestätigungs-SMS des Abo-Anbieters, die den Handybesitzer eigentlich warnt, wird vom Virus abgefangen, bevor die Nachricht auf dem Bildschirm erscheint. Wenn ein Smartphone oder Tablet mit Viren verseucht wird, ist es meist die beste Lösung, alle Daten zu löschen und das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen.

Warum ist gerade Android so problematisch?

Allein schon die schiere Masse an Android-Geräten macht die Plattform für Kriminelle verlockend. Zudem hat Android Geburtsfehler, die Google bis heute nicht beseitigt hat. Auf Android-Geräten lassen sich relativ einfach Apps aus dubiosen Quellen installieren, die mit Schädlingen verseucht sind. Aufgrund der unterschiedlichen Hersteller und Modelle werden Android-Geräte auch nur selten und langsam auf neue und sichere Versionen aktualisiert. Derzeitiger Stand: Auf 86 Prozent aller iPhones und iPads läuft das neueste System iOS 10. Beim aktuellen Android 7 sind es gerade mal sieben Prozent.

Wie sicher ist mein Android-Gerät noch?

Wenn ein Android-Gerät drei oder vier Jahre alt ist, läuft mit größter Wahrscheinlichkeit eine Software darauf, die in Sachen Sicherheit auf keinem guten Stand mehr ist. Welches Android installiert ist, finden Nutzer meist in den Einstellungen des Geräts im Menüpunkt „System“. Es muss nicht unbedingt das aktuelle Android 7 sein. Die Versionen 5 und 6 gelten auch als relativ sicher, bei Android 4 wird es dagegen bedenklich. Wer viel im Internet ist und noch solch ein Gerät nutzt, sollte über einen Neukauf nachdenken.

Brauche ich eine Virenschutz-App?

Für Android-Geräte auf jeden Fall. Programme wie Kaspersky Android Antivirus, Avira Antivirus Security oder AVG AntiVirus 2017 sind im offiziellen App Store von Google, dem sogenannten Play Store, gratis oder für eine Gebühr von wenigen Euro im Jahr verfügbar. Leider gibt es auch im Play Store Apps, die sich als Virenschutz tarnen, die aber in Wahrheit Schadsoftware enthalten. Solche Apps sind zuletzt auch beim Hackerangriff mit dem „WannaCry“-Virus wieder aufgetaucht. Nutzer achten bei der App-Suche deshalb am besten auf eine möglichst hohe Zahl von Downloads und auf viele positive Kommentare anderer Kunden.

Welche weiteren Maßnahmen gibt es?

Besitzer von Smartphones und Tablets sollten sich niemals Apps aus dubiosen Quellen besorgen, sondern die Programme immer nur in den offiziellen App Stores von Google, Apple oder auch Amazon laden. Gefährlich ist auch das „Knacken“ der Geräte, um Apps oder Funktionen zu installieren, die nicht offiziell von den Herstellern unterstützt werden. Solche Tricks hebeln die gesamten Sicherheitsmaßnahmen der Hersteller aus. Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie am PC: Zweifelhafte E-Mails oder SMS am besten sofort löschen, nicht auf unbekannte Links klicken und keine kostenpflichtigen Nummern anwählen, die in Mails oder SMS stehen. Aktualisierungen von Betriebssystem und Apps sollten immer sofort durchgeführt werden, da sie meist Sicherheitslücken schließen. Und in öffentlichen WLAN-Netzen sind Online-Banking oder Internet-Einkäufe tabu. Denn an schlecht gesicherten Hotspots können Gauner Passwörter und andere Daten ausspionieren und mitlesen.

Wie sieht es bei iPhone und iPad aus?

Die zuvor genannten Sicherheitsmaßnahmen gelten natürlich auch für die Apple-Geräte. Denn Spam-SMS oder unsichere öffentliche WLAN-Netze sorgen hier für die gleiche Gefahr. Eine Virenschutz-App ist für iPhone und iPad aber nicht nötig – und im App Store auch gar nicht verfügbar. Denn Apples stark abgeschottetes System, die restriktiven Kontrollen bei der Zulassung von Apps und die schnellen Software-Updates machen Hackern das Eindringen schwer. Es gibt zwar Sicherheits-Apps, die Teilbereiche wie den Safari-Browser schützen, doch wirklich nötig sind sie nicht. Auch für iPhone und iPad tauchen durchaus manchmal Schädlinge auf, doch diese Löcher kann Apple deutlich schneller stopfen als die Android-Konkurrenz. Aber auch bei Apple gilt: Die größte Gefahr für einen Computer sitzt immer vor dem Bildschirm – nämlich der Nutzer. Wer die grundlegendsten Sicherheitsregeln missachtet, ist auch mit iPhone und iPad ein dankbares Opfer für Internetkriminelle.

Zehn Regeln für Smartphone-Besitzer

1. Schützen Sie Ihr Gerät mit PIN, Passwort oder Fingerabdruck. 

2. Installieren Sie nur Apps aus offiziellen Quellen. Und sehen Sie sich davor die Bewertungen der App durch andere Nutzer an. 

3. Halten Sie Gerätesoftware und Apps auf dem neuesten Stand. 

4. Knacken Sie Ihr Gerät nicht. Solche Eingriffe, um Bastel-Software zu installieren, öffnen Kriminellen Tür und Tor. 

5. Melden Sie sich nach Online-Banking und Einkaufen immer ab und schließen nicht nur den Browser. 

6. Schalten Sie WLAN, Bluetooth und GPS aus, wenn Sie es nicht brauchen. 

7. Installieren Sie keine „neugierigen“ Apps, die ohne nachvollziehbaren Grund auf Adressbuch oder Bewegungsdaten zugreifen. 

8. Klicken Sie niemals auf Links von unbekannten Absendern. 

9. Meiden Sie unbekannte öffentliche WLAN-Netze. Hier ist beispielsweise Banking oder Internet-Einkäufe gefährlich. Die Mobilfunkverbindung ist sicherer. 

10. Nutzen Sie am Android-Handy eine Virenschutz-App

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