Wikileaks wirft Ex-Sprecher Sabotage vor

Berlin - Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat ihrem ehemaligen Sprecher Daniel Domscheit-Berg Sabotage vorgeworfen und rechtliche Schritte angekündigt.

Domscheit-Berg habe zugegeben, das zentrale System der Plattform für das Einreichen von Dokumenten beschädigt und Material gestohlen zu haben. Diese Sabotage habe eine umfassende Erneuerung der Technik für das Einreichen von Dokumenten erforderlich gemacht, erklärte Wikileaks am Donnerstag in einer im Internet veröffentlichten Erklärung. Domscheit-Berg hat in Interviews die Sicherheit der Wikileaks-Plattform in Frage gestellt. Die Wikileaks-Aktivisten erklärten dazu, Domscheit-Bergs Rolle in der Organisation sei begrenzt gewesen. “Er hat sich in der Presse fälschlich als Programmierer, Computerwissenschaftler, Sicherheitsexperte, Architekt, Redakteur, Gründer, Direktor und Sprecher ausgegeben“, heißt es in der Erklärung.

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Dabei sei Domscheit-Berg lediglich Sprecher von Wikileaks in Deutschland gewesen. In einem Blog des US-Magazins “Forbes“ wies Domscheit-Berg den Vorwurf der Sabotage zurück. Der Entwickler des Eingabesystems habe beschlossen, die Nutzung durch Wikileaks nicht länger zuzulassen, weil er kein Vertrauen mehr zu Gründer Julian Assange gehabt habe. Er selbst habe keinen Zugang zum Code der Software gehabt. Domscheit-Berg betonte, er habe zwei Abschlüsse in Computerwissenschaften, und bestätigte, das Schreiben des Berliner Anwalts Johannes Eisenberg erhalten zu haben. Dabei handle es sich aber lediglich um eine allgemeine Erklärung, nicht um konkrete Vorwürfe eines Gesetzesverstoßes.

Eisenberg ist Presseanwalt und Mitbegründer der Berliner “tageszeitung“ (taz). In einer Presseerklärung beschuldigte der Anwalt Domscheit-Berg, “Materialien und Datenbestände“ der Wikileaks-Organisation entwendet zu haben. Er sei beauftragt worden, “die Ansprüche von Herrn Assange und Wikileaks notfalls gerichtlich durchzusetzen“. Assange habe ihn “ferner gebeten, gegen die von Domscheit-Berg über Herrn Assange verbreiteten Verleumdungen vorzugehen.“

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dpa

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