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Wie gut ist das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 10 und lohnt sich der Wechsel? Stiftung Warentest gibt Antworten.

Das neue Microsoft Betriebssystem

Das sind die Tücken von Windows 10

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München - Microsoft hat Ende Juli seine neue Version des Betriebssystems Windows veröffentlicht. Die Stiftung Warentest rät allerdings dazu, mit dem Wechsel noch etwas zu warten. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Windows 10: Wie teuer ist das neue Betriebssystem?

Nutzer einer legalen Version von Windows 7, Windows 8 und Windows 8.1 können ein Jahr lang kostenlos auf Windows 10 umsteigen. Ob das System danach kostenpflichtig wird, lässt Microsoft offen. Benutzer eines älteren Windows-Systems wie Vista oder XP müssen beim Aufrüsten auf die Windows 10 „Home-Edition“ 135 Euro bezahlen oder 279 Euro für die Firmen-Version. Günstiger ist es, sich für 45 Euro ein Upgrade von XP oder Vista auf Windows 7 zu besorgen und dann im zweiten Schritt ein kostenloses Upgrade auf Windows 10 vorzunehmen. Zu beachten ist, dass der PC die notwendigen technischen Voraussetzungen erfüllt. Dazu gehört beispielsweise ein Prozessor mit mindestens einem Gigahertz Taktfrequenz und – je nach Version – 16 bis 20 Gigabyte freier Festplattenspeicher.

Mein PC läuft mit Windows 7. Sollte ich auf Windows 10 umsteigen?

Die Stiftung Warentest mahnt zur Geduld. „Für die meisten Nutzer von Windows 7 gibt es keinen Grund zur Eile“, schreiben die Experten in ihrer Auswertung. „Wenn das System gut funktioniert, lohnt es sich, noch ein wenig mit dem Umstieg zu warten.“ Zwar laufe Windows 10 zum Start schon recht stabil, aber so etabliert wie Windows 7 sei es noch nicht. Noch gelte es abzuwarten, wie gut ältere Software von dem neuen System unterstützt werde. Ohnehin laufe der Support für Windows 7 erst 2020 aus. Und wer sich die Gratisversion von Windows 10 sichern wolle, habe noch bis Juli 2016 Zeit. „Letztlich wird für Windows-7-Nutzer entscheidend sein, ob die neuen Funktionen und die neue Optik so reizvoll sind, dass sie in nächster Zeit umsteigen wollen.“ Bis dahin solle man beobachten, wie sich das neue System entwickele.

Windows 10: Wie schnitten die Betriebssysteme im Vergleich ab?

Die Prüfer der Stiftung Warentest wollten wissen, ob Windows 10 leistungsstärker ist als Windows 7. Ergebnis: „Zwar bootet der gleiche Rechner mit Windows 10 deutlich schneller als mit Windows 7, beim Kopieren von Datei-Ordnern ist Windows 10 hingegen auf dem Testgerät langsamer.“ Beim Kopieren eines 100-Megabyte großen Ordners habe der Windows-10-Rechner im Test doppelt so lange gebraucht. Bei normaler Benutzung sei dieser Unterschied aber eher weniger spürbar. Insgesamt hätten alle Test-Computer mit Windows 10 stabil und schnell gearbeitet. Bei der Akkulaufzeit zeige Windows 10 sogar bessere Werte.

Ist ein Wechsel auf Windows 10 sinnvoll, wenn auf meinem Rechner Windows 8 läuft?

Auch hier lohnt es sich zu warten: „Wer zufrieden ist und ein stabiles System nutzt, hat keine Eile und muss nicht sofort upgraden“, raten die Tester.

Windows 10: Was ist bei der Installation zu beachten?

Die Experten der Stiftung haben unter anderem ein drei Jahre altes Notebook von Windows 7 auf Windows 10 umgestellt. Das alte Betriebssystem hat die neue Version im Hintergrund heruntergeladen, ohne dass der Nutzer davon besonders viel bemerkt hat. Je nach Gerät habe das zwischen 21 und 74 Minuten gedauert. Der Upgrade-Prozess sei meist problemfrei verlaufen. „Trotzdem empfiehlt es sich, vor der Umstellung Daten und Programme zu sichern.“ Denn wenn beim Umstieg doch etwas schief gehe, seien die Daten im schlimmsten Fall weg.

Wo liegen die Tücken von Windows 10?

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hatte jüngst vor einer „Überwachung bis zum letzten Klick“ gewarnt und im Zusammenhang mit Windows 10 von „einer Art privaten Abhöranlage“ gesprochen. Denn das Betriebssystem werte beispielsweise Name, Alter, Geschlecht, Standort, gekaufte Digitalgüter und teilweise auch aufgerufene Webseiten oder Suchbegriffe aus. Die Stiftung Warentest warnt davor, sich bei der Installation zu schnell durchzuklicken: Wer unter der Überschrift „Schnell einsteigen“ die Express-Einstellungen akzeptiere, nehme in Kauf, dass der Rechner Kontakt- und Kalenderdetails, den Standort und eine Werbe-ID an Microsoft sende.

Lässt sich Windows 10 installieren, ohne dass Daten gesammelt werden?

Nutzer sollten bei der Installation die Option „Einstellungen anpassen“ wählen, so die Stiftung Warentest. „Hier hat der Nutzer die Möglichkeit, diverse Einstellungen vorzunehmen.“ Bis auf den „SmartScreen“ könnten hier bedenkenlos alle Reiter deaktiviert werden, um den Datenschutz zu erhöhen.

Lässt sich die Anpassung auch später noch vornehmen?

Auch nach der Installation können Nutzer die Einstel–lungen noch anpassen: Möglich ist das in den „Einstellungen“ unter „Datenschutz“. Hier lasse sich auch regeln, welche Programme und Apps auf die Kamera, den Kalender, die Kontakte, das Mikrofon oder die Bluetooth-Verbindung zugreifen dürfen. Lediglich die „Feedback und Diagnose“-Funktion lasse sich nur einschränken, aber nicht ganz abschalten. Auch darüber würden Nutzungsdaten an Microsoft weitergeleitet. Die Stiftung Warentest rät dazu, die Einstellung „Einfach“ und bei der Feedbackhäufigkeit den Punkt „Nie“ zu markieren. Eine Video-Anleitung hat die Stiftung Warentest auf ihrer Internetpräsenz veröffentlicht (www.test.de).

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