Windows-Fehlermeldungen

- "Schwerer Ausnahmefehler an Adresse 0028:C15D6010" - solche und ähnlich kryptische Meldungen ihres Computers haben wohl die meisten PC-Besitzer schon einmal zur Weißglut gebracht. Meist hilft dann nur ein Neustart oder ein Klick auf die "O.K."-Taste in der Hoffnung, dass sich der Fehler von selbst behebt. Doch mit etwas Nachhilfe aus dem eigenen Rechner oder dem Internet können auch Laien die Bedeutung von Fehlermeldungen verstehen und so dem jeweiligen Problem auf den Grund gehen.

<P>"Grundsätzlich lassen sich Fehlermeldungen unterteilen in Fehler des Betriebssystems und Anwendungsfehler", erklärt Sven Reinhardt vom University Support Center in Karlsruhe. Dieses betreut in Kooperation mit Microsoft europaweit Computersysteme von Hochschulen. Der User könne den Unterschied seit dem Betriebssystem Windows NT in der Ereignisanzeige ablesen, einem Programm, das alle laufenden Prozesse und eventuelle Fehler protokolliert. Hier werden die aufgetretenen Fehler erklärt. Das Programm lässt sich über den Befehl "eventvwr" im "Ausführen"-Dialogfeld aufrufen und bietet Links zu weiterführenden Artikeln des Microsoft Supports.</P><P> </P><P>Dieser ist im Internet unter http://www.microsoft.de/supporterreichbar, die Artikel finden sich in der "Knowledge Base". Zudem gibt es nach Angaben von Jörg Lorbeer vom technischen Microsoft Support in Unterschleißheim bei München Newsgroups, in denen sich der Nutzer Rat von anderen Anwendern holen kann. Zusätzlich könne sich der Kunde per Telefon-Hotline an die Servicestellen wenden. Wichtig sei dabei, die Fehlermeldung komplett aufzuschreiben. "Die meisten machen den Fehler, dass sie die Fehlermeldung sofort wegklicken oder nur die ersten zwei Wörter aufschreiben."</P><P> </P><P>Wird als Fehlermeldung nur ein Zahlenwert angezeigt, lässt sich dieser meist leicht in eine handfeste Meldung umwandeln. Dazu gibt der Nutzer in der MS-DOS-Eingabeaufforderung den Befehl "NET HELPMSG" und die Nummer des Fehlercodes ein und erhält dann eine vollständige Meldung. Wem diese zu knapp ist, der könne mit dem Windows-Programm "Regedit" Änderungen in der Registrierung vornehmen, um sich genauere Statusmeldungen ausgeben zu lassen, sagt Sandro Wefel vom Institut für Informatik der Universität Halle.</P><P> </P><P>"Man kann den Computer so einstellen, dass er beim Hochfahren Protokolle über die ausgeführten Aktionen auswirft." Anfänger sollten dabei jedoch vorsichtig sein, denn eine fehlerhafte Registrierung kann den gesamten Computer lahm legen. Wichtig ist es daher, bei Änderungen in der Registrierung stets eine Sicherungskopie der Registrierungskonfiguration anzulegen. Im Internet findet der Privatnutzer mit dem "Registry System Wizard" kostenlose Software zur Veränderung solcher Einstellungen.</P><P>Außerdem existieren im weltweiten Netz spezielle Seiten, die Informationen über Fehlermeldungen bereitstellen. So gibt es unter http://www.fehlermeldungen.de Listen von Fehlercodes der gefürchteten Ausnahmefehler und Beschreibungen dazu. Zusätzlich beantworten User Fragen zu Fehlermeldungen im Forum.</P><P> </P><P>Axel Hoogestraat, Mitarbeiter der Seite, rät Nutzern generell, die mögliche Ursache des Fehlers einzugrenzen, um gezielt nach Lösungen suchen zu können. "Zunächst sollte sich der Anwender die Frage stellen: Wann tritt der Fehler auf? Erscheint er beispielsweise immer wieder beim gleichen Vorgang, bei der Verwendung der gleichen Software oder Hardware, kann man recht zweifelsfrei den Verursacher lokalisieren und nach der Lösung des Problems suchen."</P><P>Die klassischen Schrecken unter den Fehlermeldungen sind jedoch nach Wefels Angaben unter den neueren Betriebssystemen Windows NT, 2000 und XP weitgehend von der Bildfläche verschwunden. "Die Ausnahmefehler mit Bluescreen stammen aus der Zeit von Windows 95 bis ME. Damals konnte ein Fehler einer Anwendung viel leichter das ganze Betriebssystem zum Abstürzen bringen."</P><P> </P><P>Sollten die Fehlermeldungen tatsächlich einmal "aussterben", könnte es sogar Anwender geben, die sie schmerzlich vermissen. Denn im Internet sind sie zum Kult geworden. So laden zahlreiche Homepages mit ironischen Kommentaren zu Fehlermeldungen wie "Ein unerwarteter Fehler ist aufgetreten - gibt es dann etwa auch erwartete?" zum Schmunzeln ein. Ein kostenlos herunterladbares Programm namens "Winfehler" blendet regelmäßig scherzhafte Fehlermeldungen ein. Und schwere Ausnahmefehler gibt es auch als Handylogo.</P><P> </P><P>Informationen im Internet: Erklärungen zu Fehlermeldungen gibt es unter www.fehlermeldungen.de , häufig gestellte Fragen zu Windows beantwortet die Seite www.winfaq.de , Tipps zur Fehlerbehebung sind unter http://www.wintotal.de  erhältlich, ein Scherz-Programm mit Fehlermeldungen lässt sich unter www.winfehler.de  herunterladen. </P><P> </P><P>Newsgroups bei Microsoft: http://support.microsoft.com/newsgroups  , Telefon-Hotline: 0180/567 22 55. </P>

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