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Viele Kfz-Versicherungen werden in diesem Herbst erneut die Prämien anheben. Experten erwarten allein im Neugeschäft im Schnitt ein Plus von vier bis fünf Prozent. Wer seinen Anbieter wechselt, kann jedoch Geld sparen.

Vergleichsportal Check24

„Wir haben keine Angst vor Google“

München - Wer eine günstige Kfz-Police oder einen neuen Stromanbieter sucht, nutzt ein Vergleichsportal im Internet. In das lukrative Geschäft will auch Google einsteigen – zum Ärger von Portalen wie Check24.

Die Gerüchte kursieren seit Jahren. Inzwischen ist es jedoch nur noch eine Frage der Zeit, dass Google auch in Deutschland Versicherungsvergleiche anbietet. In Großbritannien ist der Marktführer unter den Internet-Suchmaschinen bereits seit knapp zwei Jahren im Geschäft. Im August startete Google ein Kfz-Vergleichsportal in Frankreich. In Deutschland laufen offenbar seit Monaten Gespräche mit Versicherungen. Experten rechnen nun 2014 mit dem Start.

„Wir haben keine Angst vor Google, aber wir nehmen das natürlich sehr ernst“, sagt Björn Weikert, Finanzchef von Check24. Das Münchner Unternehmen ist Marktführer beim Kfz-Versicherungsvergleich. Rund 620 000 Policen wurden im Geschäftsjahr 2012/2013 über das Internetportal abgeschlossen. In diesem Jahr sollen es rund 750 000 Verträge sein. Zu Umsatz- und Gewinnzahlen äußert sich Check24 grundsätzlich nicht. Branchenkenner gehen allerdings davon aus, dass für jede abgeschlossene Kfz-Police etwa 80 bis 100 Euro Provision fließen.

Bietet Google künftig einen eigenen Versicherungsvergleich an, dürfte das Check24 sehr schmerzen. Schon heute verdient die Internet-Suchmaschine am Versicherungsgeschäft mit. Wer bei der Suchmaschine gestern Nachmittag etwa die Begriffe „kfz“ und „Versicherung“ eingab, bekam als obersten Treffer Check24, dahinter das Konkurrenzportal Transparo und die Versicherung Directline. Die Reihenfolge ist kein Zufall. Google verkauft die Spitzenplätze als Anzeige. Was Check24 für den Spitzenplatz zahlt, will Finanzchef Weikert nicht verraten. Nur so viel: Rund um den Kündigungsstichtag für Kfz-Policen Ende November werden für jeden Klick auf einen der Top-Platzierten bis zu zehn Euro fällig. Um Kunden auf die eigenen Seiten zu lotsen, bleibt Vergleichsportalen allerdings kaum etwas anderes übrig, als teure Anzeigen bei Google zu schalten.

„Deutschland ist Google-Land“, sagt Geschäftsführer und Check24-Mitbegründer Henrich Blase. Der Marktanteil der Google-Konkurrenz sei minimal. Startet das US-Unternehmen in Deutschland ein Kfz-Versicherungsportal, dürfte dies bei der Suchmaschine ebenfalls einen Spitzenplatz einnehmen – und damit Kunden abziehen.

Blase sieht die neue Konkurrenz dennoch betont gelassen. „Wir rechnen seit Jahren mit einem Markteintritt von Google und haben uns vorbereitet.“ Dazu gehört, dass sich Check24 bemüht, mit Werbung ein eigenes Markenprofil aufzubauen. Denn wer direkt auf die Check24-Seite geht, spart dem Unternehmen viel Geld. Hinzu kommt: Das Münchner Portal setzt auf persönliche Beratung. Von den rund 500 Beschäftigten arbeitet etwa die Hälfte im Callcenter. „Google wird dies sicher nie anbieten“, betont Blase.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Unklar ist auch, wie viele Versicherer bei einem Google-Vergleichsrechner mitziehen. Mit Transparo bieten etwa die Versicherungen HDI, Huk-Coburg und WGV bereits ein eigenes Portal an. Manch Versicherer fürchtet auch, Google könnte über einen Vergleichsrechner wichtige Kundendaten sammeln. Der Start des neuen Google-Portals könnte sich also noch mal verzögern.

Steffen Habit

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