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Ernsthafter WhatsApp-Konkurrent oder Eintagsfliege? Der neue Messenger Wire.

Neue Konkurrenz-App

Wire - löst dieser Messenger WhatsApp ab?

Berlin - Download ab sofort möglich: Das neue Chatprogramm Wire aus Berlin will den Markt stürmen und WhatsApp vom Thron stoßen. Das kann der Messenger.

Threema, Line, Facebook-Messenger, Skype & Co. -  die Welt der Chatprogramme wächst und wächst. User haben die Qual der Wahl. Oder sie installieren einfach gleich mehrere Dienste auf ihren mobilen Geräten. Ganz egal. Es existieren keine Grenzen. Nur Vorlieben.

Am höchsten bei den Nutzern im Kurs steht WhatsApp. Rund 600 Millionen Kunden kommunizieren über diese Plattform. WhatsApp ist scheinbar das Must-Have.

Aber die Konkurrenz schläft nicht. Der nächste Anbieter betritt die Messaging-Welt: Seit diesem Mittwoch steht Wire zum Download bereit. Die kostenlose App ist mit iPhones, iPads, Macs und Android-Geräten kompatibel. Nur Windows-User müssen sich noch gedulden. Die Version soll voraussichtlich noch folgen.

Wire: Modernes und übersichtliches Layout

Wire läuft auf vielen Geräten. Nur Windows-User müssen sich noch gedulden.

40 Programmierer tüftelten in Berlin an Wire, dessen Firmensitz in der Schweiz ist. Wie bei der Konkurrenz ist es möglich, Nachrichten, Fotos und Videos zu versenden oder in Gruppen zu chatten. Um aber im großen Becken der Messenger-Dienste vornewegzuschwimmen und vor allem den User-Favoriten WhatsApp auf Tauchgang zu schicken, haben sich die Entwickler einiges einfallen lassen.

Und trumpfen mit einem modernen und übersichtlichen Layout und technischen Verbesserungen auf. Zum Beispiel gibt es zwar noch keine Video-Telefonie, dafür fallen bei den Gesprächen keine Gebühren an. Eine eigens entwickelte Audio-Technologie macht's möglich.

Damit stellt Wire seinen Rivalen WhatsApp ins Abseits. Bei dem begehrten Programm läuft das Gespräch über das Mobilfunknetz und kann je nach Vertrag Kosten verursachen.

Sicherheitsaspekt unterscheidet Wire von WhatsApp

Wire gibt es als Gratis-Download. Das soll laut Unternehmen auch so bleiben und kein Nutzer-Fangmittel sein. Bei WhatsApp hingegen muss der User eine Jahresgebühr bezahlen. Allerdings plant auch Wire in Zukunft Premium-Dienste anzubieten, die nicht kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Was Wire noch von seinem größten Kontrahenten unterscheidet, fällt ins Gewicht: der Sicherheitsaspekt. Erstens werden keine Nutzerdaten an Werbetreibende weiterverkauft, zweitens sind Telefonate Ende-zu-Ende verschlüsselt, Chatnachrichten transportverschlüsselt.

Auch in diesem Punkt verschafft sich Wire einen Pluspunkt gegenüber WhatsApp, das trotz Ankündigung noch nicht über eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verfügt. Die Macher des neuen Chatprogramms versichern, dass alle Interaktionen den europäischen Datenschutzgesetzen und Vorschriften entsprechen.

Wire: Musik und Videos werden direkt in Nachrichten eingebunden

Auch an den Tools wurde eifrig gefeilt. Musik von Sound-Cloud und Videos von YouTube zu verschicken. Das anzubieten, ist kein Meisterwerk. Der Fortschritt liegt im Detail: WhatsApp versendet immer als extra Datei. Das schluckt Speicherplatz.

Kapazitätsschonender funktioniert das Ganze bei Wire, wo Musik und Videos direkt in die Nachrichten eingebunden werden. Der Haken daran: Zum Start unterstützt der Messenger auch nur die beiden Plattformen.

Skype-Gründer gehört zu Wire-Unterstützern

Die Entwickler von Wire lassen keinen Zweifel. Sie wollen in den Messenger-Olymp. Dennoch verstecken sie ihren Webauftritt. Wer ihn sucht, muss die Adresse kennen. Mit Suchbegriffen kommt man nicht weit. Trotzdem stehen die Voraussetzungen nicht schlecht, WhatsApp den Rang abzulaufen. Schon allein, weil sich das Entwickler-Team aus ehemaligen Experten aus Firmen wie Apple, Nokia, TextSecure und Microsoft zusammensetzt. Skurril: Ausgerechnet Skype-Mitgründer Janus Friis gehört zu den Unterstützern von Wire.   

Ob der neue Dienst tatsächlich WhatsApp das Wasser reichen und Nutzer abziehen kann, bleibt abzuwarten. Schließlich richten sich viele bei der Auswahl danach, welche Plattformen Freunde, Familie oder Bekannte verwenden.

Allerdings hat in der vergangenen Zeit das Ansehen von WhatsApp schwer gelitten. Eine Welle an Kritik und Empörung brach über das Programm herein, weil es eine Lesebestätigungeinführte. Blaue Hakenals Kontrollmittel, das geht gar nicht, echauffierten sich die Nutzer. Die Reaktion folgte prompt. WhatsApp erlaubt den Usern mit einem Update nun auch das Abschalten der Blauen Haken. Fehler wie diese darf sich Wire nicht erlauben.  
mas  

   

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