Wirksamkeit von Fischtherapie gegen Schuppenflechte untersucht

- Wien - Ärzte in Wien haben einen weiteren Beleg für die Wirksamkeit der Behandlung von Schuppenflechte mit einem so genannten Knabberfisch erbracht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur APA konnten die Wissenschaftler bei über 90 Prozent der in einem Pilotprojekt behandelten 67 Patienten "guten bis sehr guten Therapieerfolg feststellen".

87 Prozent der Patienten gaben der Fischtherapie gegenüber den früher durchgemachten Therapieformen den Vorzug. Bei der Behandlung wurde eine rötliche Saugbarbe (Garra rufa) eingesetzt.

Schuppenflechte oder Psoriasis ist eine chronische Hauterkrankung, an der etwa zwei Prozent der Bevölkerung in westlichen Ländern leiden. Sie gilt bisher als unheilbar. Für den Pilotversuch badeten die Patienten, die unter einer ausgeprägten Schuppenflechte litten, drei Wochen lang etwa zwei Stunden täglich mit etwa 200 der Fische in speziellen Therapiewannen. Die Tiere entfernen dabei die Hautschuppen der betroffenen Patienten. Anschließend erhielten die Patienten eine kurze UV-Bestrahlung im Solarium sowie Hautpflegecremes.

Es sei "ein guter bis sehr guter Therapieerfolg festzustellen", sagte der Mediziner und Biologe Martin Grassberger von der Universitätsklinik Wien. Diese Patienten berichteten nach der Behandlung über eine Symptomfreiheit von achteinhalb Monaten. Die Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Evidence Based Complementary and Alternative Medicine" publiziert.

"Einschränkend muss gesagt werden, dass diese Studie nur Patienten beinhaltete, die sich nach zahlreichen schulmedizinischen Therapieversuchen dieser durchaus kostenintensiven Therapieform unterzogen. Wir haben es daher mit einem hoch selektierten Patientengut zu tun", sagte Grassberger. Einen endgültigen Vergleich zu medikamentösen und anderen Therapien können nur neue wissenschaftliche Untersuchungen mit mehreren Patientengruppen bringen, die unterschiedliche Behandlungsformen erhielten.

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