Wie Wissen verwertbar wird

- Satelliten, die mit Keramik-Teilen aus Bayern in den Weltraum fliegen. Krebskranke, mit vor kurzem noch nicht operierbaren Tumoren, die ein Münchner Krankhaus geheilt verlassen: Ohne die Bayerische Forschungsstiftung wären viele solcher Ergebnisse moderner Wissenschaft nur schwer finanzierbar. Seit 15 Jahren fördert die Stiftung Projekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse wirtschaftlich nutzbar macht. Seit ihrer Gründung flossen insgesamt 370 Millionen Euro in mehr als 400 Projekte.

Wirtschaft verhindert "theoretische Spielereien"

Das Konzept der bundesweit einmaligen Stiftung ist in den Augen des bayerischen Wissenschaftsministers Thomas Goppel ein "Erfolgsmodell". "Wissenschaft und Wirtschaft - das ist das Traumpaar unseres Landes", sagte der bayerische Wissenschaftsminister anlässlich des Jubiläums. Die Projekte verbinden universitäre Forschung mit der Industrie. Der Freistaat finanziert höchstens die Hälfte des Forschungsvorhabens. Den Rest schießen die beteiligten Firmen zu. In 15 Jahren waren das etwa 440 Millionen Euro. "Wenn eine Firma dazu bereit ist, kann es sich nicht um theoretische Spielereien handeln", sagt Stiftungs-Präsident Professor Joachim Heinzl.

Mit den Ergebnissen zeigen sich Staat, Wissenschaft und Wirtschaft zufrieden: So wurden über die Hälfte der Projekt-Ergebnisse zum Patent angemeldet. Es entstanden 443 neue Arbeitsplätze, 1863 wurden gesichert.

Gefördert werden technologische Projekte aller Art, von Medizin über Informations- bis zu Nanotechnologie. Zum Jubiläum präsentierte die Staatsregierung einige Erfolgsgeschichten: Leuchtet das Cockpit im Auto blau, hat vielleicht die Bayerische Forschungsstiftung ihre Finger im Spiel. Das beruhigende Licht entsteht mit Hilfe von Siliziumkarbid-Substraten. Diese sind jedoch äußerst schwer zu züchten. Sie entstehen nur bei geringem Druck und Temperaturen von mehr als 2000 Grad. Mit Fördermitteln der Stiftung und Hilfe der Universität gelang der Erlanger Firma SiCrystal AG vor wenigen Jahren ein Durchbruch in der Herstellung. Heute ist das Unternehmen europäischer Marktführer und blickt stolz auf einen Jahresumsatz von 7 Millionen Euro.

TU-Mediziner entwickelten "OP-Saal der Zukunft"

Auch der Medizin hilft die Stiftung bei Entwicklungen: Im Klinikum rechts der Isar entstand ein "OP-Saal der Zukunft". Hier operieren zwei Ärzte im "Rendezvous-Verfahren" an einem Patienten. Mit schonenden Methoden der so genannten "Schlüsselloch-Chirurgie" entfernen sie Darm-Tumoren ohne großen Bauchschnitt. Selbst fortgeschrittene Tumoren der Leber, die man noch vor kurzem nicht operieren konnte, machen moderne Methoden behandelbar. Ein Computerprogramm errechnet, ob der Patient mit der Restleber überleben kann. Die Ergebnisse der neuen Forschung haben bereits Menschen das Leben gerettet.

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