"Wissenschaft soll dem Frieden dienen"

- Tahmineh Pourrostami passt so gar nicht in das Bild, das dieser Tage in den Medien von ihrem Heimatland Iran gezeichnet wird. "Wissenschaft soll dem Frieden und dem Wohl der Menschen dienen", betont die 24-jährige Promotionsstudentin von der Technischen Universität München (TUM). Im Iran hat sie zunächst Chemie studiert, dann an der TUM einen Master in Physik gemacht.

Weil sie in den Prüfungen im Masterstudiengang überdurchschnittlich abgeschnitten hat und sich außerdem für die Betreuung anderer ausländischer Studenten einsetzt, hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) Tahmineh Pourrostami jetzt ausgezeichnet.

Die Kommilitonen stellen viele Fragen

Mit dem Preis werden jährlich ausländische Studenten in Deutschland geehrt, die außer guten Studienleistungen auch soziales Engagement zeigen. Pourrostami beantwortet neben ihrem Studium Anfragen von Studenten, die über einen Auslandsaufenthalt in Deutschland nachdenken. Zudem ist sie Ansprechpartnerin für ausländische Studenten - von Studienbedingungen bis hin zu Fragen über die Laborausstattung.

Natürlich bekomme sie zurzeit auch viele Fragen über ihre Heimat gestellt, sagt die Preisträgerin. Doch Vorbehalte seitens ihrer Mitstudenten habe es nie gegeben. "Jeder ist ja ein Individuum", meint Pourrostami. "Selbst wenn jemand eine schlechte Meinung vom Iran hat, muss das ja nicht das Bild, das er von mir hat, beeinflussen."

Vor zwei Jahren kam Tahmineh Pourrostami nach München. "Viel Gutes" habe sie vorher über die Stadt gehört und im Masterstudiengang "Engineering Physics" eine große Chance für sich gesehen.

Zwar sprach sie damals kein Wort Deutsch, doch das war im Studium kein Problem, wird doch der Master komplett auf Englisch abgehalten. Mittlerweile spricht Pourrostami die Muttersprache ihrer hiesigen Kommilitonen fließend, hat einen Salsa-Kurs gemacht und München schätzen gelernt. "Die Stadt ist groß genug, um einen zu unterhalten, aber es gibt hier nicht die typischen Probleme anderer Großstädte", sagt sie.

In drei bis vier Jahren, schätzt Tahmineh Pourrostami, wird sie ihre Promotion abgeschlossen haben. Was danach kommt, sei noch völlig offen. "Das hängt von zu vielen Faktoren ab." Gut möglich sei es aber, dass sie dann in den Iran zurückkehrt.

Gleich, wie ihre Zukunft einmal aussehe, eines stehe für sie fest, sagt Pourrostami: "Bestimmte Dinge sollten getrennt bleiben. Zum Beispiel Wissenschaft und Politik."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Darum sollten Sie diese beliebte Foto-App nicht nutzen
München - Die App „Meitu“ bietet besondere Möglichkeiten der Bildbearbeitung. Die sozialen Medien toben sich damit gerne aus. Doch für die neuen Filter zahlt man einen …
Darum sollten Sie diese beliebte Foto-App nicht nutzen
Verlage können Hörbücher direkt Apple anbieten
Hörbücher aus dem iTunes-Store bezieht Apple nun nicht mehr ausschließlich von Audible. Das ergaben Verfahren der EU-Kommission und des Bundeskartellamts gegen …
Verlage können Hörbücher direkt Apple anbieten
Darum sollten Sie auf Selfies nie diese Geste machen
München - Sind Selfies gefährlich? Japanische Forscher haben herausgefunden, dass das Handy-Selbstportrait in Kombination mit einer beliebten Geste zum Sicherheitsrisiko …
Darum sollten Sie auf Selfies nie diese Geste machen
Neue Smartphones und virtuelle Displays
Man könnte meinen, auf dem Tisch steht nur ein schnöder Toaster. Doch dahinter steckt der Xperia Projector von Sony. Er wirft Bedienoberflächen an die Wand. Neben diesem …
Neue Smartphones und virtuelle Displays

Kommentare