Die WLAN-Spähaktion von Google - ein Kommentar

"Don’t be evil!“, lautet das hehre Firmenmotto des Suchmaschinenriesen Google, zu Deutsch „Tu’ nichts Böses!“. Dieser Spruch sei ziemlicher Bockmist, sagte Steve Jobs, Boss des Google-Konkurrenten Apple, vor ein paar Wochen.

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Vielleicht wusste Jobs da ja schon, was Google-Entwicklungschef Alan Eustace am Wochenende sehr kleinlaut zugeben musste: Der Internet-Konzern hat über Monate hinweg Datenschnipsel aus privaten WLAN-Funknetzen gespeichert. Und zwar nicht, weil andere das auch tun, wie es zunächst hieß. Sondern weil der unsichtbare WLAN-Zugriff aus den schwarzen Google-Autos, die doch eigentlich „nur“ Deutschlands Häuser und Vorgärten abfotografieren, irgendwie mit durchgerutscht ist. Uuupps!

Alles erst gemerkt, als deutsche Datenschützer mal auf den Busch geklopft haben? Dumm gelaufen, tut uns ganz furchtbar leid? Das glaube, wer will. Wenn einer der größten Datenstaubsauger des Internets derart hemdsärmelig mit dem Datenschutz umgeht, kann die Konsequenz nur heißen: Auf diesen Busch muss weiter geklopft werden.

Und: Gesundes Misstrauen gegenüber Datensammlern ist erste Surferpflicht. Etwa nach dem Motto: „Lass dich von treuherzigen Sprüchen nicht einlullen!"

Von Wolfgang Riek

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