Wohngemeinschaft mit viel Privatsphäre

- Für Manuela Sailer ist das Sommersemester noch nicht zu Ende. In ihrer gemütlichen Bude im Studentenwohnheim am Felsennelkenanger lernt sie griechische Vokabeln - sie hat noch Prüfungen zum "Greacum" vor sich. Diese Qualifikation braucht die Philosophiestudentin für ihr Studium.

Karteikarten liegen auf ihrem Tisch, dazwischen finden sich Bücher über Philosophie. Manuela Sailer hat die Heizung aufgedreht. "Viel Bewegung bekomme ich zurzeit nicht", erzählt sie und zieht ihre Jacke enger zusammen. Seit einem dreiviertel Jahr wohnt die 22-Jährige nun am Felsennelkenanger, einem Wohnheim, das sich über 250 Meter hinweg am Nordwestrand der ehemaligen Panzerwiese erstreckt. Es ist leicht zu erkennen an den markanten Balkonen, die im Rot von Felsennelken gehalten sind.

545 Studenten wohnen dort. Manuela Sailer war eine der ersten, die gleich nach der Fertigstellung einzogen ist. Ihren Platz hat sie bei einer Verlosung gewonnen. Vier Jahre wird sie jetzt dort leben. "Als wir hier einzogen sind, hat keiner keinen gekannt, aber das hat sich sehr schnell geändert", sagt sie. "Meistens treffen wir uns in einer der beiden Gemeinschaftsküchen auf dem Stockwerk." Dort wird oft zusammen gekocht, oder einfach nur der neueste Klatsch ausgetauscht.

In dem Haus gibt es die verschiedensten Wohnformen. Familien mit Kindern leben im Erdgeschoss. Darüber befinden sich die Einzelzimmer, von denen Manuela Sailer eines bewohnt. In den Türmen des Gebäudes gibt es noch Wohngemeinschaften. Hier teilen sich sechs Leute ein Bad und eine Küche. Zusammen nutzen alle Bewohner die Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss und unter dem Dach. Dort befinden sich auch Terrassen, auf denen vor allem gegrillt wird.

Manuela Sailer hat sich in München auch die anderen Studentenwohnheime angeschaut. "Die Bungalows im Olympiadorf haben mir ganz gut gefallen", erzählt sie, aber letztendlich ist sie froh dass sie am Felsennelkenanger ,gelandet‘ ist. "Viele der anderen Wohnheime, die ich gesehen habe, sind schon sehr hellhörig", meint sie. "Wenn ich in meiner Wohnung die Türe schließe, um zu lernen, bin ich wirklich ungestört", meint sie. "Der Architekt hat sich hier schon was gedacht."

Doch der Komfort hat auch seinen Preis: Knappe 270 Euro muss die Philosophiestudentin monatlich berappen, für ein 14 Quadratmeter großes Zimmer mit eigenem Bad.

Darum arbeitet sie nebenbei in einer Sozialeinrichtung, und sie verdient auch als Tutorin dazu. Als Tutorin organisiert sie das Gemeinschaftsleben im Wohnheim. "Große Urlaube sind zurzeit nicht drin, denn das Leben in München ist schon recht teuer."

Nicht weit vom Wohnheim entfernt liegen der Lerchenauer See und der Fasaneriesee. "Dort kann man schnell im Sommer mit dem Rad hinfahren und schön baden gehen." Doch bevor die Badeseen rufen, gilt es, das "Graecum" zu bestehen. Manuela Sailer hat wieder die Karteikarten in die Hand genommen. "Leicht wird der Test nicht", vermutet sie, ist aber fest entschlossen, ihn gleich beim ersten Mal zu bestehen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wieder Störung im Vodafone-Netz - 1.900 Beschwerden seit Samstagmorgen
Münchner Kunden klagen über Störungen beim Provider Vodafone. Internet- und Fernsehdienste sind betroffen.
Wieder Störung im Vodafone-Netz - 1.900 Beschwerden seit Samstagmorgen
Nächstes Android soll Kamera- und Mikrofonzugang beschränken
Gute Nachrichten für Android-Nutzer: In der kommenden Version des Betriebssystems wird darauf Wert gelegt, dass Apps nicht dauerhaft auf Mikrofon und Kamera zugreifen …
Nächstes Android soll Kamera- und Mikrofonzugang beschränken
Spiele-Charts: Von Herzklopfen und Prügelknaben
Gegensätzlicher könnten die Vorlieben der iOS-Gamer kaum sein: Während die einen derzeit einer interaktiven Bilderbuchromanze verfallen sind, bringen die anderen …
Spiele-Charts: Von Herzklopfen und Prügelknaben
Top-Apps: Medaillenfieber und der perfekte Schlag
In Pyeongchang ‎regnet es derzeit Medaillen. Auch die App Charts stehen diese Woche ganz im Zeichen der Olympischen Winterspiele und deren Übertragung. Denn besonders …
Top-Apps: Medaillenfieber und der perfekte Schlag

Kommentare