Wohngemeinschaft im XXL-Format

- Cafés und Kneipen, Bistros und Diskos, Stockwerk-Feste und Mega-Partys: Das ist die "StuSta", Deutschlands größte Studentensiedlung in München-Freimann. Das sind fast 2500 Studierende auf 14 Häuser verteilt - in Altstadt und Neustadt, in Hochhäusern und Wohnanlagen. Eine eigene kleine Welt - mit Fußballmannschaft und Rugby-Team, Kinosaal und Uni Magazin: "StuLife" eben - Studentenleben total.

"Hier ist es quasi wie in einer WG, nur dass jeder seine eigene Wohnung hat", sagt Michaela Niedermaier. Die 25-jährige Soziologie-Studentin wohnt im zwölften Stock des Hanns-Seidel-Hauses, dem größten Hochhaus der Anlage. Viel Platz gibt es in ihrem zwölf Quadratmeter großen Appartement nicht. Im Flur steht eine Kochnische, rechts geht es in die Nasszelle.In eine Ecke des Wohn- und Schlafzimmers hat sie einen Sessel gestellt, dahinter ist ein Klapptisch versteckt. Doch diesen braucht sie fast nie, denn gegessen wird sowieso woanders. "Im Sommer wird oft unten gegrillt", sagt Michaela und zeigt aus dem Fenster auf die Grünanlage, auf der es sich einige Studenten in der Mittagssonne gemütlich gemacht haben.Wie so oft hat die 25-Jährige gerade Besuch. Manuel Bollgrün ist vorbeigekommen. Der 23-jährige Maschinenbau-Student wohnt gleich um die Ecke in einer der kleinen Wohnanlagen. Fast täglich treffen sich die beiden zusammen mit dem Rest der Clique auch im Gap, dem Gemeinschaftsappartement, das sich 32 Studenten pro Stockwerk teilen. Ein Raum, voll gestellt mit Sofas, Pflanzen, Stereoanlage, Fernseher, Mikrowelle, Kühlschränken und jeder Menge Leergut. Vor allem im Winter verbringen sie ihre Abende dort und spielen Karten. "Hier bleibt fast keiner auf dem Zimmer sitzen", sagt Michaela. Aber "einige Wohnleichen" gebe es doch, fügt Manuel hinzu. Allerdings nicht auf dem zwölften Stock, denn dieser verwandelt sich regelmäßig in eine Partymeile. Wenn's mal nicht so laut sein soll, geht es in den Biergarten. Nicht irgendeinen, sondern Münchens höchsten im 19. Stock.Von der Partymeile zum Biergarten im 19. Stock

Nochmal zwei Stockwerke höher ist das "Manhattan". Dorthin zieht es Manuel Bollgrün und seine Rugby-Kollegen immer nach dem Training. Die Mannschaft ist im vergangenen Jahr in die zweite Bundesliga aufgestiegen. Außerdem engagiert sich der 23-Jährige für das Uni Magazin "StuLife", das mittlerweile eine Auflage von 20 000 Exemplaren erreicht hat."Gehen wir unten Kaffee trinken", fragt ihn Michaela und geht zum Lift. In der "TribüHne" treffen die beiden einige Kommilitonen. Erst seit April ist Eugen Keler in der "StuSta" und findet's "einfach super". Doch ein kleines Problem hat er trotzdem: "Wenn nicht alle so nett wären, könnte ich mich mehr auf mein Studium konzentrieren", sagt der 24-jährige Architektur-Student.Nun ja, wie wahr, stimmen die anderen zu: Nicht nur, dass man "am Gap einfach nicht vorbeikommt" und "irgendwo immer irgendwelche Partys steigen", ist auch noch einmal im Jahr vier Tage lang Dauerparty angesagt: nämlich beim "StuStaCulum" - laut Veranstalter das größte studentisch organisierte Theater- und Musikfestival Deutschlands."Man kann es sich sicher ein paar Wochen geben, aber während der Prüfungen muss dann gut sein", sagt Manuel zur Ehrenrettung. Nur gut, dass er seine Prüfungen jedoch schon hinter sich hat. Deshalb geht es für ihn an diesem Tag auch ganz entspannt in den Englischen Garten. Und wer weiß: Vielleicht findet auch wieder irgendwo irgendeine Party statt.

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