Wohnungs-Lotto zum Semesterbeginn

- Neue Wohnung, neue Freunde, die erste Vorlesung - der Studienbeginn ist für junge Menschen ein tiefer Einschnitt im Leben. Wir begleiten einen Physik-Studenten im ersten Semester und eine spanische Erasmus-Studentin bei ihren ersten Schritten in München.

Für Emmanuel Kampitakis hätte das Studentenleben besser kaum anfangen können. Seit drei Tagen ist der 18-jährige Grieche in Bayern, schon hat er eine Studentenbude. Allerdings hat Kampitakis das Glück geholfen: Sein neues Heim in der Studentenstadt Freimann verdankt er der Zimmerverlosung des Studentenwerks am Erstsemestertag.

Eines der größten Probleme der Studenten in der Landeshauptstadt hat der angehende Physiker damit schon hinter sich. Zahlen verraten, dass es längst nicht allen so geht. 1700 Studenten stehen auf den Wartelisten für einen der 10 200 Wohnheimplätze des Studentenwerks. Bei der Verlosung am Samstag kam nur jeder Vierte zum Zug: 600 hatten sich auf 150 freie Zimmer beworben.

Ob Emmanuel Kampitakis mit seinem Wohnheimplatz und der studentischen Nachbarschaft zufrieden sein wird? Eigentlich wollte er ja "unbedingt alleine wohnen". "Ich bin ein Physik-Fanatiker, ein Freak", verrät der 18-Jährige. Ob die neue Bleibe die nötige Ruhe zu intensivem Lernen bietet: "Mal schaun", meint er. Bis Kampitakis Anfang Oktober einziehen kann, lebt der Sohn einer deutschen Mutter bei seinem Patenonkel am Harras.

Wohnungssuche per E-Mail ein Fiasko

Auch der spanischen Erasmus-Studentin Paz Carreras hat der Erstsemestertag den Start ins Auslandssemester versüßt. "Fantastisch", urteilt die Physik-Studentin aus Barcelona über ihre Bleibe in Deutschlands größter Studentenwohnanlage. Die bisherige Wohnungssuche per E-Mail: Ein Fiasko. "Nur Absagen", erzählt Carreras. Jetzt wohnt die gebürtige Menorceserin nur sechs U-Bahn-Stationen entfernt vom Garchinger TU-Campus, wo sie ab Oktober Physik-Vorlesungen hört.

Wie Kampitakis kann auch sie Anfang nächsten Monats ihr Zimmer in der "Stusta" beziehen. Wo sie bis dahin schläft? Paz Carreras zuckt mit den Schultern und lacht: "Vielleicht unter einer Brücke?"

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