Wolken im Fokus

- Kälte ist kein Problem für Susanne Crewell. Die Professorin, die seit Februar das Team für Strahlung und Fernerkundung in der Meteorologie der LMU leitet, hat schon in der Antarktis geforscht. Damals hat sie Ozonmessungen auf dem weißen Kontinent durchgeführt. Auch die Fotografien, die sie gut gelaunt auf der Zugspitze zeigen, lassen vermuten, dass sich die Professorin im Schnee wohlfühlt.

<P>Heute beschäftigt sich Susanne Crewell mit der Erforschung von Wolken. "Bei Klimaprognosen sind Wolken der größte Unsicherheitsfaktor", sagt Crewell. Diesen Unsicherheitsfaktor würde sie gerne verringern.<BR><BR>Keine leichte Aufgabe. Denn Wolken können sehr unterschiedlich sein und damit mathematisch schwer zu beschreiben. Aber für globale Klimaprognosen, die schon bis zu 100 Jahre im Voraus erstellt werden, spielen sie eine wichtige Rolle, da sie das auf die Erde treffende Sonnenlicht stark beeinflussen aber auch im unsichtbaren infraroten Strahlungsspektrum den Energiehaushalt der Erde mitregulieren. <BR><BR>Wolken kommen als Eis- und Wasserwolken vor mit unzähligen Mischformen und unterschiedlichsten Teilchengrößen, Formen und Höhen, die alle nach ihren eigenen Regeln den Strahlungshaushalt der Erde mitbestimmen. "Eiswolken sind eher schwierig", meint Crewell, "denn die Eis-Partikel in ihnen können von sehr unterschiedlicher Größe und Form sein." Als "unkompliziert" sieht sie die Wasserwolken. "Diese sind etwas einfacher zu modellieren."<BR><BR>Um Wolken besser verstehen zu können, gibt es in Europa schon mehrere Beobachtungsstationen, die sich mit der Wolkenbeobachtung beschäftigen. Im holländischen Wolkenobservatorium Cabauw hat Crewell während ihrer Tätigkeit an der Uni Bonn lange Zeit schon geforscht. <BR><BR>Die Arbeit der europäischen Wolkenforscher zu koordinieren und ein funktionierendes Beobachtungsnetzwerk zu schaffen hat sie sich jetzt zum Ziel gesetzt. Dazu arbeitet sie mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der europäischen Weltraumbehörde (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen. <BR>Durch ihre Wolkenforschung befasst sich Crewell auch mit Fragen der Klimaveränderung auf der Erde. Wie die meisten ihrer Kollegen ist sie überzeugt, dass in den nächsten Jahren eine deutliche globale Erwärmung eintreten wird. <BR><BR>"Selbst wenn der Golfstrom versiegt, werden die Durchschnittstemperaturen auf der Erde weiter steigen", prognostiziert die Meteorologin</P>

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