Das Wunderjahr 1905

- Im kreativen "Wunderjahr" 1905 veröffentlichte Einstein an seinem Wohnsitz Bern fünf Werke mit drei Theorien, die die Welt verändert haben:

Im März erscheint der Artikel "Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichts betreffenden heuristischen Gesichtspunkt" in den "Annalen der Physik" Band 17 (S. 132-148). In dieser Arbeit erklärt der 26-jährige Physiker den photoelektrischen Effekt durch die Annahme, dass Licht nicht nur Strahlungsenergie, sondern auch Teilcheneigenschaften besitzt (Lichtquanten). Und dass die Energie des Lichts direkt mit der Farbe - oder wie der Physiker sagt, mit der Wellenlänge des Lichts - zusammenhängt. Je bläulicher (oder kurzwelliger) das Licht, umso größer ist die Energie eines Lichtquants. Diese Arbeit allein brachte ihm 1921 den Nobelpreis ein.<BR><BR><P> Im April reicht Einstein an der ETH Zürich seine Doktorarbeit ein: "Über eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen." Darin eröffnet er einen neuen Weg zur Bestimmung der Molekülgrösse und der Anzahl von Atomen oder Molekülen in einer definierten Stoffmenge (Avogadrozahl), am Beispiel gelöster Zuckermoleküle. Die Doktorarbeit gehört heute zu den meistzitierten Werken in der Physik überhaupt.<BR><BR> Im Mai beendet Einstein eine Arbeit "Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen" (S. 549-560). Die Arbeit gilt als Meilenstein in der Geschichte der Theorie der Fluktuationen und der statistischen Thermodynamik und hat wesentlich zur Bestätigung der Realität der Atome beigetragen.</P><P> Im Juni erscheint Einsteins vielleicht berühmteste Arbeit "Zur Elektrodynamik bewegter Körper", S. 891-921. Darin präsentiert der Physiker die so genannte spezielle Relativitätstheorie, in der er Raum und Zeit, Geschwindigkeit und Gleichzeitigkeit neu verknüpft.<BR><BR> Kurz darauf erscheint in den "Annalen der Physik" Band 18 (S. 639-641) der Artikel "Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?" Es ist ein Nachtrag zur Relativitätstheorie, mit der berühmtesten Formel der Physik: E=mc2 (die Energie eines Körpers ist das Produkt aus seiner Masse und dem Quadrat der Lichtgeschwindigkeit). <BR></P>

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