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Typosquatter verdienen Geld mit Tippfehlern.

Internetseiten machen viel Geld mit Tippfehlern - Google allein 500 Mio. Dollar

An Wurstfingern verdienen

Unser Gehirn kann Buchstabendreher ausgleichen, wir überlesen sie einfach - ein Browser kann das nicht. Und so reicht ein fehlender Punkt und schon landet der Nutzer etwa über wwwhna.de auf einem Werbe-Portal statt auf HNA.de.

Wer sich derart vertippt, macht unter Umständen Werbeanbieter reich: Laut einer Studie von Harvard-Professor Ben Edelmann verdient allein der Suchmaschinenriese Google eine halbe Milliarde Dollar im Jahr an diesem sogenannten Typosquatting (vom englischen Wort typo für Tippfehler).

Im Fokus dieser Trittbrettfahrer sind hauptsächlich populäre Internetseiten - je öfter eine Adresse eingetippt wird, desto häufiger vertippt sich jemand.

Laut Edelmann und seinen Kollegen gibt es allein zu den 3264 populärsten .com Adressen im Schnitt 280 Seiten, die auf Vertipper spekulieren. Darunter auch twiter.com und www.fcacebook.com. 70 Millionen Menschen verirren sich täglich durch Tippfehler im Netz, haben die Wissenschaftler errechnet. 80 Prozent der Seiten verdienen ihr Geld über Werbung, die per Anklicken bezahlt wird.

Die Mehrzahl der Anbieter schaltet laut der Studie über Googles automatisierte Anzeigenplatzierung „AdSense for Domains“ Werbung. Laut Edelmann nimmt Google auf diese Art eine halbe Milliarde Dollar (367 Mio. Euro) im Jahr ein.

Wollen sich die Besitzer der Originalseite gegen Typosquatter wehren, sind sie bei Google an der falschen Adresse. Der Konzern sei nicht an der Auswahl oder Registrierung dieser Seiten beteiligt, so ein Sprecher von Google Deutschland.

Den Besitzern empfiehlt der Konzern, sich direkt an die Typo-squatter zu wenden. Google sei jedoch bereit „berechtigte Beschwerden in begrenztem Umfang zu untersuchen“.

Im Netzwelt-Blog Basic Thinking heißt es dazu: „Natürlich entfernt Google Werbung von solchen Seiten, wenn sich der Besitzer der richtigen Domain beschwert. Bis dahin gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter.“ Für Unternehmen ist die fremde Werbung aber nicht das größte Problem: 20 Prozent der Typosquattingseiten leiten zu einem Konkurrenzangebot weiter.

Viele große Unternehmen sichern sich daher Adressen mit Tippfehlern, Google selbst etwa www.goolge.de und wwwgoogle.de. Manchmal sind die Typosquatter aber schneller. So gibt es etwa vom Weißen Haus zwei Seiten: Die eine www.whitehouse.gov ist die offizielle, die andere www.whitehouse.org eine satirische.

Von Hannah Cosse

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