Mehr Yahoo-Nutzer sollen ihre Homepage nach eigenen Wünschen gestalten können.

Yahoo will Homepages stärker personalisieren

London. Der Internet-Konzern Yahoo will mit automatischer Personalisierung seiner Homepages seine Marktstellung ausbauen. Bisher hätten nur 15 Prozent der Nutzer ihre Titelseite nach eigenen Interessen gestaltet.

Das sagte Konzernchefin Carol Bartz am Mittwoch im Londoner Museum Tate Modern. Yahoo übernehme dies mit gesammelten Nutzerdaten wie Klickverhalten und besuchten Seiten künftig selbst. „Unsere Zukunft ist die Vermittlung interessanter Informationen in Echtzeit“, sagte Bartz.

„Unsere Mission ist die Kombination Ihrer Welt und der Welt und dem Internet.“ So solle Yahoo wieder das „Zentrum des Online-Lebens der Menschen“ werden. Mit dem „Seiten-Maßschneider“ will Yahoo für Werbekunden, die Haupteinnahmequelle des Konzerns, attraktiver werden, sagte Bartz.

„Männer mögen Werbung auf der linken, Frauen lieben kräftige Farben auf der rechte Seite.“ Nutzerdaten werde das Internet antreiben. Mit Nutzerprofilen wolle der Internetpionier „ein sehr persönliches Erlebnis mit Anzeigenkunden“ schaffen. Der US-Supermarktgigant Walmart habe etwa Mütter wegen deren Konsum-Weisung erreichen wollen.

„Wir fanden 23 Millionen Mütter und sie waren völlig begeistert.“ Beim neuen Nutzererlebnis sollen fehlerhafte Links, unlesbare Seiten und veraltete Inhalte der Vergangenheit angehören, kündigte die Konzernchefin an. Yahoo wolle weltweite Kampagnen und Inhalte für mobile Nutzer aggressiver anbieten.

 Außerdem sollen drei- bis vierminütige „Video-Snacks“ den Konsumappetit der Nutzer anregen. Nach dem Aufschwung auf dem Anzeigenmarkt im Internet stecke die Branche in einer aufregenden Zeit, sagte die US-Amerikanerin.

Neue Konkurrenten und neue Partnerschaften hätten weltweit eine „tektonische Plattenverschiebung“ ausgelöst.

In Deutschland kooperiert der Portalbetreiber mit dem Anbieter AOL. So werden insgesamt mehr als 37 Prozent aller deutschen Internetnutzer erreicht. (dpa)

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