Musik- und Videodienste

Youtube darf GEMA nicht triezen

München - Youtube darf die GEMA laut Gerichtsurteil nicht mehr "mit unsachgemäßen Texten" verärgern.

Jeder kennt sie und jeden ärgern sie: Die Sperrbilder von Youtube, die auf nicht erteilte GEMA-Rechte bei Videos auf Youtube hinweisen. Nun hat die GEMA im Streit um die Formulierung des Texts auf dem Sperrbild einen weiteren Sieg errungen. Der früher verwendete Text darf so nicht weiter verwendet werden. Das entschied das Oberlandesgericht München (OLG) vor einigen Tagen. Das OLG bestätigte damit ein Urteil des Landgerichts München vom Februar 2014. Youtube, das zu Google gehört, hatte dagegen Berufung eingelegt und unterlag nun.

GEMA "ins schlechte Licht gerückt"

Allerdings hatte Youtube seinen Sperrtext in der Zwischenzeit bereits geändert. Wer aus Deutschland ein Video aufruft, das wegen des Streits nicht angezeigt wird, sieht seitdem die Botschaft: „Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, über deren Verwendung wir uns mit der GEMA bisher nicht einigen konnten.“

Davor hatte es geheißen, die Musikrechte seien „von der Gema nicht eingeräumt“ worden. Aus Sicht der GEMA entstand dadurch der Eindruck, die GEMA selbst habe die Sperrungen der Videos vorgenommen. Das habe die Gema öffentlich in ein schlechtes Licht gerückt, erklärte die Gesellschaft am Dienstag. Die Google-Tochter Youtube und die GEMA streiten seit Jahren darum, wie viel Geld Musiker bekommen sollen, wenn ihre Videos online angesehen werden.

Youtube könnte Lizenzen kaufen

Da die GEMA Lizenzen vergeben muss, könnte Youtube diese auch käuflich erwerben. Offensichtlich sind diese dem Unternehmen aber zu teuer. Weshalb die User weiterhin mit Sperrbildern, mit welchem Text darauf auch immer, leben müssen.

dpa/mm

Rubriklistenbild: © dpa

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