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Norman Thavaud scheint mit seinen Videos den humoristischen Nerv französischer Internetnutzer zu treffen.

Norman Thavaud neuer Internetstar

YouTube: One-Man-Show trifft den Humor-Nerv

Paris - Peinlichkeit existiert nicht in ihrem Wortschatz. In Frankreich bringt eine neue Generation von Youtube-Komödianten immer mehr Menschen zum Lachen. Norman Thavaud ist einer von ihnen.

Dialoge mit der Kamera, Rollenspiele vor der Kulisse einer chaotischen Ikea-Wohnung und stets diesen stark verwirrten Out-of-Bed-Look im Gesicht: Norman Thavaud scheint mit seinen Videos den humoristischen Nerv französischer Internetnutzer zu treffen.

Seine One-Man-Show verbreitet der 26-Jährige von Montreuil bei Paris aus über das Internet: Facebook, Twitter, Youtube oder die französische Variante Dailymotion - die Klicks sprengen oft die Fünf-Millionen-Marke. Hemdenträger, bartlose Jungs oder Schüchternheit sind nur einige Schlagwörter, auf denen er als „Norman fait des vidéos“ seine drei bis vierminütigen Spots aufbaut. Hin und wieder hat auch seine Katze Sergi Gastauftritte.

Für die Themenauswahl hat er nicht mal ein spezielles Konzept entwickelt. „Die Idee ist einfach mit seiner Kamera zu reden, aus seinem Alltag und von lustigen Dingen zu erzählen.“ Sein bisheriger Renner? „Da mache ich mich ein bisschen über die Fans von Apple lustig.“

Hier geht's zu Norman Thavauds YouTube-Kanal

Im Video zur Quarter-Life-Crisis um den 25. Geburtstag erzählt Norman von altersbezogenen Klischees. Anspielungen auf das abgeschlossene Vierteljahrhundert oder erste altersbedingte Diätvorsätze nimmt er auf die Schippe. In einer Café-Szene bestellt er dann: „Einen Kaffee. Ohne Zucker. Ohne Tasse. Und ohne Kaffee, bitte!“ Dafür bekommt er dann eine Untertasse auf den Tisch geknallt - und führt das Gespräch mit einem imaginären Freund über ruhige Ausflüge in die Bretagne unbeirrt fort.

Neben Norman nutzen auch andere junge Franzosen soziale Netzwerke für ihre meist witzigen Videos. „In Frankreich gibt es nicht viele Sendungen, die den Humor der Jugendlichen treffen“, sagt Norman. Immer mehr Menschen tauschten den Fernseher gegen das Internet ein. „In gewisser Weise bilden wir eine neue Generation und deren Humor ab.“

Norman verdient inzwischen seinen Lebensunterhalt mit Videos

Der aus Arras in Nordfrankreich stammende 26-Jährige ging nicht ganz unvorbereitet ins Video-Fach. Nach einem Studium der Filmwissenschaften arbeitete er zwei Jahre als Cutter bei einer Produktionsfirma und produzierte nur gelegentlich mit zwei Freunden Sketche. 2011 drehte Norman dann sein erstes Video unter dem inzwischen zur Marke gewordenen Namen. Das Werk schaffte es schnell auf 300.000 Klicks im Netz. „Das war unglaublich und hat mir Lust gemacht weiterzudrehen“, erzählt er und schaut noch immer verblüfft drein. Sein zweites Video knackte dann schon die Millionengrenze auf Youtube.

Das Hobby ist nun zum Beruf geworden: Tägliche Arbeit ist nun notwendig, um alle zwei bis drei Wochen ein neues Video veröffentlichen zu können. Norman lebt mittlerweile von den Einnahmen der Videos, Auftragsarbeiten und Gagen bei diversen Auftritten in Fernsehshows. „Nach dem fünften oder sechsten Video hat mich Youtube angerufen und gefragt, ob ich mit meinen Videos nicht Geld verdienen möchte“, erzählt Norman und fügt hinzu: „Aber Geld ist eigentlich sekundär, denn es geht mir ja um den Spaß.“ Momentan schreibt er am Drehbuch für einen Kinofilm.

Mit den Klicks im Netz kam die Popularität im Alltag. „Die Leute erkennen mich oft auf der Straße. Zuerst waren es vorwiegend Jugendliche, jetzt auch viele Erwachsene“, sagt Norman - und wird beim Bezahlen seiner heißen Schokolade am Tresen prompt um ein gemeinsames Foto gebeten: „Ich habe dich vorhin gleich erkannt.“

dpa

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