Zahl der Spammails dramatisch angestiegen

- Hamburg (dpa) - Die Zahl unerwünschter Werbemails hat in den vergangenen drei Monaten rapide zugenommen. Nach Angaben des IT-Sicherheitsanbieters IronPort Systems wurden im Juli weltweit täglich rund 52 Milliarden so genannter Spams verschickt. Im April waren es durchschnittlich noch 36 Milliarden pro Tag.

Die Angaben basieren auf Informationen der Datenbank SenderBase, mit der rund ein Drittel des weltweiten E-Mail-Aufkommens analysiert und auswertet wird.

"Die Absender nutzen neue Strategien, um die Erkennungssoftware zu umgehen", sagte Reiner Baumann, Regionaldirektor von IronPort Systems für Zentral- und Osteuropa, am Mittwoch der dpa. Stark zugenommen habe vor allem die Zahl von Werbenachrichten, die nur aus einem Bild bestehen. Ihr Anteil am Spamaufkommen stieg innerhalb eines Jahres von 5,3 auf 19,8 Prozent. Weil die Botschaften keinen Text enthalten, seien sie schwieriger als Werbemüll zu identifizieren, sagt Baumann. Die Erkennungssoftware kann Fotos bisher meist nicht einwandfrei als Werbung identifizieren.

Die Absender von unerwünschten Werbenachrichten seien heutzutage keine Einzeltäter mehr, sondern in Gruppen organisiert, sagt Baumann. Der Großteil des Werbemülls werde aus den Ländern Südostasiens verschickt, aber auch aus Osteuropa und den USA. Gingen die Mailattacken früher hauptsächlich von einem Computer aus, so nutzten "Spammer" inzwischen große Netzwerke aus mehreren Rechnern (Bot- Netze), um ihre Spuren zu verwischen, betont Baumann. Bei diesem System ändern sich innerhalb weniger Stunden die Absenderadressen, was die Erkennung und Rückverfolgung von Spams schwerer macht.

Auch Computer von Privatanwendern und Unternehmen können Teil dieser so genannten Bot-Netze werden, warnt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Die Kriminellen setzten Trojanische Pferde ein, die es möglich machen, den Computer fernzusteuern. "Ohne dass der Besitzer etwas mitbekommt, wird sein Rechner für Spamattacken genutzt", sagt Gärtner. Um sich zu schützen, sollten Privatanwender ihre Virenschutzsoftware ständig aktualisieren und eine Firewall benutzen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Facebook Messenger erhält Autoplay-Werbung
Facebooks bislang werbefreier und kostenloser Messenger wird künftig automatisch startende Videoclips abspielen - zwischen den Nachrichten von Freunden und Bekannten. …
Facebook Messenger erhält Autoplay-Werbung
Anzahl der Tinder-Matches explodiert - Der Grund ist keine Überraschung
Besonders junge Leute nutzen die Dating-App Tinder um schnell mit dem anderen Geschlecht in Kontakt zu kommen. Während der WM 2018 explodieren die Zahlen der …
Anzahl der Tinder-Matches explodiert - Der Grund ist keine Überraschung
Googles Android Messages bekommt Web-Dienst
Viele Messenger-Dienste können auf mehreren Plattformen genutzt werden. Web-Dienste ermöglichen es, Nachrichten nicht nur auf dem Smartphone, sondern auch auf dem PC zu …
Googles Android Messages bekommt Web-Dienst
"Pokémon Go" erhält Tauschmodus und Trainer-Freundschaften
Als "Pokémon Go" vor zwei Jahren erschien, tummelten sich mancherorts unzählige Monsterjäger auf den Straßen. Dabei dürfte die ein oder andere Freundschaft entstanden …
"Pokémon Go" erhält Tauschmodus und Trainer-Freundschaften

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.