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Shoppen außerhalb des Internet ist für viele schon lange out.

Neue Dimensionen beim Online-Shopping

Zalando plant revolutionäre Änderung

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Frankfurt/Main - Kariert zu gestreift? Sakko zur kurzen Hose? Beim Shoppen im Internet fehlt oft die Beratung. Zalando verspricht Abhilfe: Eine App soll das Online-Shopping noch einfacher machen.

Es ist ein Luxus, den sich lange vor allem Prominente gönnten - jetzt kann sich fast jeder eine individuelle Stilberatung leisten. Mithilfe von Algorithmen und Stilberatern können sichOnline-Käufer Hosen, Hemden und Schuhe aussuchen lassen, die ihren persönlichen Stil treffen sollen. "Curated Shopping" nennt sich das Ganze. Der Trend kommt wie so viele aus den USA. 

In der Praxis funktioniert das folgendermaßen: Man füllt online einen Fragebogen aus, der Vorlieben und Stil ermittelt, daran schließt sich nach Wunsch noch ein Telefonat an, in dem weitere Fragen geklärt werden. Wenige Tage später kommt dann ein Paket mit mehreren Outfits. Was gefällt, behält und bezahlt man, der Rest geht wieder zurück. Der Service ist in der Regel kostenfrei, die Margen entsprechen denen im Einzelhandel.

Jetzt hat auch der Online-Versandhändler Zalando die Marktnische entdeckt: Er will Kunden über Whatsapp beraten. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Man schickt Outfit-Fotos an eine Telefonnummer und befragt Modeberater nach ihrer Meinung dazu. Soll ich wirklich gestreift mit kariert kombinieren? Passen die High Heels zur neuen Jeans? Oder nehme ich doch lieber die weißen Sneaker?

Hauptzielgruppe: Männer

Erste Benutzer haben die App bereits getestet, berichtet der Stern. Das Ergebnis: Ähnliche Gespräche wie mit der besten Freundin. "Guck doch mal bei Jack and Jones :)", schreiben die Berater, wenn man nicht weiß, wo man das gewünschte Teil herbekommt. Oder: "Hier die Schuhe finde ich persönlich ganz cool. Sie sind eben nicht schwarz aaaaaaber für den Herbst darf es doch sicher ein bisschen Farbe sein ;)". Die App ist in der Testphase, mehr verrät Zalando momentan noch nicht. 

Für Professor Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein ist das Konzept des "Curated Shoppings" nichts Neues: „Früher hat es der Fachhandel übernommen, für den Kunden das passende Outfit individuell zu empfehlen“, sagt Heinemann. Das Internet erfinde diesen Begriff nun neu und profitiere dabei von seinen Kundendaten. „Das ist ein Riesenvorteil. Der Verkäufer beispielsweise in einem Kaufhaus, kennt den Kunden, der vor ihm steht, im Grunde nicht wirklich.“

Hauptzielgruppe sind übrigens Männer. Denn die, so glaubt man beim deutschen Curated-Shopping-Pionier "Modomoto" aus Berlin, sind besonders gestresst und hilflos, wenn es ums Klamotten kaufen geht. Einen Freund beim Shoppen zu konsultieren ist wohl out geworden. Fraglich ist nur, ob eine App tatsächlich so vertrauenswürdig ist, wie der Ratschlag der Verkäuferin oder der Shopping-Begleitung im Laden.

dpa/sb

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