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Der ZDF-Fernsehrat genehmigt das Online-Konzept von ZDF, 3sat und Phoenix.

ZDF-Fernsehrat genehmigt Online-Konzepte

Mainz - Der ZDF-Fernsehrat hat am Freitag grünes Licht für die überarbeiteten Online-Konzepte von ZDF, 3sat und Phoenix gegeben.

Sie entsprächen dem öffentlich-rechtlichen Auftrag und beeinflussten die Märkte kaum, sagte der Fernsehratsvorsitzende Ruprecht Polenz nach der Sitzung des Gremiums in Mainz. ZDF-Intendant Markus Schächter begrüßte die Entscheidung, mit der das ZDF nun “eine solide Rechtsgrundlage“ für sein Online-Angebot habe. Er mache aber keinen Hehl daraus, dass die Vorschriften nicht unbedingt auf Begeisterung bei ihm stießen.

So habe der Sender sein Online-Angebot allein wegen der am Freitag anstehenden Entscheidung um 30.000 Seiten verringert. Insgesamt hat das ZDF damit im Zuge der Diskussion 110.000 Seiten aus dem Netz entfernt. Der Fernsehrat hatte die Online-Konzepte dem sogenannten Drei-Stufen-Test unterzogen. Damit wird geprüft, ob die Angebote wirtschaftlich vertretbar sind, wie sie sich auf die Konkurrenz auswirken und wie die publizistische Bedeutung ist. Alle Online-Angebote von ZDF und ARD müssen laut dem 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag bis zum 31. August unter diesen Aspekten geprüft werden.

Vorwürfe der Verleger

Kritik an den öffentlich-rechtlichen Online-Aktivitäten kam bislang besonders von den Zeitungsverlegern. Sie werfen den öffentlich-rechtlichen Sendern immer wieder vor, mit Hilfe von Gebührengeldern Geschäftsmodellen der Privatwirtschaft Konkurrenz machen zu wollen. Der Fernsehrat habe “eine ganze Reihe von Änderungswünschen“ gehabt, und sei “sehr zufrieden“, dass der Intendant sie aufgenommen habe, sagte Polenz. “Es waren 18 Vorschläge an das Haus, die wir übernommen haben“, sagte Schächter. Bauchschmerzen habe er etwa in der Frage gehabt, wie lange bestimmte Beiträge im Netz bleiben dürfen, etwa große Sportereignisse.

Sendungen zu Spitzensportereignissen wie der Fußball-WM müssen nach 24 Stunden aus dem Netz genommen werden. “Und natürlich hätte ich mir gewünscht, dass in dem spielerischen Umgang, in dem gerade Kinder und Jugendliche an das Netz gehen, Spiele in einer größeren Breite möglich gewesen wären.“ Er wolle aber nicht klagen und hoffe, dass nun “der Dauerzwist in der medialen Welt ein Ende findet“. Auf Anregung des Rates wurden unter anderem Klingeltöne sowie Spiele auf sport.zdf.de entfernt. Auch das “Musterdepot“ von 3satbörse und 3sat.de - ein fiktives Anlagedepot - soll eingestellt werden. Unter dem Strich komme der Fernsehrat zu dem Schluss, dass die geänderten Konzepte dem öffentlich-rechtlichen Auftrag entsprächen, sagte Polenz.

Gutachten kämen außerdem zu dem Ergebnis, dass sich die Online-Angebote von ZDF, 3sat und Phoenix nur in geringem bis sehr geringem Maße auf die untersuchten Märkte auswirkten. So würden werbefinanzierte Anbieter lediglich in einem Umfang von 0,4 Prozent des Marktes profitieren, wenn es die ZDF-Online-Angebote nicht gebe. “Wir bewegen uns damit an der Grenze des Messbaren“, sagte Polenz. Bei den 3sat-Online-Angeboten wären es 0,1 Prozent und bei denen von Phoenix 0,01 Prozent. Nach Polenz' Angaben muss die Rechtsaufsicht für das ZDF - das Land Schleswig-Holstein - die Entscheidung des Fernsehrats noch prüfen. Der seit 2002 amtierende Polenz wurde zudem für weitere zwei Jahre im Amt des Vorsitzenden bestätigt.

dpa

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