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So sah es aus: Das iPhone bei der Präsentation vor zehn Jahren.

Smartphone-Revolution startete 2017

Zehn Jahre iPhone: Das Erfolgsprodukt von Apple

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München - Vor zehn Jahren kam das erste iPhone auf den Markt. Heute ist es aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Wir blicken auf die Erfolgsgeschichte zurück. 

Update vom 5. Juni 2017: Endlich ist es soweit -  Am 5. Juni findet in San Jose Apples erste Keynote im 2017 statt. Wird eine überraschende Neuheit vorgestellt? In unserem Live-Ticker verpassen Sie nichts.

Update vom 4. April 2017: Bei Aldi erhalten Sie ab dem 12. April ein iPhone von Apple für nur 479 Euro. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um das neueste Smartphone, sondern um das iPhone 6 Plus. Mehr dazu in diesem Artikel auf Merkur.de.

Ein Jahrzehnt ist das schon her? Solche Jubiläen gibt es im neuen Jahr jede Menge. 2007 erschien der letzte Harry-Potter-Roman, Justin Bieber veröffentlichte sein erstes YouTube-Video, und Edmund Stoiber trat als bayerischer Ministerpräsident zurück. Aber alles verblasst gegen die bisher wichtigste Erfindung des Jahrhunderts, gegen das Smartphone. Die Revolution begann am 9. Januar 2007, als Apple-Gründer Steve Jobs das erste iPhone vorstellte. Die tz blickt mit zehn Geschichten zurück auf zehn Jahre iPhone.

Die Erfindung: Eigentlich sollte das iPhone ein iPad werden. Die Entwicklung startete 2004, als Jobs den Startschuss für „Project Purple“ gab, für ein völlig neuartiges Tablet. All die neue Technik in einem winzigen Telefon, diese Idee schien sogar Apple zu verwegen. 1000 Mitarbeiter arbeiteten an dem Projekt, doch mittendrin steuerte der Apple-Chef um. Er wollte nun doch ein Handy. Die Entwicklung des iPhones kostete nur 150 Millionen Dollar - ein fast lachhaft geringer Betrag.

Das iPhone.

Die Präsentation: Alle Welt wartete am 9. Januar 2007 auf das Apple-Handy, auf das „Jesus-Phone“, wie es entrückte Fans nannten. Smartphones gab es zwar schon zuvor. Aber was Steve Jobs in San Francisco vorführte, war unerhört: Das Vergrößern des Bildes mit den Fingern, ein Internet-Browser für die Hosentasche, der Anrufbeantworter als App - das iPhone war das erste Smartphone, wie wir es heute kennen. Die Präsentation des 2011 verstorbenen Apple-Gründers gilt als Meilenstein der Technikgeschichte und wurde auf YouTube (bit.ly/iPhone_2007) millionenfach abgerufen.

Der Flop: Um ehrlich zu sein - so richtig super war das erste iPhone noch lange nicht. Ohne schnelles UMTS dümpelte es im Edge-Schneckentempo durchs Internet, und der App Store eröffnete erst 2008. Die Kamera konnte noch nicht einmal filmen. In Deutschland gab es das iPhone ab 9. November 2007 nur bei der Telekom, für 399 Euro plus Vertrag - nur ein Fall für Apple-Narrische. Und so wurden von der ersten Generation weltweit gerade mal 6,1 Millionen Stück verkauft. Zum Vergleich: Beim 6S waren es 2015 über 13 Millionen - am ersten Wochenende!

Der Durchbruch: Eigentlich war erst der Nachfolger iPhone 3G im Jahr 2008 wirklich brauchbar, mit schnellem Internet und App Store. Erst damit ging das iPhone-Fieber los, und Apple setzte schon am Startwochenende eine Million Stück ab.

Der Kult: An diesem Montag wird das 2007er-iPhone von Sammlern händeringend gesucht. Die Zauberformel lautet „BNIB“ („Brand New In Box“). Sie bedeutet: Unausgepackte Geräte in der Originalverpackung. Vor allem solche Sammlerstücke erzielen Rekordpreise von bis zu 15.000 Dollar (14.300 Euro). Ausgepackt, aber in Topzustand, sind immer noch 2000 Euro drin.

Das Smartphone-Zeitalter: Das iPhone und seine Erben haben unser Leben auf den Kopf gestellt. Das Smartphone hat die Digitalkamera ebenso verdrängt wie das Navigerät oder Apples hauseigenen Goldesel, den iPod. Kaum jemand schreibt mehr SMS, stattdessen WhatsAppen 35 Millionen Deutsche. Bei aller Bequemlichkeit sind die Schattenseiten unübersehbar. Jeder Smartphone-Besitzer schaut im Durchschnitt 88 Mal am Tag auf sein Handy - auch am Autosteuer, was mittlerweile in Deutschland für mehr Unfälle sorgt als Alkohol. Die Münchner Wirtschaftspsychologie-Professorin Sarah Diefenbach erklärt das so: „Viele glauben, sie könnten gleichzeitig in zwei Welten sein. Aber das geht nicht, unsere Aufmerksamkeit ist begrenzt.“

iPhone-Fans auf der Jagd nach dem Objekt der Begierde.

Die Konkurrenz: 2007 hießen die Handy-Riesen Nokia und Blackberry. Beide fielen der Revolution zum Opfer. Sie hatten Apple ebenso wenig ernst genommen wie der damalige Microsoft-Boss Steve Ballmer, der spottete: „Apple hat keine Chance, mit dem iPhone auf einen nennenswerten Marktanteil zu kommen. Zwei, drei Prozent, mehr ist nicht drin.“

Die Skandale: Gehören zur iPhone-Folklore. Das begann bereits 2007 - weil Apple die Kopfhörerbuchse so eng gemacht hatte, dass nur die eigenen weißen Kopfhörer hineinpassten. 2010 gab’s „Antennengate“, weil die Hand am Rahmen des iPhone 4 den Empfang störte. Und 2014 sorgte „Biegegate“ für Aufsehen, weil sich das iPhone 6 verformen ließ. Den Erfolg störte keiner dieser Skandale.

Der Milliarden-Erfolg: Mit über einer Milliarde verkaufter Exemplare gilt das iPhone als das erfolgreichste Produkt der Industriegeschichte. Es ist außerdem der meistverkaufte Computer und die meistverkaufte Kamera aller Zeiten.

Der Google-Triumph: Auch der iPhone-Erfolg hat Grenzen. Gegenüber Googles Android-Smartphones, die es ab 80 Euro gibt, sind Apples teure iPhones (bis zu 1119 Euro) nur noch Außenseiter. In Deutschland sind derzeit 8 von 10 verkauften Smartphones Androids. Apple kann sich trotzdem ins Fäustchen lachen - und streicht mit dem iPhone weit über 90 Prozent des Gewinns ein, den die Smartphone-Branche weltweit macht.

Jörg Heinrich

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