Zulauf trotz drohender Gebühren

- Der Zulauf an Bayerns Hochschulen ist ungebremst und wird weiter anhalten. Das teilte Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) zum Start des Wintersemesters mit. Insgesamt haben sich im Freistaat mehr als 252 000 Studenten eingeschrieben. Das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem kündigte Goppel an, dass Bayern die Studenten im übernächsten Jahr zur Kasse bitten wird.

"Ab dem Sommersemester 2007 sollen Studiengebühren in Bayern eingeführt werden", erklärte Goppel. "Wir wollen gesetzlich verankern, dass die Gelder für die Studenten als zusätzliche Mittel zweckgebunden zur Verbesserung der Studienbedingungen eingesetzt werden." Die Gebühren würden ein neues Verhältnis zwischen Professoren und Studierenden auf Augenhöhe begründen, so Goppel.

Verbesserungen durch Gebühren sind Utopie

Für den Minister steht fest: Studienbeiträge bringen für die Studierenden einen Mehrwert in ihrer Ausbildung, indem sie die Ausbildungssituation verbessern. "Jeder Studierende wird unmittelbar von mehr Kleingruppenveranstaltungen, einer intensiveren Studienberatung, mehr Tutorien und einer besseren Betreuung durch zusätzliches qualifiziertes Personal profitieren."

Ganz anderer Meinung ist da der Allgemeine Studierenden Ausschuss AStA der Ludwig-Maximilians-Universität: "Wir lehnen die Gebühren nach wie vor strikt ab", erklärt Thomas Honesz, Mitarbeiter im Hochschulpolitischen Referat des AStA. "Es ist unrealistisch, anzunehmen, dass durch die angestrebten 500 Euro Gebühren€ eine nachhaltige Verbesserung der Lehre erfolgt, da mehr als 40 Prozent der Gebühren für deren Verwaltung draufgehen werden. Die von Thomas Goppel versprochenen Verbesserungen sind reine Utopien und schaffen nur sozialen Ungerechtigkeiten."

Auch in München sind die Studentenzahlen zum Wintersemester um etwa ein Prozent gestiegen, auf rund 84 000. "Die steigenden Studierendenzahlen sind keine vorübergehende Erscheinung, sondern ein starker Trend", betonte Goppel. "Die Zahlen nehmen das sechste Jahr in Folge zu." Die Verantwortlichen im Wissenschaftsministerium rechnen damit, dass die Zahlen bis mindestens 2010 weiter steigen und sich dann einige Jahre auf dem hohen Niveau einpendeln werden. Im Jahr 2010 werden dann etwa 284 000 Studenten an Bayerns Hochschulen eingeschrieben sein.

"In den nächsten zehn Jahren werden wir die letzte zahlenmäßig starke junge Generation ausbilden, bevor der Geburtenrückgang voll durchschlagen wird", betonte der Wissenschaftsminister. "Studierende sind unser großes Kapital. Wir werden alles daransetzen, die Lehre zu verbessern und die Studienzeiten zu verkürzen."

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