Zwischen Fremde und Heimat

- Ob als Flüchtlinge oder als Gastarbeiter -­ viele Zuwanderer aus Osteuropa sind schon vor Jahrzehnten nach München gekommen. Von vielen kaum mehr wahrgenommen, leben sie noch heute zwischen zwei Welten: Eine von Studenten konzipierte Ausstellung in der Ludwig-Maximilians-Universität zeigt die "unsichtbare" Migration.

"Wenn über Zuwanderung diskutiert wird, dann fällt Osteuropa oft unter den Tisch", klagt Lilla Balint. Sie ist Teilnehmerin des Studiengangs "Osteuropastudien", der vom Elitenetzwerk Bayern gefördert wird. Zusammen mit 23 Kommilitonen hat sie in einer Projektarbeit die Austellung "Zwischenwelten" konzipiert.

Schautafeln führen die Besucher durch die Heimat der Zuwanderer und zeigen ihnen das Leben zwischen zwei Kulturkreisen. Ein Leben, das viele der Studenten aus eigener Erfahrung kennen. Denn rund die Hälfte von ihnen stammt selbst aus Osteuropa.

Auch Lilla Balint stammt aus Ungarn, lebt aber schon seit ihrer Kindheit in Deutschland. Den Zwiespalt zwischen der neuen Heimat und dem Herkunftsland kennt sie nur aus den Erzählungen der anderen. "Viele fühlen sich hier und in ihrem Herkunftsland zu Hause", sagt sie, "manche nirgendwo." Auch störe viele, dass Karriere und beruflicher Erfolg in Deutschland oft wichtiger seien als die Familie.

Höhepunkt der Ausstellung ist denn auch der Bereich "Deutschlandbilder": Hier schildern zehn Migranten collagenartig ihre Eindrücke -­ mit höchst unterschiedlichen Ergebnissen: So beklagt der eine, dass Integration in Bayern mehr als "Assimilation" verstanden werde. Eine Kroatin, die bereits seit 30 Jahren hier lebt, äußert sich dagegen positiv: "Ich kann nie Deutschland einfach ‘Auf Wiedersehen‘ sagen", sagt sie. "Vor allem München. In München ist es wunderschön."

"Zwischenwelten" ist noch bis zum 31. Januar in der Thomas-Mann-Halle der LMU zu sehen (Mo - Fr: 9 bis 22 Uhr und Sa: 7 bis 20 Uhr).

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