Nordkorea erneut von Erdbeben erschüttert

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In der Ferne grüßt das Königsschloss Neuschwanstein: Die Aussicht von der Allgäuer Alpspitze ist trotz der geringen Höhe bestens.

Mit 120 Sachen durch die Lüfte fliegen

Allgäuer Alpspitze: Ausblick & Adrenalin

Blick auf's Königsschloss Neuschwanstein: Die Aussicht von der Allgäuer Alpspitze ist trotz geringer Höhe grandios! Wer der besonderen Kick sucht kann mit der Zipline ins Tal sausen.

Verschiedene Wege zum Gipfel

Eigentlich ist sie gar nicht so spitz, diese Alpspitze. Nur ganz oben zeigt sie ein paar felsige Zähne und geizt ein bisschen mit Sitzplätzen unterm Gipfelkreuz. Immerhin bringt sie es auf 1575 Meter – und auf unzählige Möglichkeiten, dorthin zu gelangen. Zwei Sektionen mit der Bahn wären die einfachste Variante, dann fehlen nur noch 25 Minuten zum Gipfel. Puristen wenden sich unterhalb der Sommerrodelbahn nach rechts und steigen erst über Wiesen, dann durch einen Waldsteig über den Alpspitz-Grat hinauf. Der Wege-Klassiker heißt Wasserfallweg, der beim Explorer-Hotel startet, vorbei am Bildstock für den Heiligen Wendelin. Er soll ein irischer Königssohn gewesen sein, der im 6. Jh. nahe Trier missionierte und ein einfacher Hirte war. Sein Gedenktag ist der 20. Oktober. Die Bauernregel für diesen Tag lautet: „Sankt Wendelin, verlass uns nie, schirm unsern Stall, schütz unser Vieh.“ Wendelin wird üblicherweise mit einem Hirtenstab und Tieren als Attribut dargestellt und er wird im bäuerlichen Allgäu sehr verehrt.

Grandioser Ausblick bis nach Neuschwanstein

Der Wanderer hat die Wahl: Eben über den Wasserfallweg, der sich gleichmäßig durch den Wald hinaufwindet oder aber man marschiert zur schmucken Wallfahrtskirche Maria Trost, die im barocken Gewand gekleidet auf einer Waldlichtung in 1123 Metern Höhe gelegen ist. So oder so gelangt man zur Bergstation und zu jenem grandiosen Ausblick, der im Norden weit ins Vorland hinausgeht, im Westen bis nach Neuschwanstein hinüber und im Süden „nei in dia hohe Berg“ – wie der Allgäuer das nennt.

"Zipline" - ein rasantes Abenteuer

Er nennt Jungvieh auch „Schumpa“, das hier seit jeher neben den weißen und braunen Bergschafen grast. Was brandneu ist, dafür bedarf es den „Boarding Pass“. Nicht mit einem banalen Ticket oder gar einer Eintrittskarte hat man Zugang zum rasanten Abenteuer, nein, nur mit einem „Boarding Pass“. Die Flug-Terminologie ist beabsichtigt und trifft ins Mark: Seit wenigen Wochen hat Nesselwang die längste „Zipline“ – andernorts heißen sie „Flying Fox“ – Deutschlands: 1200 Meter, ein Flug in zwei Sektionen. Die Verantwortlichen haben sich am Kronplatz in Italien informiert, haben deutsche Seilbahn-Sicherheit dazugemengt und speziell ausgebildete Guides. Matthias und Yvette sind die beiden, die immer dabei sind, „wahrscheinlich tausend Mal“ sind sie schon geflogen. In Vierpunkt-Klettergurten, gut behelmt und gut bebrillt geht es zum „Departure Tower“, wo der Fluggast ins Stahlseil eingeklinkt wird. „Zum Warmwerden bloß 400 Meter und bloß Tempo 60“, lacht Matthias und hebt ab, um am „Transit Tower“ die Luftikusse in Empfang zu nehmen. Die leicht panische Kernfrage: Kann man die Geschwindigkeit selber steuern? Nein, aber man bekommt dem Gewicht angepasst Rollapparate, und die steuern den Speed. Man wird auch automatisch abgebremst, baumelt ein wenig und wird von Matthias „eingeholt“. Durchatmen! Sektion zwei hat 800 Meter Länge in maximal 60 Meter Höhe, es darf einfach etwas mehr sein: Bei Tempo 120 fliegen die Bäume wie Zerrbilder unterm Allerwertesten vorbei. Matthias hat noch von der Aussicht geschwärmt, nur die Fahrtwindtränen trüben dieselbige etwas. Und dann Landung an der Mittelstation hinein in das Blitzlichtgewitter der Zuschauer.

Fluggäste von 8 bis 80 Jahren

„Wir hatten Fluggäste von 8 bis 80 Jahren“, sagt Yvette, Leichtgewichte unter 50 Kilo dürfen nur im Tandem mitfliegen. Was für ein Spaß! Und der geht – entgegen der Unkenrufe der Gegner – nicht zu Lasten der Bergwelt: Die Zipline mit ihren drei Holztürmen ist kaum zu sehen. Die Alpspitze war außerdem immer schon ein Skiberg mit Liftanlagen. Und lauter sind die Fluggäste auch nicht: Sie sind viel zu schnell, um schreien zu können!

ALPSPITZE (1575 METER)

ANFAHRT

A 96 München – Lindau, Ausfahrt Kaufbeuren/ Jengen. Über die B 12 bis Marktoberdorf und weiter nach Nesselwang.

DREI WANDERTOUREN

1. Weg 8: Von der Talstation über den Grat zum Gipfel (2 Stunden).

2.. Wasserfallweg: Vom Explorer-Hotel über den Wasserfall und die Nesselburg zur Bergstation (1,5 Stunden).

3. Weg 5: Über Maria Trost zum Gipfel (2 Stunden).

WALK & FLY

1. Wanderung über den Wasserfallweg bis zum Departure-Tower (1,5 Stunden) und dann Flug. Kosten: 28 Euro (Erw.), 22 Euro (Kinder).

2. Ride & Fly: Bergbahnbenutzung und Flug: 34 Euro (Erw.), 28 Euro (Kinder).

3. Dreierkombination: Mit der Bahn hoch; Flug bis zur Mittelstation, 10 Minuten Fußmarsch bis zur Rodelbahn und mit dem Rodel zu Tal (plus 3 Euro).

Achtung: Limitierend sind Wind oder Regen – deshalb vorher in jedem Fall anrufen!

INFORMATIONEN 

Alpspitzbahn
Alpspitzweg 5
87484 Nesselwang
Tel.: 0 83 61 / 12 70
E-Mail: flightguide@alpspitzkick.de
Internet: www.alpspitzkick.de

KARTE

Kompass-Karte 4, Füssen, Außerfern.

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