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Weite Blicke in die Wildschönau hat man vom Schatzberg (1903 m) aus. Aus dem Familienskigebiet ist mit dem Alpbachtal ein Skizirkus mit 145 Kilometern Pisten geworden.

Alpbachtal-Wildschönau

Zwei Täler, ein Vergnügen

Der Hans hat Recht! Halb sechs aufstehen, Katzenwäsche, die Ski befellt, Stirnlampe aufgesetzt und hinauf zum Rosskopf. Durch den dunklen Wald, dem Wild zuschauen, am Gipfel...

... dem Dämmerlicht entgegensinnen und dann – ab durch den Pulver wieder heimwärts! Blöd nur, dass es jetzt halb neun ist und man selber immer noch beim Frühstück hockt, während der Keller-Wirt vom Frühsport schwärmt. Wie macht der Mann das bloß? Gestern hatte man noch gemeinsam bis in die Nacht in der mit jahrhundertealtem Holz beplankten Keller-Bar abgehangen und mit ein paar Mädels aus dem Inntal der geschmeidigen (Volks-)Musik der Wildschönauer Klingler-Burschen zugehört. Und nun ist der Hans bereits vom Berg wieder zurück und wir noch nicht mal ansatzweise oben – während draußen vor der Tür ein Skibus nach dem anderen die Wintersportler in ein paar Minuten von Oberau nach Auffach zur Gondel bringt. Jetzt aber los und – als gerechte Strafe – angestanden bei der Schatzbergbahn, die einen schließlich 1000 Meter höher bringt ins überschaubare, aber umso aussichtsreichere Hausskigebiet der Wildschönau.

Mit einem guten Dutzend roter und einer schwarzen Piste waren Genussfahrer rund um den 1903 Meter hohen Gipfel jahrelang gut bedient. Bis zu dieser Wintersaison! Denn jetzt darf man auch in der Wildschönau schaukeln. Und zwar ins benachbarte Alpbachtal. Eine ultramoderne, 13,5 Millionen Euro teure Gondelbahn führt auf der anderen Seite des Schatzberges hinab nach Inneralpbach, wo man sich gleich wieder hinaufgondeln lässt zum Gmahkopf und dem immerhin 2128 Meter hohen Wiedersberger Horn.

Die Zahl der Pisten verdoppelt sich dadurch locker (die der Hütten natürlich auch). 145 Kilometer Abfahrten sind es jetzt insgesamt, was dem „Ski-Juwel“ – so nennt sich das neue Duo Alpbachtal-Wildschönau vollmundig – einen Platz unter den Top 10 der 82 Skigebiete Tirols sichert. Heuer kommt also auch bei Brettlfanatikern keine Langeweile mehr auf – eher Stress, wer meint, alles an einem Tag erfahren zu können. Und die Laufzeiten der Lifte sollte immer gut im Auge behalten, wer nicht in Inneralpbach „stranden“ will.

145 Kilometer Abfahrten

Dafür macht die neue Abfahrt, die vom Schatzberg entlang der Gondelbahn hinab gen Alpbachtal führt, richtig Laune. Der Blick nach Westen weit hinein in die Tiroler Berge ist grandios, die abwechslungsreiche Pistenführung für Überraschungen gut. Schade nur, dass man an der Mittelstation ausgebremst wird und für die letzten Höhenmeter hinab ins Tal die Bahn nehmen muss, da die Piste dort endet. Noch, muss man wohl sagen. Wie es heißt, wird an der Fortführung gearbeitet. Aber Wald- und Wildschutz werden auch im skibegeisterten Österreich ernst genommen. Doch der kleine Schönheitsfehler kann die Freude am Fahren im Ski-Juwel nicht schmälern, zumal die Pisten breit und auch am Wochenende nie wirklich überfüllt sind – obwohl das neue Angebot schon 18 Prozent mehr Wintersportler in die Wildschönau gelockt haben soll. Wem das immer noch zu viel Trubel ist, kann natürlich die Region auch per Tourenski erkunden. Zahleiche Routen – darunter solche, die ausgewiesen und markiert sind – führen durch herrliche Schneelandschaften. Oder er skiwandert gleich auf den Spuren des Keller-Wirts: Mitten in der Nacht aufstehen, die Felle angelegt und auffi in die Bergeinsamkeit. Nur: „Müssen“ muss man nicht – der Hans hat ja noch ein Hotel zu führen, wir dagegen haben frei!

Von Matthias Busch

ALPBACHTAL – WILDSCHÖNAU 

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg bis Inntaldreieck. Weiter auf der A 93 / A 12 bis Kufstein Süd (mautfrei). Dort Richtung Wörgl und die 171 rund 16 Kilometer ins Zentrum. Ausgeschildert in die Wildschönau und zu den großen Parkplätzen rund um die Talstation der Schatzbergbahn in Auffach (z.T. kostenlos).

SKI-JUWEL – Das Skigebiet Alpbachtal-Wildschönau umfasst 145 Pisten-Kilometer (32 km blau, 78 km rot, 18 km schwarz, 17 km Skirouten markiert). Dazu kommen 47 Liftanlagen (7 Gondeln, 8 Sessellifte, 31 Schlepplifte, 1 Förderband). Insgesamt 84 km Abfahrten werden technisch beschneit. Die Lifte laufen ab 8.30 bis 16 bzw. 16.30 Uhr. Der Skipass kostet für einen Tag 39 Euro (Erw.), 31,50 Euro (Jugendliche, geboren 1994-1996) und 19,50 Euro (Kinder, geboren 1997-2006). Es gibt auch Stunden- sowie Mehrtageskarten. Informationen: Ski-Juwel Alpbachtal-Wildschönau, Tel.: 0043 / 5336 / 5233; Internet: www.skijuwel.com

INFORMATIONEN – 1. Tourismusinformation Wildschönau, Oberau 337, A-6311 Wildschönau. Telefon: 0043 / 5339 / 8255;
Internet: www.wildschoenau.com 2. Wildschönauer Bergbahnen, Dorf Auffach 273, A-6313 Wildschönau. Tel.: 0043 / 5339 / 53 530; Internet: www.schatzbergbahn.at

TIPP – 1. Kellerwirt, Hans Keller, Kirchen 72, A-6311 Wildschönau Oberau. Tel.: 0043 / 5339 / 8116. Sehr gute Küche. Hotelzimmer ab 44 Euro p. P. inkl. Frühstück; Studio und Apartments ab 48 Euro (2 Pers./Tag). 2. WildschönauCard: Wer in der Wildschönau übernachtet, erhält kostenlos die Gäste-Karte. Inkludiert sind im Winter z. B.: Skibus Niederau bis Auffach, Nightliner (Nachtbus von Do bis Sa) zwischen Niederau und Auffach, Winterwanderprogramm und Schneeschuhwanderung (3 x wöchentlich), Verleih von Schneeschuhen, Eintritt Bergbauernmuseum, Gratis-Skipass für Kinder unter 15 ab 23.3.2013.

KARTE – Kompass-Karte 28, Achensee, Rofan, Zillertal.

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