Was erwartet Felix Neureuther beim Weltcup-Finale in Aspen?

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Aspen: Klein-Garmisch in den Rocky Mountains

Erstmals in der 50-jährigen Geschichte des Ski-Weltcups findet zwischen 15. und 19. März das Weltcup Finale in Aspen statt.

Unsere Autorin Johanna Stöckl hat den mondänen Wintersportort kürzlich mit hohen Erwartungen besucht. Hier verrät die passionierte Skifahrerin, was Felix Neureuther und Co. in Aspen erwartet und den Ort so besonders macht.

Aspen & Bayern

Die „Garmisch-Street“ führt durchs Stadtzentrum, eine rasante, schwarze Abfahrt trägt den Namen „Zugspitze“. Garmisch-Partenkirchen ist eine von 7 Partnerstädten Aspens. Gretl Uhl, Skirennläuferin aus Partenkirchen wanderte, 1953 mit ihrem Ehemann Sepp nach Aspen aus, wo sie als Skilehrerin, später als Gastronomin tätig war und sich als Apfelstrudelkönigin endgültig einen Namen machte. Klaus Obermeyer aus Oberstaufen, Mitbegründer des Wintersports in Aspen und nachweislich der Erfinder der Daunenjacke, ist eine lebende Legende. Nach seinem Abschluss als Flugzeugbauingenieur in München wanderte Obermeyer 1947 nach Aspen aus, gründete eine Skischule und eröffnete 1961 ein Sportgeschäft, in dem der 97-jährige (!) Skipionier aus Bayern bis heute tätig ist.

Lage

Aspen (bedeutet Espe, also Pappel, verweist auf die hier hauptsächlich vorkommenden Bäume) liegt 170 Kilometer südwestlich von Denver in den amerikanischen Rocky Mountains. Die Kleinstadt in 2500 Metern Höhe mit ihren 7000 Einwohnern verfügt über 17 000 Gästebetten und einen eigenen Airport. Aspen ist unter anderem via Denver, Chicago, San Francisco optimal erreichbar. Das Rollfeld endet – ehrlich – an der Piste. Entsprechend spektakulär gestaltet sich der Anflug. Ein Hingucker: die vielen Privatjets, die man am Airport sichtet. Laut Forbes Institute ist Aspen die reichste Stadt der Vereinigten Staaten.

Kosten

Kaum zu glauben, aber wahr: über Arrangements des auf Skireisen spezialisierten Anbieters „Faszination Ski“ bekommt man eine Woche Aspen ab € 1599. Im Preis inkludiert: Hin- und Rückflug ab Deutschland, 7 Übernachtungen mit Frühstück im Drei-Sterne-Hotel und 6-Tage-Skipass. Individualreisen machen wenig Sinn, da alleine die Tagesskipässe mit etwa 100 Dollar zu Buche schlagen. Mehr Info unter www.faszinationski. de

Schnee

Viele Pisten und Tiefschneeabfahrten gehen durch den Wald.

Der Schnee, welcher im weltweit exklusivsten Skiort vom Himmel rieselt, ist besser als anderswo. Bis sich die Wolken über Aspen in Schneefall entladen, haben sie lange Wege über die Wüsten im Westen hinter sich und dabei Feuchtigkeit verloren. Als „Champagner Powder“ fällt er staubtrocken und lässt sich leichter fahren. Außerdem: die Pisten reichen in eine Höhe von 3500 Meter. Künstliche Beschneiung braucht es nur Anfang Dezember, um eine Unterlage für eine lange Saison zu schaffen. Auf Aspens Pisten cruist man daher über einen Naturschneeteppich, wie man ihn in Europa nicht mehr findet.

Skiberge

Der Aspen Mountain (hier finden die Weltcup-Rennen statt), die Aspen Highlands, Buttermilk (hier werden jährlich die X-Games ausgetragen) und Snowmass bilden das 22 Quadratkilometer große Skigebiet Aspens. Auf den nicht miteinander verbundenen 4 Skibergen eröffnen 42 Lifte auf 330 markierten Pisten 500 Kilometer präpariertes Skigelände. Während Buttermilk und Snowmass familienfreundliche Carvingpisten aufweisen, erwarten einen am Aspen Mountain und in den Highlands steile, anspruchsvolle schwarze Pisten. Kostenlose Skibusse pendeln zwischen den Gebieten. Service: nach einem Skitag gibt man an der Talstation die Ski ab und sagt, wo man am Folgetag Ski fahren will. Die Ausrüstung wird über Nacht kostenlos dorthin transportiert. Mag daran liegen, dass man sich downtown bestens vergnügen kann, die Pisten Aspens sind im Vergleich zu europäischen Skigebieten leer. Man hat wohltuend viel Platz.

Atmosphäre

Nachts bietet sich ein toller Blick auf die Kleinstadt in den Rocky Mountains.

Pelzmäntel sieht man in Aspen nicht. Rocky Mountain Chic ist angesagt. In Jeans, Turnschuhen und Outdoorjacke ist man in feinen Restaurants und Bars gern gesehen. Exklusive Läden gibt es an jeder Ecke. Ein Schaufensterbummel durchs charmante Städtchen mit seinen roten Backsteinhäusern ist vergnüglich, auch wenn man sich als armer Schlucker in den exquisiten Läden am Ende doch nichts leisten kann. Im Lift, auf Skihütten kommt man unverkrampft mit den internationalen Gästen ins Gespräch. Aspen ist lässig. Die mondäne Seele der Stadt – geprägt vom Jetset, der in edlen Hotels oder Zweitwohnsitzen logiert – ist reizvoll, ohne auszugrenzen. Einheimische, zahlreiche Saisonarbeiter, Skilehrer aus der ganzen Welt (1200 an der Zahl!), Skitouristen aus aller Herren Länder und Promis koexistieren harmonisch.

Geschichte

In Aspen fährt man seit über 70 Jahren Ski. Lange bevor der Sportboom einsetzte, wurde in Aspen Bergbau betrieben. Über 12 000 Menschen lebten einst im florierenden Silberminen-Städtchen, das Ende der 1880er bereits über eine erstaunliche Infrastruktur verfügte und zu den reichsten Städten Colorados zählte. Das Wheeler Opera House, im dem heute Theateraufführungen und exklusive Konzerte stattfinden, ist eines von vielen historischen Bauwerken, die erhalten sind. Zu den Juwelen aus der viktorianischen Zeit zählt auch das berühmte Hotel Jerome in der Main Street. Ein Besuch ist Pflicht, wenn man in Aspen urlaubt. Die legendäre Hotelbar, „The J-Bar“ ist ein Hotspot und steht jedem offen. PS: Grundsätzlich empfiehlt es sich in Restaurants an der Bar Platz zu nehmen. Dort zahlt man für Drinks und Essen deutlich weniger als im Restaurant-Bereich.

Einzigartig

Von der örtlichen Highschool aus führt ein Sessellift mitten ins Skigebiet der Highlands! Unvorstellbar: fällt über Nacht mehr als 30 cm Neuschnee, darf man als Angestellter die ersten zwei Bürostunden unentschuldigt blaumachen. Der Chef ist ohnehin ebenfalls auf der Piste! An Powderdays serviert man zwischen 10 und 11 Uhr an jedem Skiberg gratis Pancakes. Heiße Schokolade, warmen Apfelsaft und Müsliriegel gibt’s neben Sonnencreme auch ohne Schneefall täglich unentgeltlich. Aspen kooperiert mit Locals, die ihr Insiderwissen als Skiguides auf kostenlosen Orientierungstouren an Touristen weitergeben. Im Gegenzug für seine Dienste erhält ein „Ambassador“ den Skisaisonpass gratis. Seit 1979 stellen im Aspen Art Museum renommierte internationale Künstler ihre Werke aus. Der Eintritt in das 2014 neu erbaute, ganzjährig geöffnete und architekturpreisgekrönte Gebäude ist kostenlos.

Après-Ski

Ob in der „Ajax-Tavern“, im „Chair 9“ oder in beheizten Hotel- Außenpools: Après-Ski gestaltet sich in Aspen niveauvoll, dabei ungezwungen und bedeutet Lifestyle. Wer einmal im legendären „Cloud Nine“ Alpine Bistro einkehren möchte, muss mindestens 3 Wochen vorher reservieren und zwingend die Kreditkarte mitbringen. In der einfachen, ehemaligen Skihütte der örtlichen „Ski Patrol“ wird heute der größte Champagner-Umsatz in den Vereinigten Staaten erzielt!

Hausberg

Dem 3774 Meter hohen Highland Peak nähert man sich über die Fahrt mit dem Long Peak Sessellift an. Mit der Pistenraupe geht es ein Stück weiter, ehe man die restlichen 500 Höhenmeter aus eigener Kraft – die Ski auf den Rücken geschnallt – im Gänsemarsch über den Grat zum Gipfel aufsteigt, von wo aus sich ein atemberaubendes Panorama auf die umliegenden Viertausender eröffnet. Berüchtigt: die Abfahrt durch die 50 Grad steile Highland- Bowl.

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