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Trekkingstiefel im Test

Auch günstige Schuhe überzeugen

München - In den Bergen merkt man schnell, wo der Schuh drückt. Trekkingstiefel müssen robust sein, bequem sitzen, Schutz bieten und Wasser abhalten. Wie gut verschiedene Modelle das können, hat Stiftung Warentest geprüft. Ergebnis: Der teuerste Schuh ist nicht immer der Beste.

Der Berg ruft: Viele nutzen das Sommerwetter derzeit für einen Ausflug in höhere Gefilde. Damit die Wanderung tatsächlich zum entspannten Vergnügen wird, ist eines besonders wichtig: Der richtige Schuh. Er muss vieles können – und aushalten: Touren durch steiniges Gelände, über scharfe Felskanten und durch Bachläufe.

Stiftung Warentest hat für das August-Heft 15 Modelle, darunter viele von traditionsreichen Marken wie Lowa, Meindl und Hanwag, für Männer und Frauen dem Härtetest unterzogen. Das Ergebnis ist erfreulich: Zehn Trekkingstiefel halten, was sie versprechen.

Test auf dem Berg und im Labor

Geprüft wurden die Bergschuhe im Praxistest bei Wanderungen auf Mallorca ebenso wie im Labor. Der Tragekomfort und die Funktionstüchtigkeit waren genauso entscheidend wie die Haltbarkeit und Schadstoffe, die bei der Herstellung verwendet werden.

Fest steht: Ein Trekkingstiefel muss ein Allrounder sein. Ein leichtes An- und Ausziehen ist ebenso wichtig wie Stabilität für den Fuß, die richtige Passform und eine ordentliche Dämpfung. Der Schuh sollte einen weder mit nassem Fuß im Regen stehen lassen noch den Schweiß für sich behalten. Zudem müssen die Trekkingstiefel einiges aushalten, dafür keine Schadstoffe enthalten. Auch die technischen Details wie Schafthöhe, verfügbare Größen, das Gewicht und die Membran haben sich die Tester genauer angeschaut.

Gefährliche Stoffe im Schuh

Viele Modelle halten, was sie versprechen: Sechs Schuhe schnitten mit der Note 2,1 am besten ab, insgesamt erhielten zehn ein „gut“. Sieger ist der Trekker Lite II GTX von Aku für 160 Euro. Seine Beurteilungen sind in allen Bereichen sehr gut bis gut. Der Schuh überzeugte durch leichtes Gewicht, angenehmen Tragekomfort und gute Haltbarkeit. Damit schneidet dieser Trekkingstiefel besser ab als seine teureren Konkurrenten wie beispielsweise der Camino GTX von Lowa für Männer, der mit 220 Euro der teuerste unter den Besten ist. Die Tester loben die leichte Schnürung und eine gute Trittsicherheit. Nur knapp dahinter liegen mit der Note 2,2 die Klassiker von Meindl (Modelle Air Revolution 3.3 und Borneo 2 GTX) sowie der La Sportiva Omega GTX. Nicht mithalten konnten Jack Wolfskin und Mammut. Letzterer (Modell T-Advanced GTX Men) bekommt von Stiftung Warentest sogar ein „mangelhaft“, weil er stark erhöhte Schadstoffwerte aufweist. Der Stiefel enthält Naphtalin, das womöglich Krebs auslösen kann.

Der Wolfskin-Schuh Solid Trail Texapore Men präsentierte sich als Schön-Wetter-Schuh, der schnell undicht wird, wenig scheuerfest ist und nur in moderatem Gelände sicheren Tritt gibt. Wirklich überzeugt hat auch nicht der Billigste unter den Markenschuhen, der Keen Men Gypsum Mid. Für 150 Euro bietet er wenig Gewicht, ist aber relativ weich und hat einen niedrigen Schaft. Zudem urteilten die Tester: nur mäßig atmungsaktiv und wasserdicht. Insgesamt bekam er die Note 2,9.

Etwas außer der Reihe lief der Crivit Trekkingschuh, den Lidl für 21 Euro anbot. Da er als Trekkingschuh ausgewiesen ist, prüften die Wanderer auch ihn auf Herz und Nieren. Mehr als ein „ausreichend“ war aber nicht drin. Das Modell ist zu weich, bietet wenig Trittsicherheit und dämpft kaum. Für Freude am Berg lohnt es sich, ein wenig mehr auszugeben.

von Janine Tokarksi

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