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Bei strömendem Regen gingen die Profis auf der Marathon Langdistanz auf die Strecke.

Radsport

Aufwand zu groß: MTB-Festival fällt mindestens ein Jahr aus

Rottach-Egern - Der hervorragenden Stimmung hat das schlechte Wetter beim Mountainbike-Festival in Rottach-Egern keinen Abbruch getan. Die Veranstaltung verwandelte auch in seiner 13. Auflage das Tegernseer Tal in eine Bike-Landschaft.

1300 Starter und rund 8000 Besucher verzeichnete der Mountainbike-Marathon, der von Münchener Merkur und tz unterstützt wird. Doch die Zukunft des Großprojekts steht in den Sternen.

Voraussichtlich wird es den Mountainbike-Marathon im kommenden Jahr – zumindest vorerst – nicht mehr geben. Für die Veranstaltungsagentur Flowmotion wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, attraktive und sichere Strecken zu finden. „Um die Veranstaltung durchführen zu können, müssen sich Grundstückseigentümer mit einer Durchfahrt und dem Betreten ihrer Grundstücke einverstanden zeigen“, erklärt Festival-Sprecherin Maria von Kirschbaum.

Jedes Jahr steht das Team um Strecken-Chef Stefan Niedermaier mit rund 200 Eigentümern in Kontakt. „Da stecken mittlerweile zwischen 250 und 300 Arbeitsstunden darin“, sagt Flowmotion-Geschäftsführer Florian Hornsteiner. Und genau das rentiere sich in den kommenden Jahren nicht mehr. „Deshalb werden wir 2017 wahrscheinlich für ein Jahr aussetzen.“

Auch einheimische Fahrer erkennen, dass einiges falsch läuft in der Region. „Die Gegend ist genial zum Mountainbiken“, zeigt sich Hobby-Radler Max Stöckl aus Gmund begeistert vom Heimrennen. „Aber es ist sehr schade, dass man im Tegernseer Tal als Mountainbiker allerhöchstens nur geduldet wird.“

Fotos vom Mountainbike-Festival

Dieser Negativtrend hat der Stimmung am Wochenende, ebenso wie das schlechte Wetter, keinen Abbruch getan. Auch sportlich ging es wieder heiß her. Matthias Leising absolvierte die Langdistanz von 82,5 Kimometern und 3150 Höhenmetern in 3:54:09 Stunden. Damit fuhr er seinen Konkurrenten davon. Bei den Frauen konnte sich die deutsche Vize-Meisterin Silke Schmidt (4:46:04) durchsetzen.

Die dritte Auflage des ePerformance Race zeigte erneut steigende Teilnehmerzahlen (37). Trotz der nassen Strecken gab es heuer laut BRK keine schwereren Verletzungen. Die neue „Stier & Gams vom Wallberg“-Wertung kam bei den Fahrern sehr gut an. „Das gibt uns Fahrern viele Möglichkeiten“, findet Stöckl.

Und auch neben den sportlichen Ereignissen war dieses Jahr wieder ein buntes Rahmenprogramm angeboten. Rund 40 Aussteller präsentierten sich auf dem Festivalgelände. Am Samstag bereits konnten die rund 200 kleinen Strampler im Alter von zwei bis 14 Jahren ihr Können beim Kids Cup zeigen. Vielleicht wird das Tegernseer Tal in Zukunft doch noch eine echte Mountainbike-Region, was sich bei dem traumhaften Bergpanorama anbieten würde.

Michael Eham

 

Quelle: tz

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