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Der Berg ruft!

Nachschlage-Werk für Touren

Berg-Wissen für jeden Rucksack

Eine Wanderung, egal ob kurz oder stundenlang, wirkt oft wie ein ganz kurzer Urlaub – in dem leider auch mal etwas passieren kann. Daher haben die beiden Ärzte und Bergliebhaber Dr. Berend Feddersen und Dr. Harald Ausserer das Buch „Bergmedizin Expeditionsmedizin pocket“ geschrieben – im Rucksackformat.

Laie, Extrem-Kletterer oder Arzt: An wen richtet sich das Büchlein?

Dr. Berend Feddersen (im Bild) hat mit seinem Kollegen Dr. Harald Ausserer die häufigsten Symptome, die am Berg auftreten können, in "Bergmedizin Expeditionsmedizin pocket" zusammengestellt.

Jeder soll darin fündig werden: alle Wanderer, Tourengeher und auch Ärzte. Egal, ob es um einen Tagesausflug am Schliersee oder um eine Himalaya-Expedition geht, egal, ob der Trip im Sommer oder Winter stattfindet, es gibt Tipps zu jeder Bergart und Jahreszeit. Ein Kapitel dreht sich sogar explizit um Kinder. Ein Ziel hatten die Autoren Dr. Berend Feddersen, Oberarzt und Leiter des Ambulanten Palliative-Care-Teams der Uni München, sowie Dr. Harald Ausserer, Facharzt für Neurologie in Meran (Südtirol), beim Schreiben vor Augen: Das Büchlein soll das medizinische Wissen, das am Berg nötig werden kann, knapp darstellen. So ist ein leicht verständlicher Erste-Hilfe-Ratgeber entstanden, der in jede Jackentasche passt.

Warum haben die Autoren das Nachschlage-Werk veröffentlichen?

Dr. Feddersen und Dr. Ausserer wissen, wovon sie sprechen: Die Idee zum Büchlein, so schreiben sie im Vorwort, sei ihnen auf einer Himalaya-Expedition im Khumbu Himal, in Nepal, gekommen. Sie begleiteten dabei 33 Bergsteiger, Sherpas und Träger sowie ein Küchenteam während der Besteigung des Island Peak (6189 Meter) und bei einer Trekkingtour zu den Gokyo-Seen. Dabei seien viele verschiedene Krankheitssymptome aufgetreten, die vor allem wegen der schwierigen Bedingungen vor Ort nur schwer einzuordnen gewesen seien.

Wann sollte man das Büchlein in die Jackentasche stecken?

Nicht nur bei Expeditionen ins Himalaya-Gebirge! Denn auch bei einem Ausflug zur Zugspitze oder zum Kochelsee kann man sich verletzen, etwa den Knöchel verstauchen – und dann muss man trotzdem noch ein Stück zu Fuß laufen. Sei es, um den Abstieg zu bewältigen oder eben aus dem Funkloch herauszukommen, um Hilfe zu rufen. Das Büchlein bietet einen Überblick der häufigsten Symptome, die am Berg auftreten können. Zudem enthält es therapeutische Hilfestellungen, etwa: Wie lege ich einen Verband richtig an? Das Ganze ist natürlich bebildert. Aber auch ganz praktische Fragen, die während einer Tour auftreten, können beantwortet werden – etwa: Wie berechne ich eine Hangneigung?

Sollte ich das Büchlein schon vor der Bergtour mal durchblättern?

Selbstverständlich! Schließlich widmen Dr. Feddersen und Dr. Ausserer auch explizit ein Kapitel dem Thema Vorerkrankungen im Allgemeinen – und was man bei diesen im Besonderen beachten muss, will man tatsächlich hoch hinaus. So bekommen hier beispielsweise Wanderer und Kletterer genaue Empfehlungen, wenn sie etwa an Asthma, Herzinsuffizienz, Bluthochdruck oder Migräne leiden.

Und wenn ich an keiner Vorerkrankung leide?

Dann sollte ich das Kapitel „Notfallapotheke“ durchblättern. Dr. Feddersen und Dr. Ausserer betonen zwar, dass „die Zusammenstellung immer einen Kompromiss darstellt: Einerseits sollte alles dabei sein, andererseits ist das Gepäckvolumen stark limitiert“. Sie liefern aber dennoch überblickshaft Wirkstoff- und Dosis-Empfehlungen bei Fieber, Husten und Erbrechen, zudem bei allerlei Schmerzen im Hals oder Magen und diversen Verletzungen. Vielleicht sollte sich der eine oder andere auch im Vorfeld die Tipps für den Winter durchlesen. Denn hier wird auch auf die sogenannte 3x3-Regel eingegangen – die das Risiko einer Lawinenauslösung vermindern soll.

Ich starte meine Bergtour. Was muss ich in Bezug auf meinen Körper beachten?

Der Körper muss sich langsam an die Situation oben auf dem Berg gewöhnen. Wobei die eigene Trainingssituation keinen Einfluss auf diese „Akklimatisationsdauer“ habe – Alkoholkonsum und Medikamente indes schon, schreiben Dr. Feddersen und Dr. Ausserer. Was mit Lunge, Blut, Herz, Niere und Kreislauf passiert, schildern sie klar und knapp. Generell gelte: Das Gehtempo sollte der Höhe und der Belastung angepasst werden. Ein Merksatz: „Wer schneller geht als ein Ochse, der ist ein Ochse!“

Wie erkenne ich, ob ich am Schreckgespenst Höhenkrankheit leide?

Die Höhenkrankheit ist ein Sammelbegriff für viele Symptome, so Dr. Feddersen und Dr. Ausserer. Diese können auftreten, wenn sich der Mensch über 2500 Meter Meereshöhe befindet. In ihrem Buch erklären sie, warum Kurzatmigkeit, Enge im Brustkorb, Abgeschlagenheit, blutiger Husten und Angstzustände 6 bis 48 Stunden nach dem Erreichen der Höhe auftreten können – und wie man richtig reagiert. Dr. Feddersen und Dr. Ausserer machen klar: „Jeder kann zwar daran erkranken, aber keiner muss daran sterben.“ Sie geben zudem Tipps zur Vorbeugung. Auch enthält das Buch einen Fragebogen, mit dem der Wanderer das Krankheitsgefühl selbst erfassen kann.

Warum enthält das Büchlein auch einen Notfallausweis?

Weil dieses Blatt schnell zum Lebensretter werden kann. Der Grund: Ist ein Notfall passiert, sieht der Arzt in dieser Auflistung mit Passbild sofort, ob Vorerkrankungen bestehen – und welche Medikamente in welcher Dosierung eingenommen werden. Ohne Zeitverlust ist somit schnell Hilfe möglich. In einer anderen Tabelle zählen die Autoren wichtige Anlaufstellen im In- und Ausland sowie Notrufnummern auf.

Zusammenfassung: Angelika Mayr

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