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Griffig, stabil und trotzdem leicht: Es müssen nicht immer dicke Bergstiefel sein – moderne Leichtgewichtsschuhe geben auch in schwierigem Terrain durchaus guten Halt.

Gut zu Fuß

Bergschuhe: Die neue Leichtigkeit

Den Schuh kann man so wenig neu erfinden wie das Rad. Hat man gedacht. Auf der diesjährigen Fachmesse „OutDoor“ in Friedrichshafen tritt aber gerade er groß in Erscheinung.

Geröllbrocken, Felsabsätze, Schneefelder oder Gletschereis – wer in alpinem Terrain vorankommen möchte, hat es nicht immer leicht. Den Fuß zu stützen und zu schützen, ist daher Aufgabe funktioneller Bergschuhe. Diese Schutzfunktion überträgt sich von unten beginnend auf den ganzen Bergsteiger: Im Gebirge entscheidet der richtige Tritt über Sicherheit oder Unsicherheit. Hochwertiges Schuhwerk spielt deshalb eine wichtige Rolle. Ein wortwörtlich bodenständiges Produkt steht daher heuer im Fokus: Schuhe sind ein großes Messethema. Sie reflektieren die Trends in all ihrer Bandbreite.

Schnellere Gangart

Besonders auffällig: Der Bergstiefel tritt in den Hintergrund; den großen Auftritt haben leichtere, niedrige Modelle. Denn inzwischen geht es nicht mehr nur ums geruhsame Wandern. Die Trends, die am Berg Fuß fassen, schlagen alle eine rasante Gangart ein: Speed Hiking, Trail Running, Ultra Running. Straßenläufe sind zwar immer noch beliebt, aber die Lauf-Veranstaltungen, die aktuell richtig boomen (und sehr schnell ausgebucht sind), finden in den Bergen statt.

Dem tragen die Hersteller gerne Rechnung. Die Marke Dynafit, bekannt für ihre Skitouren-Sprints im Winter, geht auch im Sommer mit dem Motto „Speed Up“ in die Berge. Sehr leicht und mit Krallenprofil gerüstet sind hier die Schuhe. Für Ultraläufer gibt es wiederum spezielle, ausdauernde Modelle. Dementsprechend leicht und Müsliriegel-groß ist die passende Bekleidung, und die Rucksäcke erscheinen kaum mehr als eine Weste zu sein. Dafür kann man die Stöcke anbringen, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen und die Trinkflasche sitzt griffbereit auf Hüfthöhe.

Der Aufstieg vom Zustieg

Aber nicht jeder sucht den Spurt am Berg. Dennoch verändert sich die Schuhauswahl merklich. Die Traditionalisten in Braun und Ocker werden auf den Messe-Ständen regelrecht überstrahlt von den leuchtenden, leichten Approach-Schuhen. Approach ist der englische Begriff für Zustieg, und ursprünglich ging es bei dieser Kategorie tatsächlich um den Gang des Kletterers vom Parkplatz hinauf zum Kletterfelsen – wo er dann in die engen Kletterschuhe schlüpfte. Doch immer mehr werden die niedrigeren, aber stabilen Schuhe zweckentfremdet und für „normale“ Touren eingesetzt.

Das richtige Gespür

Der große Vorteil: Weniger Gewicht an den Füßen bedeutet mehr Energie und mehr Komfort. Dazu sind die Zustiegsmodelle vielseitig, lassen sich im Alltag genauso wie am Klettersteig tragen. Kein Wunder also, dass sie nun in aller Vielfalt (und allen Farben) zu sehen sind. Die Marke Dachstein präsentiert dabei eine besonders gefühlvolle Variante. Der „Spürsinn“ wurde entwickelt mit dem blinden Profibergsteiger Andy Holzer. Eine einleuchtende Zusammenarbeit, denn Holzer ist bekannt für seine sehr bewusste Auseinandersetzung mit der Sinneswelt am Berg. Der Tastsinn des Fußes spielt dabei eine wichtige Rolle.

Natürlich sind die niedrigen Leichtmodelle nicht für jeden die richtige Wahl. „Wer zum Umknicken tendiert oder sich in niedrigen Schuhen unsicher fühlt, sollte auch hohe Stiefel tragen,“ betont Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein. Er selbst zieht sich als „Rundum-Bergler“ so ziemlich jeden Schuh an. „Die Bergwelt ist doch gerade so spannend, weil sie ein solch breites Spielfeld ist. Ich laufe viel mit Tempo – mein Lieblingstraining in meiner Lieblingslandschaft. Genauso wandere ich gerne ganz entspannt. Das eine schließt das andere nicht aus. Mit meiner Tochter in der Kraxe auf dem Rücken schwitze ich trotzdem!“

Gutes Klima

Ein weiterer Trend, der in viele Schuhe schlüpft, ist die Surround-Technologie von Gore, die für ein rundum gutes Klima sorgen soll. Die spezielle Sohlenkonstruktion lässt wasserdichte Schuhe auch nach unten atmen. Die Belüftung mit ihrem futuristisch anmutenden Design wird in die unterschiedlichsten Schuhe integriert: vom Freizeitmodell bei Salewa über sportliche Zustiegsschuhe bei La Sportiva bis hin zum Alpinstiefel bei Mammut. Und die Hersteller deuten an, dass es bei den Bergschuh-Trends auch noch Luft nach oben gibt.

Von Sissi Pärsch

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