Münchner (53) brutal zusammengeschlagen - Täter flüchtig

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Dramatische Felsarena: Vom 2011 Meter hohen Gipfel des Mitterkaiser zeigt sich das Kaisergebirge von seiner wildesten Seite.

Bergtour im Kaisergebirge

Zu den wilden Zacken

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Ein bisschen ungläubig schauen sie immer, die Bustouristen an der Griesner Alm, wenn sie in ihrem eher engen Radius ausschwärmen. Und nur ein paar Meter hinter dem asphaltierten Wendekreis erkennen...

...dass an dem Holzbrückerl, keinen Meter breit und ohne Geländer, das unkomplizierte Spazierterrain endet. An dieser Stelle blicken die „Flachlandtiroler“ dann staunend hinauf zu den schroffen Felstürmen und wild gezackten Graten: Wie bitte, da soll es hinauf und wieder hinunter gehen? Was auf den ersten Blick äußerst waghalsig erscheint, ist allerdings halb so wild, obwohl es sich bei dem Gebirge ja um den Wilden Kaiser handelt: Ins Griesnerkar führt nicht nur eine beliebte Skitour, sondern auch eine sehr attraktive Wanderung mit einer finalen Felskraxelei auf den 2011 Meter hohen Gipfel des Mitterkaiser.

Ab der Hütte wird’s knackig

Keine Frage, der Wilde Kaiser macht seinem Namen alle Ehre. Egal ob man ihn aus der Ferne oder aus unmittelbarer Nähe betrachtet: Diese unglaublich vielen Zacken, diese fast senkrechten und imposant aufragenden Wände, die scharf konturierten Grate – ja, es ist eine wirklich wilde Gegend. Das Griesnerkar selbst zählt im Sommer zu den ruhigeren Gegenden des Kaisergebirges. Das mag daran liegen, dass es mit der Fritz-Pflaum-Hütte (1868 Meter) zwar eine Unterkunft gibt, aber eben bloß eine unbewirtschaftete Selbstversorgerhütte. Zu der jeder Wanderer, so steht es zu Beginn der Tour im Wald auf Schildern angeschrieben, am besten fünf Scheite Brennholz in seinen Rucksack packen und hinaufschleppen soll. Und die gemäßigteren Gipfelziele jenseits extremer Wandklettereien lassen sich zudem an den Fingern einer Hand abzählen: Auf Regalpspitze, Ackerlspitze und Lärcheneggspitze führen Routen, die der erfahrene Alpinist bewältigen kann. Und eben auf den Mitterkaiser, quasi den Hausberg der Fritz-Pflaum-Hütte. Bis zu der Selbstversorgerhütte ist der Weg gut markiert und, gemessen an der wilden Landschaft ringsherum, erstaunlich moderat. Nach der Waldpassage (mit dem Brennholzdepot) windet sich ein schöner Steig Meter für Meter hinauf ins Griesnerkar. Der Predigtstuhl mit seiner Nordkante (übrigens eine wunderbare alpine Genussklettertour) und die Hintere Goinger Halt bilden auf der rechten Seite die eindrucksvolle Kulisse, links baut sich der Mitterkaiser auf. Um auf ihn zu gelangen, muss man allerdings erst rund zwei Stunden zur Fritz-Pflaum-Hütte wandern. Hier macht die Route fast einen 180-Grad-Knick – scharf nach links zurück beginnt die leichte Felskletterei hinauf zu Vor- und Hauptgipfel

Doch Vorsicht! Absolute Normalwanderer sollten sich mit der Hütte als Etappenziel begnügen, sich ein sonniges Plätzchen suchen und die auch hier bereits grandiose Aussicht im Talschluss des Griesnerkars genießen. Denn die 140 Höhenmeter hinauf zum Mitterkaiser stellen nun deutlich höhere Anforderungen: Eine felsige Rinne mit nicht immer festem Gestein – die Benutzung eines Steinschlaghelms ist ratsam – muss in Auf- und Abstieg durchklettert werden (Schwierigkeitsgrad I bis II nach UIAA-Norm). Am Ausstieg der Rinne ist zudem steiles Schrofengelände zu bewältigen. Bis zum Vorgipfel mit einem Steinmandl, übrigens dem höchsten Punkt, sind es bloß noch wenige Minuten. Eine Viertelstunde weiter am stellenweise ausgesetzten Gipfelgrat entlang befindet sich, sieben Meter tiefer gelegen, der 2011 Meter hohe Hauptgipfel mit Kreuz und Gipfelbuch – auch für diese Passage ist noch einmal hundertprozentige Konzentration gefragt.

Der Lohn des gut dreistündigen Aufstiegs: eine ungewöhnliche Perspektive aufs Griesnerkar und das erhabene Gefühl, einen wilden Gipfel bestiegen zu haben. Kein Wunder also, dass später bei der Einkehr auf der Terrasse der Griesner Alm die Sandalenträger erstaunt schauen auf jene mit dem vielen Felsstaub an den dicken Bergschuhen...

Martin Becker

MITTERKAISER (2011 METER)

ANFAHRT – A 8 München – Salzburg bis zum Inntaldreieck. Weiter auf der A 93 bis zur Ausfahrt Oberaudorf. Nun die Tiroler Bundesstraße 172 über Walchsee Richtung Kössen, dort am Kreisverkehr abbiegen auf die B 176 Richtung Schwendt – nach etwa zehn Kilometern erreicht man den Ort Griesenau. Dort zweigt rechts die Mautstraße ins Kaiserbachtal ab (3 Euro für Pkw), an deren Ende die Griesner Alm liegt.

TOUR – Von der Griesner Alm zunächst nach Westen auf dem Weg Richtung Stripsenjochhaus. Am Ende eines großen Grashangs biegt der Weg nach links hinauf ab – im Wald verzweigen sich die Routen an einem Wegweiser: Wir folgen nun nach links dem Pfad zur Fritz-Pflaum-Hütte ins Griesnerkar. Bis zur Hütte ist die Wegfindung klar: Nach der Waldpassage schlängelt sich der durchweg gute Steig durchs große Griesner Tor hinauf zur Hütte (ca. 2 Stunden). Von der Hütte aus ist beim Blick nach Norden in etwa 200 Metern Distanz die Felsrinne, die hinauf in Schrofen- und Latschengelände führt, gut erkennbar. Die Rinne wird durchklettert (I bis II UIAA; bei Nässe heikel). Auf danach wieder ordentlichem Steig geht es zum Vorgipfel und von diesem in weiteren zehn Minuten mit kurzen (ausgesetzten) Kletterstellen zum Kreuz des Hauptgipfels (eine Stunde ab der Fritz-Pflaum-Hütte). Abstieg: Auf der Anstiegsroute zurück zum Ausgangspunkt. Insgesamt knapp 1000 Höhenmeter.

KARTE – Kompass-Karte 9, Kaisergebirge; Alpenvereinskarte 8, Kaisergebirge.

EINKEHR – Griesner Alm, 1024 m; www.griesneralm.at

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