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Eine der berühmtesten Abfahrten der Welt ist die Kandahar im Skigebiet Garmisch-Classic, hier der Starthang. Fehlt nur noch der Schnee – die Pistenbetreiber hoffen auf einen guten Winter.

Wintersaison 2014/15

Das ist neu in unseren Skigebieten

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Was kommt nach dem verregneten Sommer und dem goldenen Herbst? Ein schneereicher, kalter Winter? Darauf hoffen die heimischen Skigebiete, die mit allerlei Neuerungen in den Startlöchern stehen.

Unter dem Motto „Fit für die Zukunft“ stand der Sommer im Skigebietsverbund „Alpenplus“. Auf Hochtouren laufen die Arbeiten am Sudelfeld und am Brauneck, wo neue Sechser-Sesselbahnen modernen Ersatz bieten für einige Schlepplifte. Aber auch strukturell gibt es Neuerungen.

So hat Alpenplus (zum Verbund gehören außer Brauneck und Sudelfeld die Skigebiete Spitzingsee und Zahmer Kaiser sowie die Wallbergbahn) die Altersgrenze für Jugendliche heraufgesetzt: auf einschließlich 18 Jahre, sodass junge Erwachsene noch in den Genuss des günstigeren Jugendtarifs kommen.

Neu ist ab diesem Winter zudem eine Kooperation mit fünf benachbarten Skigebieten, nämlich Kössen in Tirol sowie Wendelstein (Brannenburg und Bayrischzell), Kampenwand (Aschau), Hochfelln (Bergen) und Hocheck (Oberaudorf). „5 Berge & Co.“ heißt das Angebot – wer über einen Alpenplus-Saisonskipass verfügt, erhält das Tagesticket in den fünf neuen Partnergebieten zum halben Preis.

Sudelfeld rüstet mächtig auf

Den größten Sprung wagt heuer, nach acht Jahren Planungsvorlauf und auch Protesten von Naturschutzverbände, das Sudelfeld. Seit gestern wird Wasser in einen 155.000 Kubikmeter fassenden, recht tiefen Speichersee nahe der Walleralm gepumpt, der künftig als Reservoir für Beschneiungsanlagen dient. Zugleich erhält das seit 1947 existierende und liftmäßig etwas in die Jahre gekommene Skigebiet neuen Pep durch moderne Anlagen: Eine komfortable Sechser-Sesselbahn mit Kindersicherung, Sitzheizung und Wetterschutzhaube ersetzt die sehr steilen Schlepplifte am Waldkopf, was insbesondere Anfängern und Kindern den Einstieg ins Skigebiet erleichtert und aufgrund höherer Förderkapazität die Wartezeiten verringert.

In diesem Kontext wird aktuell auch die Talstation komplett modernisiert: Das neue Servicezentrum (noch laufen die Bauarbeiten) soll ab Dezember auf 500 Quadratmetern Fläche überdachte Kassen, beheizte Skidepots (zur Tages- und Dauervermietung), Skischule sowie einen Shop mit Skiverleih und Service beinhalten. Direkt an der Talstation befindet sich fortan auch das neue Kinderland - bislang mussten die Kleinsten zunächst einen recht weiten Fußmarsch absolvieren.

Für Tourengeher bietet das Sudelfeld ferner eine Saisonkarte an. Im Preis von 150 Euro sind neben Parkgebühren auch 30 Stunden Liftbenutzung, die stundenweise abgerechnet werden, enthalten. Für Alpinskifahrer steigen die Preise um etwa acht Prozent (Tagesskipass 31 Euro, Kinder 16 Euro); attraktiv für Eltern mit Kindern bleibt die Familientageskarte (77 Euro).

Sechser-Sesselbahn mit Kindererkennung

Ein bisschen teurer, etwa sieben Prozent, wird’s auch am Brauneck, wo die Tageskarte nun 34 Euro kostet. Dafür geht es von der Wegscheider Seite aus künftig schneller und einfacher hinauf in den Kotalmkessel: mit dem neuen Milchhäusl-Express, der die alten Schlepplifte Milchhäusl und Zuckerhütl ersetzt und die Wintersportler in sechs Minuten Fahrzeit nach oben transportiert. Die Sechser-Sesselbahn ist kinderfreundlich ausgestattet: Ein automatischer Hubtisch am Einstiegsförderband erkennt, wenn ein Kind einsteigt - es wird dann angehoben. Auch das lästige Bergaufstapfen am Draxlhang entfällt, denn die neue Sesselbahn-Talstation wurde 30 Meter nach unten verlegt, der bislang unpraktische Übergang endlich optimiert.

Mobiler Snowpark am Spitzingsee

Am Spitzingsee gibt es keine neuen Anlagen, aber mit der britischen Automarke Mini einen neuen Titelsponsor für den Snowpark im Firstalmkessel. Burton, dessen Name bislang über den Sprungschanzen und Obstacles stand, ist in dieser Saison mit seinem mobilen Kids-Park präsent. Das Angebot für Kinder zwischen drei und sechs Jahren soll auf spaßige und spielerische Weise einen ersten Eindruck vom Snowboarden vermitteln. Aufgebaut wird dieser sogenannte Riglet Park am 10. Januar, 21. Februar und 28. März 2015 an der Talstation der Stümpflingbahn.

Freeride-Kurse aus der Zugspitze

Auch in Garmisch-Partenkirchen tut sich allerlei. Im Gletscherskigebiet direkt unterhalb der Zugspitze kann man nicht nur über die mit seinen 20 Kilometer langen Naturschneepisten wedeln, sondern auch auf Kufen Tempo machen: Auf dem Rodelhang Schneefernerkopf, auf der Rodelbahn Sonnenkar hinunter ins Weiße Tal sowie auf der Rodelbahn Wetterwandeck werden Höhenmeter ganz flott im Sitzen zurückgelegt, begleitet von tollen Panoramablicken. Wer keine eigene Ausrüstung dabei hat, kann im Untergeschoss des Gletscherrestaurants „Sonnalpin“ Zipfelbob und Helm für Euro pro Tag ausleihen.

Beliebt ist das Zugspitzrevier aber vor allem bei Tiefschneefreunden. Für Freerider umfasst das Angebot informative Checkpoints und geführte Kurse. Ein Tagesskipass auf der Zugspitze kostet für Erwachsene 42,50 Euro (Familienermäßigung: 57 Euro für einen Erwachsenen und ein Kind bis 18 Jahre). Egal ob dann schon Wintersport möglich ist oder nicht: Deutschlands höchster Christkindlmarkt sorgt auf der Terrasse des „Sonnalpin“ auf jeden Fall für winterliche Stimmung an den Wochenenden 29./30. November und 6./7. Dezember.

Boxenstopp an der Hausbergbahn

Eine Etage tiefer, im WM-erprobten „Classic“-Revier von Garmisch-Partenkirchen mit abwechslungsreichen 40 Pistenkilometern inklusive vier beschneiten Talabfahrten, bleibt die weltberühmte Kandahar-Abfahrt das Zugpferd für sportlich Ambitionierte. Neu gestaltet ist das Kinderland für zukünftige Pistenflitzer neben der Bergstation der Hausbergbahn. Für die Saison 2014/2015 erhält das Kinderland ein flottes Design mit dem Thema „Boxenstopp“. Verschiedene Elemente wie Wellen, Hütchen und Torbögen bringen schon die kleinen „Rennfahrer“ auf den richtigen Kurs, schulen die Fahrtechnik und wecken Bewegungsfreude. Von der neuen Tribüne aus können sich stolze Eltern einen Überblick über die Fortschritte ihrer Nachwuchs-Pistenflitzer verschaffen. Ein Tagesskipass im Gebiet Garmisch-Classic kostet für Erwachsene 39,50 Euro (Familienermäßigung ein Erwachsener und ein Kind: 55 Euro).

Sowohl nach Garmisch als auch auf die Zugspitze kommt man übrigens bequem, staufrei und umweltfreundlich von München aus mit der Bahn. Das Kombiticket (Tagesskipass plus Fahrt mit dem Regionalzug) kostet 44 Euro fürs Classic-Gebiet, 50 Euro für die Zugspitze.

In Ruhe rodeln auf dem Wank

Vis-a-vis lockt der idyllischer Bergwinter in den Weihnachtsferien Winterwanderer und Rodelfans auf den Wank, wohin die Bergbahn allerdings nur vom 25. Dezember bis 6. Januar fährt. Ruhe und Sonne abseits des quirligen Pistenbetriebs: Hier steht die Entschleunigung im Vordergrund. Eine präparierte Rodelbahn im Bereich des alten Gipfelliftes lädt zu Zipfelbobfahrten ein. Je nach Schneeverhältnissen bietet die frei zugängliche Strecke eine bis zu 400 Meter lange Rodelgaudi. Zipfelbobs können kostenlos gegen Pfand an der Bergstation ausgeliehen werden. Eine Berg- und Talfahrt mit der Wankbahn kostet 20 Euro für Erwachsene. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 18 Jahren zahlen in Begleitung mindestens eines Elternteils vier Euro für die Berg- und Talfahrt.

Weitere Informationen: www.alpenplus.com, www.5-berge.com, www.zugspitze.de

Von Martin Becker

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