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Auf der Suche nach dem perfekten Schnee um die Welt: Das Buch-Cover von Michael Neumanns Buch "Endless Winter".

365 Tage

Ein Jahr Skifahren nonstop: "Endless Winter"

Dass der Winter niemals zu Ende geht - Das wünschen sich viele Skifahrer. Autor und Fotograf hat über seiner Suche nach dem ewigen Winter und dem perfekten Schnee geschrieben. Eine Ski-Reise um die Welt.

Die Surfer zelebrieren ihren "Endless summer" schon seit Jahrzehnten, 365 Tage im Jahr sind sie auf der Suche nach der perfekten Welle. Nun kommen vermehrt auch die Skifahrer auf den Geschmack - nur andersherum. Diese immerwährende Suche nach dem perfekten Schnee führte den Autor und Fotografen Michael Neumann einmal um den Globus. In 12 Kapiteln zeigt er auf, wie und wo man ein Jahr lang Skifahren kann. Vom Zillertal über den Arlberg führt die Reise via Colorado, Alaska und die Lyngen Alps bis nach Chile und Argentinien - und wieder zurück.

Der gleichnamige Film zum Buch

Der Film zum Buch erscheint demnächst Michael Neumann ist dafür nach Chile gereist, auf den Spuren seines „Endless Winters“. Begleitet wurde er dabei von professionellen Ridern sowie von Henne von Janda (Stilbezirk), der die Verfilmung produziert.

Henne, was war die Idee Eurer Reise nach Chile? 

Grundlage war das Buch von Michael Neumann. Er ist Mr. Endless Winter. Eigentlich wollten wir nur einen der üblichen „Skipornos“ produzieren. Aber dann ist alles etwas anders gekommen.

Was ist das Besondere an dem Film? 

In der Skiszene werden eigentlich fast nur reine Actionfilme produziert. Wir sind nach unserer ersten Chile-Reise mit einer Dokumentation über das Skifahren, der Suche nach dem Endless Winter und den Träumen des Lebens im Gepäck nach Hause gekommen. Und vor allem haben wir Anton Sponar getroffen. Anton lebt den Traum vom Winter schon seit über 50 Jahren. Er hat in Chile ein paar Berge gekauft und betreibt dort sein Catski-Unternehmen Ski Arpa. Wenn in Chile der Sommer kommt, packt er seine Skier und arbeitet über den Winter auf der Nordhalbkugel in Aspen als Skilehrer. So kommt er auf über 300 Tage im Schnee – jedes Jahr, seit 1961. Anton ist dieses Jahr 80 geworden. Es gibt keinen noch so krassen Ski-Pro, der dem alten Österreicher in Sachen Snowtime das Wasser reichen könnte. Für uns – die Agentur stilbezirk – war es auch das erste Mal, dass wir eine Dokumentation produzieren. Bisher haben wir fast nur Action-, Image-, und Werbeclips umgesetzt. Öfter mal was Neues also.

Was unterscheidet die Anden von den Alpen? 

Die Höhe der Berge, die Anzahl der Berge, die Unerschlossenheit der Berge. In vielen Gebieten fängt der Schnee erst ab 3000 Metern an – dafür kann man aber auch bis auf 5500 Meter rauf. Der Powder hält sich durch die trockene Luft oft wochenlang. Und Südhänge sind dort die wahren Nordhänge.

Habt Ihr das alles selbst finanziert? 

Gott bewahre. Für unsere Produktion hat uns BMW für alle drei Trips – zweimal Chile, einmal Aspen – einige flotte X1 und X5 zur Verfügung gestellt. Und einen mittleren Benzinkosten- Zuschuss gab es auch. Da wir fast 4000 Kilometer auf der Panamericana und Dirtroads zurückgelegt haben, waren das wirklich hilfreiche Reisegefährten. Und auch die Puma Lodge hat uns mit Unterkunft und Heli-Time unterstützt. Das ist eine fette Heli-Base, 80 Kilometer südlich von Santiago de Chile. Luxus pur: Vom Frühstückstisch via Heli auf 5000 Meter dauert es keine 15 Minuten. Das Terrain ist unendlich und stellenweise wie Alaska. Anders als dort hat man aber sehr lange Schönwetterperioden. Eine Woche Downday kommt dort so gut wie nie vor. Ein weiterer Partner war die Air France, die uns kostenlos nach Santiago geflogen hat. Das nächste Mal aber bitte Business, okay? (lacht)

Wer war alles dabei? 

Als Athleten Christian Reichenberger, Roman Rohrmoser, Felix Wiemers und beim ersten Trip auch Lukas Ebenbichler. In Aspen hatten wir den Sebastian Hannemann am Start. Hinter der Fotokamera war Michael Neumann, gefilmt haben Jonas Abenstein und ich.

Anekdoten? 

Da gibt es viele. Das fing schon damit an, wie ich Michael kennen gelernt habe. Er hat uns mit seinem Skimodel in Gargellen die Line geklaut. Und dann hat er mich beim Après-Ski überredet, mit ihm den Film zu machen. Ein paar Monate später saßen wir in der Puma Lodge und haben Pisco Sour getrunken. Schön auch, wie unser Kamera-Rookie Jonas den Ski-Pros die App „Tinder“ nähergebracht hat (eine Dating-App, d. Red.). Oder wie wir Drew Tabke, Gewinner der Freeride World Tour, am Straßenrand beim Trampen aufgegabelt haben.

Ein paar letzte Worte zu Wetter und Schnee …

Wie gesagt: Das Wetter ist in den zentralen Anden ist oft lange gut. Es gibt pro Jahr nur einige wenige Schneefälle, diese sind dann aber umso intensiver. Aufgrund der trockenen Luft findet man auch Wochen nach dem letzten Schneefall noch staubenden Powder – sofern es nicht ausnahmsweise so warm ist wie ausgerechnet bei unseren Dreharbeiten auf 5800 Meter. Im Süden kann das Wetter dagegen oft sehr wechselhaft sein. Es gibt viele Schauer, hier ist der Schnee oft matschig und eisig. Vor allem auf den Vulkanen. Aber egal, denn die Landschaft gleicht es aus. Es ist einfach ein Traum: „El sueño de mi Vida – der Traum meines Lebens“.

Weiter Infos zum Film, der diesen Herbst erscheinen soll, gibt es unter: www.endlesswintermovie.com.

powderdays

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