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Zellen fahren gerne Fahrrad

Wie würden Sie gerne im Alter aussehen, wenn Sie ein Auto wären? Wie ein blitzblanker Oldtimer, der auf der Straße alle Blicke auf sich zieht?

Oder wie eine Rostlaube, die im Wald schon halb von Pflanzen überwuchert ist und immer weiter zerfällt? Klar, dass Sie den blitzenden Oldtimer wählen würden. Doch ist er nur so gut in Schuss, weil ihn sein Besitzer gepflegt hat – und so sollten Sie es auch mit Ihrem Körper halten, rät Prof. Martin Halle, Sportund Präventivmediziner an der Technischen Universität München. Wie man durch viel Bewegung und die richtige Ernährung länger fit bleibt, verrät er auch in seinem neuen Buch: „Zellen fahren gerne Fahrrad“.

So wie man es mit dem Essen halten sollte, verzichtet Halle auch bei seinem Buch auf schwere Kost – und erspart dem Leser den üblichen Medizinsprech. Locker flockig, leicht verständlich und mit viel Wissenswertem garniert, macht Halle den Lesern Lust, sich mal wieder aufs Fahrrad zu schwingen oder die Laufschuhe zu schnüren. Denn das ist gut für den „E-Faktor“. Das ist kein pseudowissenschaftlicher Schnickschnack: Das „E“ ist lediglich die Abkürzung für Endothel. Das ist das Gewebe, das die Blutgefäße im Inneren auskleidet. Sie sind es vor allem, die unter zu fettem Essen und zu wenig Bewegung leiden. Auf Dauer verlieren sie an Elastizität, verengen sich. Beides kostet Lebensjahre.

„Nichts ist schlimmer, als reparieren zu müssen, wo doch Vorsorge und guter Lebensstil vieles hätten verhindern können“, findet Halle. Der Mediziner gibt in seinem Buch darum nicht allgemeine Ratschläge, sondern auch Hilfe bei der praktischen Umsetzung – mit dem E-Punkte- Programm. Zuvor kann der Leser mit einem Test am Ende des Buchs feststellen, wie es um seine Gefäße bestellt ist – ob sie blitzblank sind oder einen Rostansatz haben.

ANDREA EPPNER

DAS BUCH

Buchtipp M. Halle: „Zellen fahren gerne Fahrrad – Mit gesunden Gefäßen länger jung bleiben“, Mosaik Verlag, 2012, 19,99 Euro, ISBN: 978-3-442-39225-4

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