+
Im Tiroler Leutaschtal werden die zahlreichen Kapellen mit viel Liebe und Aufwand gepflegt:

Christliches Hochtal

Sonnige Wanderung in Leutasch

In dem langgestreckten Hochtal der Tiroler Leutasch hat fast jeder kleine Weiler eine eigene Kapelle. Einige der insgesamt 20 Leutascher Gotteshäuser kann man auf dieser Tour verbinden.

Für uns Wanderer ist es dabei gleich, ob Schnee liegt oder nicht – gegebenfalls werden die Wege in der Leutasch gut geräumt. Und die Sonne scheint rund um Weidach auch im Hochwinter häufig.

So führt uns der aussichtsreiche Weg mit Blick auf die Hohe Munde zunächst nach Kirchplatzl. Wie der Name schon sagt, erhebt sich hier die einzige größere Kirche in der oberen Leutasch. Die Pfarrkirche „St. Magdalena“ ist mit Baujahr 1820-21 zwar recht jung, doch ihre Vorgängerbauten gingen bis ins Jahr 1190 zurück. Das farbenfrohe Innere zeigt unter anderem schöne Deckengemälde, links oben ist das Leutaschtal zur Erntezeit aufgemalt. Noch vor der Kirche passiert man übrigens das Ganghofer-Museum, gewidmet dem Schriftsteller, der lange Jahre ein riesiges Jagdrevier im Gaistal am Ende des Leutaschtals hütete. Weiter geht’s mit etwas Auf und Ab durch Wald zum Weidachsee. Er zeigt zu dieser Jahreszeit ein recht eigentümliches Aussehen: Aus dem ausgetrockneten Grund ragen zahlreiche Holzstege einsam heraus. Im Frühjahr und Sommer hingegen sammelt sich hier viel Wasser – zur Freude der vielen Angler, die von den Stegen aus fischen können. Schon zu Kaiser Maximilians Zeiten vor über 500 Jahren war der Weidachsee als Fischereigewässer bekannt.

In Weidach passiert man die Katznerkapelle aus dem Jahr 1790 mit barocken Kreuzwegtafeln an den Seitenwänden. In Weidach, dem Zentrum der langgestreckten Leutasch, finden sich zahlreiche Hotels und Gaststätten für eine Einkehr.

Der zweite Teil der Wanderung setzt sich entlang der Leutascher Ache fort, die hinten im Gaistal zwischen Wetterstein und Mieminger Kette entspringt. Im Norden überragen die Gehrenspitze, der Öfelekopf und die Wettersteinwand den Fluss.

Ein hölzerner Glockenturm

Die Marienkapelle Obere Gasse ist die größte Kapelle im ganzen Tal.

Die zweite Kapelle der Tour mit schönem Glockenturm empfängt uns dann im Dörfchen Lehner. Sie heißt auch „Veitlkapelle“, da sie neben dem Veitlhof steht. Das stattliche kleine Gotteshaus von 1721 bietet immerhin 30 Personen Platz. Über der Eingangstür trägt sie ein Gemälde, das die Flucht nach Ägypten zeigt. Bald danach, im Gemeindeteil „Gasse“, folgt auch schon die nächste Kapelle. Sie ist die größte im ganzen Tal und wurde 1790 erbaut. Der hölzerne Glockenturm, die Sonnenuhr über der Eingangstür und die verzierten Fenster beweisen ebenso wie das schmuckvolle Innere, dass die Leutascher Kapellen von der heimischen Bevölkerung mit viel Liebe und Aufwand gepflegt und auch immer wieder restauriert werden.

Wer auf der Rückfahrt aufmerksam ist, wird unter anderem auch in den Weilern Puitbach, Reindlau, Oberlochlehn und Lochlehn in Straßennähe schöne Kapellen sehen, die den einen oder anderen Stopp lohnen. Übrigens wurde das Hochtal erst im Mittelalter durch klösterliche Besitzer aus Tirol und Bayern mit bäuerlichen Anwesen besiedelt. Noch im 18. Jahrhundert lebten in der Leutasch 800 Menschen in mehr als einem Dutzend kleinen Siedlungen. Heute sind es rund 2300 Einwohner in 23 einzelnen Dörfern.

Nach Gasse ist bald der Parkplatz wieder erreicht. Hierher kommt man auch von der nahen Loipe zurück – sofern Frau Holle zum Jahresende den Wintersportlern gnädig ist.

von Christian Rauch

RUND UM WEIDACH

ANFAHRT – Über die A 95 München-Garmisch und die B 2 Richtung Mittenwald. Hinter Mittenwald in die Leutasch. Im Ortsteil Gasse nicht links Richtung Seefeld, sondern geradeaus weiter. Nach einer Linkskurve liegt der Ausgangspunkt, ein Parkplatz zwischen Gasse und Kirchplatzl. 

WANDERUNG – Gehzeit: ca. 2,5-3 Stunden. Einfache Straßen und Wege. Bei Schnee geräumt, notfalls auf Stra- ßen nahe der Fußwege ausweichen. An manchen Abschnitten evtl. eisig oder rutschig! Vom Parkplatz zur Straße zurück, links und beim Wegkreuz links in die landwirtschaftliche Straße. Auf einem Fußweg rechts am Bergfuß oder auf dem Sträßchen nach Kirchplatzl. Dort das Ganghofer-Museum. Links haltend zur Kirche. Aus der Kirche hinaus, geradeaus über den Hotel-Parkplatz, dann links. Dem Schild „Gaistal“ folgend zur Durchgangsstraße. An ihr kurz links, dann rechts ab. Über den Fluss, dann Richtung Weidachsee. Nach Querung der Loipe im Wald bergauf. Oben Richtung Oberweidach und bald links bergab. Am Weidachsee entlang. Nach der Fischerei rechts zum Forellenhof dann links in den Ort. Vor dem Quellenhof rechts zur Kapelle. An der Straße weiter durch den Ort, an der querenden Hauptstraße vor der Tourist-Info links. Vor der Brücke rechts auf den Fußweg am Fluss. Richtung Ahrn links über die Brücke und rechts am Fluss weiter. Vor der nächsten Brücke links ab Richtung Reindlau. An der Hauptstraße links zur Bushaltestelle, dann rechts ab Richtung Lehner. An einer Kreuzung, vor dem Bergfuß, links ab zur Kapelle von Lehner. Weiter zur Durchgangsstraße, an ihr rechts weiter. Beim Haus Rauth rechts ab (Schild Boderhof) und links Richtung Gasse auf den Fußweg am Bergfuß. Bei der Bäckerei links zurück zur Straße und an ihr rechts zur Kapelle von Gasse. Weiter aus dem Ort hinaus und links zum Parkplatz. 

LANGLAUFEN – Vom Parkplatz rechts zur Durchgangsstraße. Gegenüber beginnt die Loipe A6-Alpenbad. Sie führt entweder rechts Richtung Loipe A5 bei Obern oder links zu den Loipen A7, A10 um Weidach und Ahrn. Winterwanderwege und Loipen auf: www.seefeld.com/pdf/ aktivitaeten/winter/loipenpanorama.pdf Loipenzustandsbericht: www.seefeld-langlauf.at/ loipe/langlaufen.htm 

GANGHOFER-MUSEUM – in Kirchplatzl. Dienstag und Mittwoch: zehn bis zwölf Uhr, Donnerstag und Freitag: 16 bis 18 Uhr. Telefon: 0043/5214/20093 oder 0043/676/6056184. www.leutasch.at/kulturhaus-ganghofermuseum

Auch interessant

Kommentare