+
Acht Buben und Mädchen aus dem Skigau Oberland haben mitten im Sommer in der Skihalle in Neuss unter Leitung des „ DSV aktiv“-die aktuellen Kinderski-Modelle getestet.

Darauf fahren Kinder richtig ab

Drei Skikurse hat ein Kind schon absolviert und steht recht sicher auf den Brettln – nun soll das erste eigene Paar Ski her. Experten des Deutschen Skiverbands (DSV) haben von Kindern 24 Modelle testen lassen.

Wer heutzutage in ein Sportgeschäft geht, hat die Qual der Wahl, auch bei Kinderskiern: Totenkopf-Design oder schlichte Renn-Optik, extreme Taillierung oder gar Twintip (= vorn und hinten aufgebogene Skispitzen)?

Mehr Infos vom DSV

Der Deutsche Skiverband den Test ausnahmsweise für uns ins Internet gestellt unter www.ski-online.de/ mitgliederservice

Hier die pdf zum download

Das Test-Team von „DSV aktiv“ unter Leitung von Andreas König (39) wollte wissen, worauf Kinder stehen, was ihnen taugt. Acht Buben und Mädchen aus dem Skigau Oberland durften mitten im Sommer 24 aktuelle Modelle in zwei Kategorien – je zwölf Allround- und zwölf Twintip- Ski – testen. Und zwar in der Skihalle in Neuss (Nordrhein- Westfalen), wo das Test-Team in einem Parcours praxisnahe Aufgaben wie plötzliches Abbremsen, hohe Kurvengeschwindigkeiten oder Sprünge über kleine Schanzen stellte. Damit sich niemand von Farbgebung oder lustigen Motiven beeinflussen ließ, wurden alle 24 Test-Ski fein säuberlich abgeklebt.

Das passende Modell?

Mehr Infos zu Ski und Schnee finden Sie hier

In beiden Testkategorien wurde für die von den Acht- bis Zehnjährigen als optimal empfundenen Skiern je vier Mal das Prädikat „DSV aktivo“ vergeben. Der Test dient zwar als Orientierung beim Kinderski- Kauf, letztlich aber, so Testleiter Andreas König, komme es bei der Auswahl des passenden Modells auf diese Frage an, die Eltern ihrem Kind stellen sollten: „Was ist dir am wichtigsten beim Skifahren?“ Die erste Antwort, betont König, sei entscheidend. Beispielsweise würden sich leichtere Kinder eher gute Griffigkeit auf Eis wünschen, schwerere eine bessere Drehfreudigkeit. Den einen interessiert ein hohes Tempo, ein anderer präferiert Sprungschanzen und Halfpipes. Ob das Design eher sportlich orientiert oder primär cool sein soll – eine individuelle Geschmacksfrage.

Jedes gebohrte Loch unter der Bindung ist eine Sollbruchstelle

Jenseits persönlicher Präferenzen rät König in Familien mit mehreren Kindern, wo die Skier regelmäßig an die Jüngeren weitergereicht werden, dazu, lieber „50 oder 100 Euro mehr in einen hochwertigeren Ski zu investieren, denn der ist langlebiger“. Wer lieber gebrauchte Skier kaufen mag, sollte dies am besten beim Flohmarkt eines Vereins tun. „Bei gebrauchten Skiern muss man sich gut auskennen – und aufpassen: Manchmal wird uraltes Gelump verkauft“, warnt König. Wenn eine Kinderbindung mehrfach ummontiert worden ist, sehe ein Ski möglicherweise aus „wie ein Schweizer Käse“, was gefährlich sei: „Jedes gebohrte Loch ist eine Sollbruchstelle.“

Länge für Kinderski

Bei der Länge für Kinderski gilt als Richtschnur: Anfänger Achselhöhe bis Schulter, Fortgeschrittene Hals- bis Mundbereich, Sportler/Racer Augenhöhe bis Körpergröße plus fünf Zentimeter. Bei extremen Kurvenradien (z.B. acht Meter bei 1,20 Meter Länge) empfiehlt der DSVExperte, den Ski eher länger zu wählen.

Noch schwieriger ist oft der Skischuhkauf für Kinder. „Ein Spagat“, weiß König. Denn Kinderfüße wachsen durchaus innerhalb eines Winters aus der passenden Größe heraus. Zu groß solle man, um Geld zu sparen, deswegen aber keine Kinderskischuhe kaufen: „Jeder Erwachsene, der mal mit zu großen Straßenschuhen unterwegs war, weiß, wie unangenehm das ist.“ Als Faustregel gilt: Sohle herausnehmen, Fuß draufstellen – vorn sollte etwa ein Zentimeter Platz sein.

MARTIN BECKER

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare