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Deutsche Berglaufmeisterschaft in Bad Kohlgrub: Traumkulisse bei Rekordjagd

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Von: Marco Blanco-Ucles

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Seht her, ich habe es geschafft: Maximilian Zeus wenige Meter vor seinem historischen Zieleinlauf – Rekord!
Seht her, ich habe es geschafft: Maximilian Zeus wenige Meter vor seinem historischen Zieleinlauf – Rekord! © Dominik Bartl

Erstmals in der Geschichte wurde die Deutsche Berglaufmeisterschaft in Bad Kohlgrub ausgetragen. Wie zuvor prophezeit wurden dabei die Streckenrekorde am Hörnle pulverisiert.

Bad Kohlgrub – Sie waren gut vorbereitet, die Veranstalter der Deutschen Berglaufmeisterschaft in Bad Kohlgrub. Strecke, Start, Ziel: alles bestens präpariert. Doch da war diese eine Sache, die Michael Clever – Vorsitzender des Skiclubs Bad Kohlgrub sowie Gesamtleiter der Veranstaltung – und sein rund 100-köpfiges Helferteam nicht beeinflussen konnte: das Wetter. Stündlich checkte Clever in den Tagen zuvor die Vorhersage, die gute Verhältnisse versprach – und Recht behalten sollte. Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad sorgten für ideale Voraussetzungen. „Der Wettergott hat zum Glück mitgespielt“, sagt Clever.

Dass ansonsten alles reibungslos verlief, lag an dem leidenschaftlichen Einsatz der Helfer. Schon früh morgens sperrte die Kohlgruber Feuerwehr die Ortsdurchfahrt, um den Startplatz an der Dorflinde einzurichten. Hier fanden sich über 300 Bergläufer ein. Der Startschuss für die Herren fiel um 11 Uhr, zehn Minuten später liefen die Damen los.

Maximilian Zeus überquert nach 32:06 Minuten die Ziellinie

Am Tag zuvor trainierten bereits die ersten Sportler vor Ort, lernten die Strecke am Hörnle kennen. Hier war bereits klar, der Rekord könnte am Lauftag fallen. Dies wussten auch die Bergläufer, eine zusätzliche Portion Motivation für die Extremsportler. Unten im Tal herrschte reges Treiben aufseiten des Veranstalters, alles musste passen. Die Absicherungen der Strecke, die Zeitnahme aber auch die Verpflegung am Berg musste sichergestellt sein – eine organisatorische Meisterleistung.

Als der Startschuss im Tal fiel, wurden die Helfer und Sportsfreunde am Berg nervös. Mehrere hundert Zuschauer kamen aufs Hörnle, um das Spektakel live zu verfolgen. Die meistgestellteste Frage im Zielbereich an der Hörnle Bergstation: Werden die Rekorde fallen? Dann war es so weit, der Mountainbiker, der den Läufern vorausfuhr, bog aus dem Wald in die Freifläche ein. Knapp hinter ihm kam Maximilian Zeus (LG Telis Finanz Regensburg). Entkräftet gab er nochmals sein Bestes und spurtete nach 32:06 Minuten ins Ziel – Rekord!

Strahlende Siegerinnen: Stolz präsentiert Laura Hottenrott (M.) ihre Goldmedaille – flankiert von der Zweitplatzierten Domenika Mayer (l.) und Hanna Gröber, die sich den dritten Platz sichert.
Strahlende Siegerinnen: Stolz präsentiert Laura Hottenrott (M.) ihre Goldmedaille – flankiert von der Zweitplatzierten Domenika Mayer (l.) und Hanna Gröber, die sich den dritten Platz sichert. © Martin Doll

Kurz darauf bog Laura Hottenrott (PSV Grün-Weiß Kassel) auf die Zielgerade ein, als Erste der Damen. Die Arme hochgerissen und mit einem Schrei kämpfte sie sich ins Ziel – wieder fiel ein Rekord: 36:48 Minuten. Eine Zeit, mit der Clever nicht gerechnet hatte: „Ich dachte wir sehen einen Rekord bei 38:30 Minuten, die Zeit von Laura Hottenrott ist phänomenal.“

Ich wurde schon gefragt, was wir als Nächstes machen

Gesamtleiter Michael Clever

Auf dem Berg warteten viele Helfer, um die Sportler mit Essen und Getränken zu versorgen. Schnell noch umgezogen, dann ging es für die meisten Teilnehmer mit der Bahn zurück ins Tal. Der ein oder andere machte sich zu Fuß auf den Weg bergab.

Die Schiedsrichter und Offiziellen rechneten die Zeiten durch, druckten Urkunden und werteten alle Daten aus. Anschließend konnte im Kurpark die Siegerehrung stattfinden. Die Veranstalter zogen ein durchweg positives Fazit. „Ich wurde schon gefragt, was machen wir als nächstes machen“, erzählt Clever und lacht. Bevor über weitere Laufveranstaltungen nachgedacht wird, liegt dem Organisator eines am Herzen: „Wir werden als Dankeschön ein großes Fest für die Helfer veranstalten.“ DOMINIK BARTL UND MARCO BLANCO UCLES

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