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Einfach mal die Füße - und die Seele - baumeln lassen: Bei der Sommerhitze macht Schlauchboot fahren auf der Isar besonders viel Spaß.

Aktiv bleiben trotz 30 Grad

Mit diesen Tipps kommt Ihre Familie durch die Sommerhitze

Egal, ob Schlauchboot fahren oder wandern: Die tz stellt Ihnen sieben familientaugliche Tipps für alle vor, die trotz hoher Temperaturen aktiv bleiben wollen.

Die Hitzewelle während der vergangenen Wochen hat uns Freude bereitet, aber phasenweise auch zu schaffen gemacht. An Sport war um die Mittagszeit nicht zu denken. Außer: Man bewegte sich nah am Wasser oder in der Höhe. Die tz-Autorin Johanna Stöckl hat für Sie traumhafte Aktivausflüge ab München - von leicht bis anspruchsvoll - zusammengestellt: sieben kühle Tipps für jeden Tag.

"Kälte vertrage ich viel besser als Hitze. Daher frohlocke ich auch nicht, wenn das Thermometer über die 30 Grad anzeigt. Daher bin ich ständig auf der Suche nach Unternehmungen, die mit einer Erfrischung einhergehen. An Wochentagen spiele ich frühmorgens Tennis in der Hirschau. Im Anschluss hüpfe ich in den nahen Eisbach. Abends radle ich gerne zum Bruckenfischer nach Schäftlarn. Am Wochenende suche ich etwas Abwechslung vor den Toren Münchens. Hier meine Tipps für die ganze Familie":

Von Elmau an den Ferchensee: Gemütliche Tour

Die gemütliche Wanderung ab dem Wanderparkplatz Schloss Elmau zum idyllisch gelegenen Ferchensee ist an heißen Tagen ideal, da man ohne nennenswerte Steigungen immer am Ferchenbach entlang wandert und sich daher bereits im Aufstieg erfrischen kann, bevor man am Ziel in 1080 Metern Höhe angekommen endgültig baden geht. Wer die aussichtsreiche Tour am Fuße des Wettersteinmassivs ausdehnen möchte, wandert weiter bis zum Lautersee.

tz-Tipp: Eine Einkehr im Gasthaus Ferchensee (Übernachtungsmöglichkeit) ist Pflicht, das Knödeltris(Speck, Kas- und Spinatknödel) ein Gedicht.

Partnachklamm: Kühles Vergnügen

Das Naturdenkmal Partnachklamm ist seit 1912 ganzjährig für Besucher zugänglich. Gerade an heißen Tagen ist die Wanderung durch die spektakuläre, 700 Meter lange und 80 Meter tiefe Schlucht ein abkühlendes Vergnügen.

Wer etwas Ausdauer mitbringt, verbindet den Walk mit einer anschließenden Wanderung durchs zauberhafte Reintal via Bockhütte (1052 m) zur Reintalangerhütte (1369 m), wo man übernachten kann.

Mindestens genauso spannend: der Besuch der 1000 Meter langen und 150 Meter tiefen Höllentalklamm bei Grainau, Hammersbach. Die Klammeingangshütte ist nur zu Fuß zu erreichen. Lohnende Zusatztouren: weiter zur Höllentalangerhütte oder zu den Knappenhäusern.

tz-Tipp: Die schönste Atmosphäre ergibt sich um die Mittagszeit, wenn direktes Sonnenlicht einfällt und die Engtäler in Regenbogenfarben erstrahlen.

Roseninsel: Romantik pur

Die romantische Roseninsel ist die einzige Insel im Starnberger See und ein 2,56 Hektar großes Kleinod im Fünf-Seen-Land. Die nur 170 Meter vom Westufer entfernte Insel ist in etwa fünf Minuten Fahrzeit mit einer "Zille" (Fähre verkehrt regelmäßig zwischen 1. Mai und 15. Oktober) ab dem Glockensteg in der Feldafinger Bucht zu erreichen.

Archäologische Funde geben Hinweise auf eine erste Besiedlung um 3700 v. Chr. Diverse Funde von prähistorischen Pfahlbausiedlungen (UNESCO Weltkulturerbe) deuten darauf hin, dass die Roseninsel in der Vergangenheit vermutlich als Kultstätte diente.

Heute bestaunt man auf der Insel ein Sommerhaus, das sogenannte Casino und einen prachtvoll angelegten Rosengarten, wo sich einst König Ludwig und Cousine Kaiserin Sissi regelmäßig heimlich verabredet hatten.

tz-Tipp: Wer mit der S-Bahn in 37 Minuten ab München nach Possenhofen reist, wandert auf der Uferpromenade nach Tutzing (neun Kilometer, Gehzeit zwei Stunden) und baut einen Abstecher auf die Roseninsel ein. Einkehr direkt am See: Härings Midgardhaus, Tutzing. Besonders nett: Frühstück wird auf der Seeterrasse bis 12 Uhr serviert.

Insel Buchau, Staffelsee: Bilderbuch-Auszeit

Im Sommer ist die zauberhafte Campinginsel Buchau über einen regelmäßigen Fährverkehr (20-Minuten-Takt) mit "der Fischerin" ab Seehausen bequem zu erreichen. Auf der zweitgrößten Insel im Staffelsee kann man auf 220 (davon 120 Dauercamper) Zeltplätzen kostengünstig (Vier-Personen-Zelt, € 6,50/Tag) übernachten. Zelte können auch gemietet werden.

Wer sich nicht selbst verpflegen will, kehrt in der Inselgaststätte samt Biergarten ein. Die Abendstimmung auf der Insel zum Sonnenuntergang ist geradezu magisch. Und weil es bei Inselwirt Paul Sedlmayr, den man hier nur "Willi" nennt, so nett ist, zieht es zahlreiche Familien auf das kleine Eiland.

tz-Tipp: Bringen Sie unbedingt ein Schlauchboot, SUP oder wenigstens eine Luftmatratze mit. Von der Buchau aus lassen sich die sechs weiteren Inseln im Staffelsee herrlich erkunden. In Seehausen können auch Ruderboote gemietet werden: Wichtig: Hunde dürfen nicht auf die Insel Buchau!

Isar, Alz, Loisach: Schlauchboot-Wandern

Wer sich eine vergleichsweise kostspielige Floßfahrt auf der Isar ab Wolfratshausen bis München nicht leisten möchte, kann die beschauliche Fahrt auch in Eigenregie antreten. An heißen Sommertagen tummeln sich unzählige Schlauchboote und Kajaks auf der Isar.

Mindestens so beliebt: die obere Alz im Chiemgau, die zwischen Seebruck und Truchtlaching gemächlich dahinfließt und daher keine Gefahren darstellt und familientauglich ist.

Während die Loisach im oberen Teil, etwa zwischen Griesen und Garmisch-Partenkirchen, auch an geübte Kajakfahrer hohe Ansprüche stellt, ist der Flussabschnitt von Oberau bis nach Großweil beziehungsweise in den Kochelsee auch für Freizeitkapitäne geeignet.

tz-Tipp: Wer ein richtiger Kanute werden will, kann an der Olympischen Regattaanlage in Oberschleißheim entsprechende Paddelkurse buchen.

Stuibensee, Stuibenhütte: Kombi-Tour mit der Bergbahn

Wer spät dran ist, dennoch Bergluft schnuppern will, nimmt in Garmisch-Partenkirchen die Kreuzeckbahn und spart sich somit den etwa zweieinhalbstündigen Aufstieg via Tröglhütte zum Kreuzeckhaus (1652 m). Von der Bergstation aus kann man auf einem grandiosen, größtenteils durch schattenspendenden Wald verlaufenden Pfad in etwa eineinhalb Stunden zur Stuibenhütte (nicht bewirtschaftet) wandern.

In greifbarer Nähe: die 1908 Meter hohe Stuibenspitze, die man in weiteren 30 Minuten erreichen kann. Alternative: über den Bernadeinsteig zum Stuibensee.

tz-Tipp: Wer den Abstieg vom Kreuzeckhaus über die Tonihütte zum Rießersee antritt, wird mit einem einzigartigen Badeerlebnis am Fuße des Waxensteins belohnt. Der Kiosk im kleinen Strandbad Rießersee ist derart liebevoll geführt, dass man auf einen Drink und/oder Flammkuchen zum Sonnenuntergang einkehren muss.

Lenggries: Gumpenspaß

Mehr Gaudi kann man nicht haben als beim Baden in natürlich geformten Bachausspülungen. Eine Vielzahl von Gumpen reihen sich am Sylvensteinspeicher aneinander. Während das Gumpen-Springen nicht ungefährlich ist, kann man das Baden in den Naturbecken bedenkenlos empfehlen.

Wie man den magischen Platz erreicht? Von Bad Tölz kommend der Isar entlang Richtung Lenggries und weiter bis zum Sylvensteinspeicher. Direkt nach der Isarbrücke – noch vor der Kreuzung zur B307 – ist rechts ein kleiner Parkplatz mit Schranke. Von hier etwa 15 Minuten einem steilen Pfad folgen.

tz-Tipp: Acht Kilometer vom Sylvensteinspeicher entfernt, liegt der Gasthof Post in Vorderriss (ÜN ab € 28,00 im Lager, € 56,00 DZ/Person). Wer hier übernachtet, kann am Folgetag frühmorgens den Ahornboden in der Eng aufsuchen und von dort aus wandern (Falkenhütte, Lamsenjoch, Binsalm, Plumsjoch).

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tz

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