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Wunderschönes Platzerl: Der Dietlhofer See nördlich von Weilheim glitzert im Herbstlicht vor prächtiger Bergkulisse.

Nördlich von Weilheim

Dietlhofer See: Bergpanorama und Weihnachtsmarkt

Man könnte es eine Langschläfer-Option nennen. Oder auch die Alternative für gestresste Einkaufs-Samstage. Weil man hier alles so wunderbar beisammenhat:

den glitzernden Dietlhofer See, sanfte und perfekt ausgebaute Wege mit Bergpanorama, Wirtschaft am See, Hofladen und Erfrischung auf dem Weg, die (Alt-)Stadt Weilheim zum Shoppen oder Flanieren ums Eck. Und das alles ist auch noch gut erreichbar. Im Sommer tummeln sich die Wasserratten und im Winter die Schlittschuhläufer am Dietlhofer See.

Rund ums Jahr werden die Spaziergänger angelockt: Die sonnigen Wiesen kann man trockenen Fußes samt Kinderwagen oder auch per Rad überqueren. Gerade wenn die Sonne tiefer steht, entspannt sich eine gleißend silberne Wasserfläche. Dahinter steigt in der Ferne die Alpenkette empor und erinnert daran, dass auch hier die Eiszeit herrschte und das jetzige Erholungsgelände ein Überbleibsel eines Toteissees ist. Direkt kann man den See nicht ganz umrunden, die Ostseite ist dem Schilf und der Natur überlassen.

Der Wanderweg führt einen kleinen Bogen weiter und geht mitten durch den namensgebenden Weiler Dietlhof: Idylle pur herrscht auf dem Bioland-Gut, in dem ein kleiner Hofladen mit Café untergebracht ist und dessen Außenanlage kunstvolle, schräge Vögel zieren. Von hier aus bummelt man gemütlich über wieder aussichtsreiche Wiesen zurück zum Nordrand Weilheims.

Das Land der Villen und Heime („Weilheimer Land“) war mit der „Via Raetia“ nach Augsburg fest in römischer Hand, bis die Bajuwaren Ende des 5. Jhs. kamen. 1010 ist dann „Wilhain“ urkundlich erwähnt. Das Dorf lag verkehrstechnisch günstig, vor allem auch die Ammer als Transportfluss spielte eine wichtige Rolle für das Anwachsen des Ortes zur Marktstadt. 1236 umgab ein Palisadenzaun die Häuser, später eine mittelalterliche Stadtmauer. Leider wurden die Tore im 19. Jh. abgebrochen, aber die Stadtmauer und der Stadtgraben, heute ein Park, sind teilweise noch erhalten. Meilensteine in der Entwicklung Weilheims waren im 17. Jh. das rege Kunsthandwerk mit der Weilheimer Bildhauerschule. In dieser Zeit wurde die manieristische Stadtpfarrkirche (1624 – 28), ausgestattet mit dem berühmten Stuck der Wessobrunner Schule, am Marienplatz erbaut.

Dort im Zentrum lockt jeden Freitag der Wochenmarkt und am Ende der ersten Dezemberwoche der Weilheimer Weihnachtsmarkt. Hier setzt man auf Kunsthandwerk statt Kaufhauskitsch, sucht die noch fehlenden Krippenfiguren, bewundert die Drechsel- und Glaskunst und kauft noch schnell eine Handarbeit aus Filz oder den Silberschmuck fürs Geschenk.

Für die Kleinen kommt der Nikolaus, die Eltern ratschen derweil bei Maroni und Glühwein. Für alle gibt es eine lebende Krippe draußen und eine Prachtkrippe in der Kirche. Plus diverse Konzerte und Veranstaltungen. Für die Unermüdlichen hält noch das Stadtmuseum Weilheim im Alten Rathaus am Marienplatz seine Pforten auf. Stadtchronik und Wunderkammer sowie Hort aktueller Wechselausstellung ist das Gebäude: Neben der Vor- und Frühgeschichte kann man hier Möbel und Handwerk aus den letzten gut 600 Jahren und Religiöses ab dem 15. Jahrhundert bewundern. Doch Vorsicht: Wer wirklich alles „mitnehmen“ will auf seinem Ausflug nach Weilheim, sollte dann aber nicht allzu spät aufstehen…

Von Freia Oliv

NÖRDLICH VON WEILHEIM

ANFAHRT – Bahn: DB bis Weilheim. Auto: A 95 nach Starnberg, B2 bis Weilheim. Beim 1. Kreisverkehr (Ortsschild) links ab in den Narbonner Ring, an der Rechtskurve links ab zum Tennisheim und Parkplatz.

TOUR – Fuß/Rad; in beide Richtungen gleich schön; Länge gut 4 km, Gehzeit gut 1 Std., Schwierigkeit leicht und flach. Start am Parkplatz Erlebnisgolf / Tennisplatz. Den Fuß- und Radweg entlang am Narbonner Ring nach West. Rechtsabzweig in den Dietlhofer Seeweg bis zum See. Am Nordende des Sees und Freibads der Wanderweg-Beschilderung folgen und rechts in die Straße nach Dietlhofen einbiegen. Der Straße durch den Weiler wieder nach Süden folgen, gen Ende den gut angelegten Wanderweg über den kleinen Hügel zurück zum Parkplatz. Erweiterungsmöglichkeiten: Ab Parkplatz den Forstweg im Osten in den Wald hinauf, hier mehrere Möglichkeiten, die Forstwege links hinunter nach Dietlhofen zu nehmen.

EINKEHR – 1. Cafe-Restaurant Seestuben, Am Dietlhofer See 1. Tel.: 0 881 / 63 89 61; www.seestuben.com; geöffnet tägl. 10 bis 22 Uhr, Di. Ruhetag. 2. Dietlhofen Hofcafe und -laden: Freitags 14 bis 17 Uhr.

ADVENT – 1. Weilheimer Weihnachtsmarkt und 7. Künstler- und Kunsthandwerkermarkt auf dem Kirchplatz: 5. bis 8. Dezember, geöffnet: 5.12. von 10 bis 20.30 Uhr, 6./7.12. von 10 bis 20 Uhr, 8.12. von 11 bis 18 Uhr. Programm unter: www.weilheim.de/event.asp
2. Adventskonzert am 6. Dezember und Kriminalkomödie Ladykillers ab 13. Dez. im Stadttheater; Adventssingen am 15. Dez. in Sankt Michael; Weihnachtskonzert der Stadtkapelle Weilheim am 21. Dez. in der Stadthalle.

TIPP – Dachsbräu Weilheim, Murnauer Straße 5, 82362 Weilheim. Einkauf / Gaststätte Mo bis Sa von 10 bis 22 Uhr, So 11 bis 21 Uhr, Mi. Ruhetag. Tel.: 0 881 / 26 93; Internet: www.dachsbier.de

STADTMUSEUM – Im alten Rathaus am Marienplatz: Eintritt frei. Offen Di bis Sa 10 bis 17 Uhr, So 14 bis 17 Uhr, montags geschlossen. Telefon: 0881/ 68 26 00; Internet: www.weilheim.de

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